Devisenreserven

Echo, Montag, 23.03.2020, 10:55 (vor 2148 Tagen) @ Sylvia1128 Views

In den letzten Wochen habe ich bei Interactive Brokers meine Euros in diverse andere Währungen getauscht (via FXCONV).

Das ist schonmal gar nicht so doof, da vermutlich kosteneffizient. Ich war mal bei einem IB Reseller und weiß dass es damals ein ziemliches Durcheinander war bezüglich Verrechnungskontowährung. FXCONV klingt aber sinnvoll. Bei im Nicht-EU-Ausland ansässigen Instituten könnte im Falle des Falles weder ein deutscher Haircut noch die deutsche Einlagensicherung greifen - andersherum aber ausländische Maßnahmen dich betreffen. Etwa so Dinge wie Negativzins.

Ein erster Schritt, aber langfristig hätte ich gerne echte Konten für meine Fremdwährungen.

Was ist schon echt? Am Ende ist Buchgeld immer eine Forderung gegenüber einen Dritten. Einzig Bitcoin und Co sind digitale Währungen ohne klassisches Counterparty-Risk.

So wie ich das verstanden habe sind meine Barbestände bei bei Interactive Brokers lediglich vom vom Einlagensicherungsgesetz gedeckt, egal ob es jetzt Euro, Dollar oder Yen sind. Das heißt im Worst Case nutzt es mir wenig, wenn ich z.B. Yen im Depot habe - alles was über 100.000 Euro ist wird trotzdem rasiert (und auch das nur unter der Voraussetzung, dass die Einlagensicherung überhaupt noch funktioniert).

Bei in D zugelassenen Banken und Brokern gelten die jeweiligen Einlagensicherungen. Bei manchen Wertpapieren ist dies sogar nur 90%.

Über 100000 kommt man sowieso kaum, weil man ja zu mehreren Instituten gehen kann. Ob verteilte Summen bei der Währungsreform geschont bleiben, ist offen. Dank Steuer-ID kann man leicht alles zusammenfassen.

Ein weiteres Problem das hier entsteht ist: Wie viel sind die Fremdwährungen denn zum Zeitpunkt der Bankenpleite noch wert? Im Falle einer Hyperinflation sieht man alt aus.

Wie und wo habt ihr eure Fremdwährungskonten angelegt?

Festgelder bei Weltsparen. Dort sind einige Fremdwährungen vertreten. Man leiht dann einfach einer portugiesischen Schrottbank sein Geld und zählt einstweilen auf die Einlagensicherung. Gibt's auch als sogenanntes Flexgeld, man kann die Gelder mit Frist von 2 Wochen abziehen, muss dann aber auf die Zins verzichten.

Alternativ gibt es auch noch andere Broker. Bei Kraken z.B. kann man USD,EUR,CAD,JPY,GBP,CHF tauschen. Doch welche Währungen sind überhaupt sinnvoll? NOK und AUD sind massiv abgerauscht - Auch CAD ist eher ein rohstoffgedecktes Geld, was in der Krise mal mehr oder weniger riskant sein kann? Zur Beimischung habe ich tatsächlich etwas CHF, sowie USD - teilweise in Bar. Wirklich sicher ist keine Währung aber manche Länder sind zumindest einen ticken politisch unabhängiger.

Im Prinzip braucht man die Cashreserven ja lediglich, um nach der Deflation die Assets günstig einsammeln zu können.

Für eine eiserne Reserve böten sich übrigens Vreneli an :)


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