DER WEIHNACHTS-KAUFRAUSCH

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 11.12.2021, 21:57 (vor 1505 Tagen)3084 Views

Wieder hat es angefangen, ich sehe es ja aus der TV-Werbung. Da werden alle möglichen Artikel als Geschenke für Weihnachten angeboten, vom Schmuck bis zur Waschmaschine (auch das habe ich im TV gesehen).

Da werden wieder alle nur denkbaren Dinge gekauft, - oftmals Artikel, die man sowieso anschaffen muss, weil die bestehenden zu alt oder kaputt sind, und man serviert dann das als "Geschenk". Andere Artikel werden bereits mit der Vorahnung gekauft, dass sie danach umgetauscht werden, weil man vermutet, dass sie dem Beschenkten sowieso nicht gefallen.

Welcher Unsinn hat sich da in unsere jahrzehntelange Konsumgesellschaft eingenistet? Sind wir uns dessen eigentlich bewusst, dass dieser Konsumzwang total an der ursprünglichen Idee des Weihnachtsfestes vorbeigeht?

Sind wir uns eigentlich dessen bewusst, dass wir über die Werbung und den daraus resultierenden Zwängen zu Knechten degradiert werden, die eigentlich nur dazu dienen, um den Konzernen, die uns jeden Mist verkaufen, der noch dazu um die Weihnachtszeit verteuert ist, die Umsätze zum Jahresende zu garantieren?

Weihnachten ist das Fest des Friedens, darum spricht man auch vom Weihnachtsfrieden. Es ist das christliche Fest, an dem man sich der Geburt unseres Herrn Jesus Christus bewusst werden soll. Die Fehlinterpretation aus den historischen Vorgängen, als die drei Könige mit Gold, Weihrauch und Myrrhe dem Christuskind aufgewartet haben, hat mit dem eigentlichen Sinn des Weihnachtsfestes, und was man draus gemacht hat, schon lange nichts mehr zu tun.

Wir haben ihn in unserer Familie schon seit einigen Jahren abgeschafft, diesen Kaufzwang. Wenn überraschend jemand zu einem Weihnachtsbesuch zu mir kommt, und ein Geschenk mitbringt, dann ärgere ich mich darüber, weil er mich dadurch in Verlegenheit bringt. Ich schenke generell keine Artikel und ich will auch keine bekommen.

Worüber ich mich an Weihnachten freue, das ist die Ruhe, das Ausklinken aus dem Hamsterrad, die Zusammenkunft mit der Familie, mit Freunden und Bekannten, die daraus resultierende Atmosphäre. Es gibt keinen Stress, es gibt nur noch Ausgeglichenheit und Ruhe.

Weihnachten ist in meinen Augen die Zeit, in der man sich für die Belange der Familie Zeit nimmt. Besondere Dinge mit der Familie zu organisieren, vielleicht irgendwohin zu fahren, wo es schön und abgeschieden ist, wo man sich und die Familie wieder selbst findet.

Wr müssen in unserer schnelllebigen Zeit endlich einmal begreifen, dass das teuerste Geschenk, das wir unseren Lieben machen können, einfach nur die "Zeit" ist, die man sich für sie nimmt. Es gibt kein Geschenk, und sollte es noch so teuer sein, dass man anstelle dieser Zeit, die man der Familie widmen soll, als Äquivalent anbieten kann.

Ich denke, dass man nun am vorletzten Adventsonntag, wenn der Kaufstress wie jedes Jahr ins Extreme geht, daran denken sollte.


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