Wenn Du Moses erwähnst, dann kann man auch die Kirchensysteme erwähnen, - die machen mir nämlich meine Pfingsten kaputt
Auch wenn das irgendwie komisch klingt, aber es ist leicht zu erklären.
In Rumänien haben wir drei christliche Religionen (von den Sekten wie z.B. Adventisten, etc. mal abgesehen). Das sind die Orthodoxen nach dem griechisch/rumänischen Ritus (im Gegensatz zum slawischen, wozu Russland, Serbien, Bulgarien, etc. zählt) , dann die Evangelischen und die Katholischen. Die Orthodoxen sind natürlich in der Dominanz.
Der Staat macht die gesetzlichen Feiertage nach den Orthodoxen. Die Weihnachten sind (Gottseidank!) gleich, aber Ostern und Pfingsten, sowie Christi Himmelfahrt, etc. sind kalendarisch unterschiedlich.
Jetzt ist das bei den Ostern nicht ganz so tragisch, zumal sich die Rumänen angewöhnt haben, trotz ihres eigenen Kalenders die Ostern der Kath/Evang, die generell immer vorher als ihre orthodoxen sind, mit den deutschstämmigen (die Siebenbürger sind überwiegend evangelisch, und die Banater überwiegend katholisch) mitzufeiern. Sie sagen sich, - wer kann denn wissen, welche Ostern nun die "richtigen" sind? Wenn wir alle beide Osterfeste feiern, dann können wir nichts verkehrt machen.
Hintergrund ist der, dass es gerade in den ehemals deutschsprachigen Gebieten viele Verbindungen zwischen den Ethnien gibt, und der Rumäne feiert halt gerne. Also nimmt er sich am Ostermontag im Betrieb frei, um mit den Deutschen den Ostermontag, der eine spezielle Form der Begegnung in traditioneller Form beinhaltet (das Bespritzen der Frauen mit Parfum) zu feiern.
Das Ganze wiederholt sich dann bei den rumänischen Ostern. Wenn man meint, da wären irgendwelche klerikale Motive dabei, dann unterliegt man einem Irrtum. Egal, bei welchen Ostern, - 1 %, vielleicht auch etwas mehr, gehen zum Ostergottesdienst, für die meisten ist es ein Anlass, um gut zu essen und vor allem zu trinken.
Volkswirtschaftlich entsteht dadurch dem Staat ein enormer Schaden, - aber das nimmt man in Kauf. Soweit zu den Ostern.
Nun aber zu den Pfingsten. Heute haben wir Pfingstmontag, nach dem Kath./Evang. Kalender. Die Rumänen, die orthodox sind, haben keine Pfingsten, es gibt auch keinen staatlichen Feiertag. Dieser kommt erst in ein paar Wochen. Zu den orthodoxen Pfingsten ist der Pfingstmontag als gesetzlicher Feiertag arbeitsfrei. Was passiert also:
Ich arbeite am heutigen Tag, weil ich die Leute ja nicht in den unbezahlten Urlaub schicken kann. Sie hätten dadurch einen Einkommensverlust. Also, ist der Pfingstmontag für mich gelaufen.
Wenn dann der rumänische Feiertag am Pfingstmontag eintritt, dann habe ich keine Pfingsten mehr und wüsste auch nicht, was ich da feiern sollte.Auch für das absolute Gros der Rumänen ist dieser Tag nur etwas, wo man mit der Familie ins Grüne fährt, den Grill auspackt und sich gut fühlt.
Da ich den Leuten frei geben muss (bezahlter Feiertag), nutze ich die Zeit im Büro, um die Dinge aufzuarbeiten, für die man sonst keine Zeit hat.
Fakt aber ist, ich habe weder zu den "unsrigen" Pfingsten ein Pfingstfest, und auch nicht zu den orthodoxen Pfingsten. Warum? Weil diese Hornochsen noch immer keinen Weg gefunden haben, einen Termin für ein gemeinsames Oster- und Pfingstfest zu finden. Und da wundern sich die Kirchenonkels, dass immer mehr aus dem Verein austreten. Dass sie selbst dafür sorgen, das klammern sie aus.
Und der Staat, - und damit meine ich Deutschland und Österreich - der hilft da fleißig mit. Wieviele Rumänen und Griechen leben in Deutschland, arbeiten in Fabriken, am Bau und in der Landwirtschaft? Ein Wort darüber, dass die vor drei Wochen "ihr" Osterfest gefeiert haben? Ich hab nichts darüber gelesen.
Aber dass man bei der Regierung genau weiß, wann Ramadan anfängt und zu Ende geht, das ist ja schon ganz "normal". Denn "Der Islam gehört zu Deutschland". Die unterschiedlichen Christen offensichtlich nicht.