Gaspreisbremse erhöht die Preise

Manuel H., Mittwoch, 12.10.2022, 08:29 (vor 1231 Tagen) @ Plancius2587 Views

Erinnert Euch an die MwSt-Subvention für Hoteliers. Da wurde die MwSt von 19 auf 7% für den Übernachtungspreis gesenkt (das meist dazugehörige Frühstück blieb bei 19%). Was hatte das für einen Effekt: So gut wie kein Hotelier gab die Subvention an seine Hotelkunden weiter.

Für geschäftliche Hotelkunden wurde so das Reisen sogar teurer, da diese nun weniger MwSt in ihren Steuererklärungen erstattet bekommen. Außerdem war es geduldete Praxis, das Frühstück in dem Übernachtungspreis zu "verstecken", so dass geschäftliche Kunden einerseits das "kostenlose" Frühstück in Anspruch nehmen konnten, aber dennoch die Pauschalen für Frühstück als Spesen steuerlich oder gegenüber der Firma geltend machten. Nun mußte aber das Frühstück wegen der differenten Steuersätze auf der Rechnung gesondert ausgewiesen werden, was meist dazu führte, dass Kunden auf das (meist qualitativ ungenügende) Frühstück verzichteten. Dem mageren Zusatzgewinn durch 8 Prozentpunkte MwSt Ersparnis standen nun erheblich höhere Umsatzverluste durch verminderte Frühstücksverkäufe entgegen, oft bis zur Unrentabilität der personalintensiven Frühstücksstation.

Die Milliarden an Steuergeldern, die nun über zusätzliche Staatsverschuldung ausgeschüttet werden, werden also zum größten Teil von den Energielieferanten bzw. den Spekulanten an den Spot-Märkten vereinnahmt. Sie werden also bei künftigen Energiepreiserhöhungen einkalkuliert.

Man darf gespannt sein, welche Gesetzeslücken die Energiehändler dabei wahrnehmen werden, um analog zu CumEx die Energiesubventionen auch ohne Energielieferungen einzukassieren.


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