Nix durcheinanderwerfen, - differenzieren ist angesagt!
Ich habe sie seit meiner Kindheit gesehen, mit gigantischen Wohnwagen unter der Autobahnbrücke. Es hieß immer, die verkaufen Teppiche an der Haustür. Es hat nie jemand bei uns geklingelt. Rätsel, aber nie irgendwie nachdenkenswert.
Fangen wir von vorne an: Woher kommen die gigantischen Wohnwagen? Klare Antwort: Von den Reparationszahlungen aus de Widergutmachungstopf der Verbrechen der Nazis. Wie das geht? Sie brauchen keinen Nachweis, nur eine Geburts- oder Sterbeurkunde von einem Anverwandten und dann zwei oder drei Zeugenaussagen, dass derjenige im Naziregime verfolgt wurde. Kein Nachweis über eine Eintragung in einem KZ oder sonst was, die Zeugen der Zigeuner sind immer glaubwürdig.
Ich habe mich mal über die Beträge der sog. Wiedergutmachung schlau gemacht, das war in den 80ern. Beeindruckend, kann ich nur sagen. Manche bekommen sogar heute noch Geld, so wie so manche jüdischen ehemaligen deutschen Mitbürger, die in Israel leben. Juden, die in Israel leben und Entschädigung von Deutschland bekommen, werden generell über 110 Jahre alt.
Weiter zu den Zigeunern mit den Wohnwägen: Da handelt es sich fast ausnahmslos um Sinti, die man sehr wohl von den Roma zu unterscheiden hat. Der Sinti hat Tradition, ist musikalisch meistens sehr versiert, der kommt mit seinen Sonderangeboten an Seidenteppichen zu den Haustüren, und wenn man ihm klarmacht, dass man kein Interesse hat, dann geht er weiter, ohne böse Gedanken.
Ich hatte mit solchen Sintigruppen auch musikalischen Kontakt, - es waren wirklich Virtuosen dabei. Django Reinhardt, Schnuckenack Reinhardt, Winterstein, etc. - es ist schade, dass es diese Leute nicht mehr gibt. Ich war einmal auf einer Hochzeit dieser Leute, - ein Erlebnis, das man sein Leben lang nicht vergisst.
Du schreibst:
Ich habe aber noch nie gehört, dass Zigeuner uns ihre Regeln aufdrängen wollen, oder ihre Sprache (welche?) oder ihre Religion (falls vorhanden)
Der Zigeuner, (und vergiss nicht, es sind immer nur Roma, und die haben keine Autos oder Wohnwägen, die haben gerade eine kleine Reisetasche bei der Ankunft) wollen Dir nichts aufdrängen, sondern nur von deiner Arbeitskraft und Deiner freigiebigen Lebensweise profitieren, und das ohne Arbeit. Ihre Sprache werden sie Dir nicht beibringen, das bleibt ihnen vorbehalten. Zigeunerisch ist - mit Abweichungen im Dialekt - eine Verständigungsmöglichkeit unter den Zigeuern auf der ganzen Welt, ähnlich, wie das beim Jiddischen ist. Von der Religion her sind sie meistens orthodox, manche auch katholisch und auch evangelisch, manche gehören auch bestimmten freikirchlichen Gruppierungen an, - je nachdem, von wo sie mehr Unterstützung erwarten. Wenn sie irgendwas klauen, dann ist das auch bei einer christlichen Einstellung nicht so schlimm, man bereut es beim nächsten Gottesdienst und die Sache ist wieder gegessen.