Ich muss noch einen Fehler eingestehen!
Hallo Olivia,
ich habe hier auf dem Forum einmal vorausgesagt, dass Trump eine zweite Amtszeit bekommen würde. Das tat ich nicht, weil ich ihn mochte oder ihm das wünschte, sondern aus zyklischen Überlegungen heraus. Was ich am Ausgang der Wahl nun selbst gelernt habe, ist Folgendes: am Tag bzw. am Abend seiner Wahl waren die zyklischen Konstellationen für ihn extrem gut (deswegen die Voraussage des Sieges). Jedoch hätte ich die Zeitpunkte davor und danach gründlicher anschauen müssen, und da wären deutlich negative Einflüsse sichtbar gewesen. Ich habe außerdem falsch gewichtet: bezogen auf einen etwa 84jährigen Zyklus entsprach der Fake-Sieg der Demokraten 2020 dem Sieg Roosevelts 1936 und dem Sieg 1852 von Pierce. Beide führten damals zu überragenden Mehrheiten bei den DEMons. Ich habe also falsch abgewogen: die punktuell durchaus günstigen Konstellationen am Abend der Wahl können nicht die dominanten und übergreifenden Zyklen aushebeln.
Wenn man sich eine Vorstellung vom Verlauf der Präsidentschaft BIDEN machen möchte, kann man sich (den 84jährigen Entsprechungen folgend) durchaus die Präsidentschaft PIERCE ansehen. Bitte beachten, dass sie ausgesprochen 'schwach' war, dass der Vizepräsident starb, und sie letztlich für PIERCE im Suff endete.
Durchaus kann man auch die zweite Amtsperiode von Roosevelt für einen Vergleich mit BIDEN heranziehen, wobei man aber ehrlich sein sollte: in diesen Jahren ist Roosevelt nämlich immer nur gegen Widerstände gelaufen und man hat seinen (an sich sinnvollen) New Deal kassieren wollen. Letztlich lief es darauf hinaus, dass der New Deal scheiterte - und man hat deswegen (!!) den Krieg gegen Japan und gegen Deutschland als Booster für die Wirtschaft sowie zum Ausbau der geopolitischen Optionen genutzt. Ähnlich wird auch am Ende der Amtszeit BIDEN wieder ein Krieg sich abzeichnen, diesmal aber (auch!) nach innen gewendet - wie eben 160/170 Jahre zuvor (übergeordnet und vergleichbar einer Sinuskurve findet hier ein Wechsel der Polarität statt).
Du schreibst:
Es war/wäre aber meine Hoffnung. Die Hoffnung, dass Teile unserer Kultur erhalten bleiben und dass "das Böse" nicht alles zerstört, was die Menschheit unter Schmerzen geschaffen hat.
Wie das ausgeht? Ich weiß es nicht! Aber ich weiß, dass ich nach der Wahl von Trump (die ich für unmöglich hielt) zum ersten Male wieder Hoffnung bekam.
Diese Hoffnung werden bei der Wahl 2020 sehr viele Menschen gehabt haben. Deshalb haben sie ihn gewählt, trotz seiner Fehler.
Das ist es ja, das Einzige, was ich TRUMP positiv anzurechnen bereit bin: dass er so starke Hoffnung mobilisiert hat. Er war allerdings nicht fähig, das einzulösen, und das nicht nur, weil seine Gegner zu stark waren ...
Ich gehe insofern mit Mephistopheles konform, als auch ich einen Oktavian voraussagen kann: der steht geschichtlich zwingend auf dem Plan! Allerdings ist diese Figur mir gleichzeitig komplett unsympathisch, weil (1) im seinem Vorfeld, wenn das Chaos sich ausbreitet, schreckliche Dinge geschehen werden, weil (2) sein Kampf und Sieg ebenfalls grausam sein werden, und weil (3) die neue Ordnung, die er errichten wird, niemandem (außer einer kleinen Elite) schmecken wird. Das liegt dann aber nicht an der besonderen Stärke des Monarchen sondern an der besonderen Schwäche seiner Untertanen ...
Es wird dann Zeiten und Regionen geben, wo man Menschlichkeit verstecken muss, damit sie überhaupt noch bewahrt werden kann.
Herzliche Grüße, Weiner