Ausgesprochen gute Entwicklung
Hallo Zusammen,
das Umsatzwachstum unserer Industriebetriebe geht dies Jahr weit über die bundesweite Schätzung von 3-4 % hinaus (vereinzelt bis zu 20% Wachstum bei Chemie/Stahlverarbeitung, aber jüngst enorme Vetriebsanstrengungen wegen der Nachverhandlungen/Preisanpassungen/Liefervezögerungen). Aufgrund der Spendierlaune der Banken herrscht aber eine hervorragende Kreditversorgung und Liquiditätssituation.
Die kleineren Einzelhandelsbetriebe leiden mal mehr, mal weniger. Ihre Insolvenzen haben volkswirtschaftlich gesehen abe leider keinerlei Bedeutung. Denn genausoschnell wie Friseur A wegen fehlender Zugangsvoraussetzung zu Staatshilfen (oder schon vorher mieser Umsatz-/Ertragslage) zu macht, eröffnet Friseur B im Anschluss wieder mit 08/15 Gründerkreditanträgen oder gleich aus der eigene Tasche. Dasselbe gilt für Gastro und Einzelhandel der Innenstädte. Es sind eben sehr geringe Anlaufinvestitionen nötig.
Die Hilfen sind schon gewaltig und die KfW-Notkredite verschieben die Liquiditätsengpässe bei vielen Betrieben in weite Ferne. Die meisten Innenstadtbetriebe in den kleineren Ortschaften leiden aufgrund der Überbrückungshilfen in Wahrheit aktuell gar nicht. Alles nur mediales tam tam und social sadness.
Im Gastronomiebereich liegt bei vielen mehr Patte auf den Konten, als es in früheren Jahren der Fall war. Auch weil sich alle ausgabentechnisch zusammenreißen. Hab da selbst einen düsseldorfer Freund, der seine Mitarbeiter seit November in (aufgestockter) Kurzarbeit gesteckt hat, 140 TEUR für Nov/Dez-Hilfe vereinnahmt ((noch nicht alles da, Vorjahren rappelvoll mit Weihnachtsfeiern / Saalbetrieb), 140 TEUR 1%-Tarif-KfW-Nothilfekredit bereits im Mai (auf einfacher 12 Monatsvorschau) mit 10 Jahren Laufzeit und zwei tilfungsfreien Jahren und nun mit Fixkosten deckenden Überbrückungshilfen bis Jahresmitte zugeschissen wird. Kommt gerade vor Lachen nicht in den Schlaf. Und die nächsten Hilfen rollen für die Gastrobranche bereits an.
BASF, Schäffler, VW, Rheinmetall's positive Stimmung zieht sich bundesweit durch die Wirtschaft. Bauwirtschaft sowieso. Da herrscht Panik wegen der neuen Fördermittel und zahlreichen Neuausschreibungen/Preisanpassungen/Nachträge/fehlenden Zeitfenster.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass die Industrie als nächstes in den Lockdown wandert, um einmal ordentlich zur Aufschuldung gezwungen zu werden bzw. mit Staatshilfen auf den Wachstumskurs der nächsten Jahre gebracht zu werden (Stichwort: Geförderte Abschreibung von Warenbeständen).
Herzlichst,
Ashitaka
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