einige Infos dazu
Der solare Wärmegewinn wird bei der Wärmeschutzberechnungen nur bei den Fenstern angesetzt. Bei der Südseite ist damit jedes (!) energetisch im Vorteil (ob eine oder 5 Scheiben!). An der West/Ost-Seite ist das differenter. Wobei die Verschattung durch Balkone usw. oft großzügig überrechnet wird.
Der solare Einstrahleffekt auf die Fassaden wird komplett ignoriert. Weder am Dach noch an den Fassaden wird das angesetzt. Bei Vollwärmeschut ist das auch ziemlich nutzlos. Bei monolithischem Mauerwerk wird dieser Effekt aber deutlich wirksam. Nur, wer kann sagen, welche Fassade besonnt wird und welche nicht, wo wird ein Baum gepflanzt, ein Nachbargebäude erstellt? Daher ist das in der Berechnung vermutlich sinnhaft.
Was auch übersehen wird, ist der Umstand, dass der Wärmedurchgang als Formel aus einem statischen Teil und einem sehr komplexen dynamischen Teil besteht. Indem man aber den dynamischen Anteil ignoriert und nur den Bauteilfaktorenanteil nimmt, unterschlägt man alle Dynamik. Das mag bei VWS soweit sogar zutreffend sein, bei massiven Wänden oder Innendämmung aber überhaupt nicht.
Daher kann man die energetischen Berechnungen eigentlich vergessen, da sie nur einen groben Anhaltswert geben, aber die tatsächlichen Energieverbräuche nicht darstellen. Das ist auch das Ergebnis vieler Vergleich an identisch erstellten Objekten in Siedlungen. Dort waren die Verbräuche trotz gleicher Bauart, Ausrichtung und Lage um mehrere Größenordnungen unterschiedlich.
Daher, die Vorschriften, die Denkweise, der Zeitgeist, die Wissenschaft usw. gaben das so her, dass man überall baut und der Sonne keine Rolle zugeordnet hat. Als Planer ist man tatsächlich mehr mit dem Sonnneschutz oft geplagt als mit der Heizungswärme. Sommerlicher Wärmeschutz, Verschattung, Verblendung an Arbeitsplätzen .... all das nervt richtig. Am liebsten baut man da nur noch nach Norden, dann ist das alles kein Problem.