Update: Aktuelle Lage Gasversorgung (22.01.2026)
Aktueller Stand: Der Speicherfüllstand liegt heute bei 42 %. Quelle Bundesnetzagentur:
https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Gasversorgung/aktuelle_gasversorgung/_svg/Gasspeich...
Bei stabilem Abstand zur Vorjahreskurve wird Mitte Februar bis Anfang März die 20 %-Marke unterschritten. Die Ausspeicherleistung sinkt mit dem Füllstand – besonders Porenspeicher verlieren bei niedrigem Druck deutlich an Leistung. Die Versorgung hängt dann fast vollständig von Importen und Wetter ab.
Neu seit dem 19.01.: Der Polarwirbel-Split ist keine Prognose mehr. Das Major Warming ist eingetreten – die Stratosphärentemperatur stieg über dem Nordpol um 45°C, die Windumkehr wurde Mitte Januar bestätigt. Das Risiko für einen kalten Februar ist damit deutlich erhöht (genaue Wahrscheinlichkeiten sind modellabhängig). Ab dem 24./28. Januar wird ein Kälteeinbruch mit arktisch-sibirischer Luft erwartet, der bis Mitte Februar anhalten könnte. Quellen zum Polarwirbel:
https://de.euronews.com/2026/01/16/polarwirbel-vorhersage-kaelte-deutschland
https://rathausnachrichten.de/polarwirbel-vorhersage-2026-kaeltewelle-und-wintereinbruc...
GFrei.News hat die Lage durchgerechnet: Deutschland verbraucht täglich ~325 Mio m³ Gas, geliefert werden aber nur ~225 Mio m³. Das tägliche Defizit von ~100 Mio m³ wird aus den Speichern gedeckt. Nach GFrei.News' eigenen Schwellenwerten (nicht offiziell) beginnt der "Notbetrieb" bei ~35 % Füllstand Anfang Februar, der "kritische Notbetrieb" bei 20–25 % Mitte Februar. Bei Kälteeinbruch verschiebt sich alles um 1–2 Wochen nach vorne. Im Notbetrieb würden gasabhängige Industrien stillgelegt und die Stromversorgung könnte instabil werden, da Gaskraftwerke die Netzschwankungen ausgleichen. Detaillierte Analyse: https://gfrei.news/gasnotlage/
Martin Käßlers Hintergrundanalyse: Deutschland startete diesen Winter mit nur 75 % Speicherfüllung statt der üblichen 95 % – ein Fehlbetrag von etwa einem Monat Heizverbrauch. Käßler identifizierte drei Faktoren für eine Mangellage: (1) Polarwirbelsplit, (2) technische Ausfälle bei Importen, (3) Speicher unter kritischer Leistungsgrenze. Der erste Faktor ist nun eingetreten. Eine Mangellage bleibt laut Käßler vermeidbar, sofern LNG-Terminals und norwegische Pipelines zu 100 % störungsfrei laufen – doch genau diese Bedingung zeigt: Der Spielraum für Fehler ist weg.
https://www.martinkaessler.com/gasspeicher-deutschland-2026-prognose/