Stimmt das mit der Risikolosigkeit wirklich?
Hallo paranoia,
ja, die Diskussion gab es damals, und ich meine, es lief darauf hinaus, dass es für jede Position eine Gegenposition gibt, so dass das Ganze ein Nullsummenspiel ist. Tatsächlich wäre beim genannten Derivatevolumen ein „Ausfall“ im 1 % - Bereich wohl schon ein kleines Problem.
Man hat vermutlich seit Lehman gelernt, aber damals waren die Gegenpositionen (zehntausende Derivatekontrakte mit unterschiedlichen Dokumentationsstandards und teils nicht digitalisiert) teils nicht auffindbar. Über Monate mussten diese manuell u.a. bei Clearingstellen und Banken rekonstruiert werden (Halter von Gegenpositionen, hinterlegte Sicherheiten, usw.).
Ich weiß nicht, wie über diese Zeit genau der Zustand stabil gehalten werden konnte, erinnere mich nur, dass die AIG gigantische Sicherheiten hätte nachschießen müssen und ohne staatliche Hilfe in kürzester Zeit insolvent gewesen wäre.
Ich weiß nicht, wie heute ein Ausfall einer größeren Gegenpartei abgefedert würde, gerade auch im unregulierten Bereich. Was aber würde passieren, wenn beteiligte Systeme ausfielen, vielleicht zu ungünstigen Zeitpunkten, oder wenn diese Systeme an einer vulnerablen Stelle gehackt würden? Nur so als Beispiel. Gute Kenner der Systeme würden vielleicht noch konkreter fragen.
Gruß
Martin