Warum wurden die Kriegsschulden der Alliierten (Staatspapiere) nicht …
Hallo WhiteEagle
Dazu
In den USA galt der Goldstandard in den 1920ern waehrend in Deutschland FIAT Geld vorherrschte.
Daher hatten wir dort eine Depression mit Deflation und in Deutschland eine Hyperinflation. Beides fuehrt im Ende zur Depression. Die Hyperinflation ist aus meiner Sicht aber verheerender.Lasse mich sehr gerne zu einer anderen Sichtweise bekehren
dottore z.B. in
Re: BTW: Kostolany war auch gegen einen Goldstandard. Seine Begründung: verfasst von dottore, 01.11.2000, 17:41
aus
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/search.php?search=Weimar+Inflation+Reparatione... Weimar+Inflation+Reparationen
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Der Goldstandard bis in die 70er Jahre hatte immense Nachteile und scheiterte.
( Mit div. Gründen, die ich aber nicht aus dem Ärmel schütteln kann ).
Gruß
ufi
Kostolany ist der bekannten (irrigen) Meinung, Gold sei an der großen Depression der 30er Jahre schuld gewesen. Der tatsächliche Ablauf:
1. GS (= Goldstandard) bis 1914. Dann gehen die kriegführenden Nationen davon ab, weil sie mehr Staatspapier in die ZBs reichen, um den Krieg zu finanzieren, die Deckung wurde gesprengt.
2. Nachkrieg: Die USA kriegen immer mehr Gold angedient (Zahlungen für Kriegsmaterial, Fluchtgold, feste Währung usw.), Sie besitzen 1920/22 schließlich ca. 70 % der Weltgoldreserven. Nach den GS-Regeln hätten sie gegen das Gold so viel zusätzliches Geld ausgeben müssen, dass sie noch und noch inflationiert hätten. Das schrieben die Regeln des Goldstandards implizit vor (Gold immer entlang der Deckung halten).
3. Was aber fehlte war der Z w a n g das umlaufende Geld - notfalls durch Nullzins - so auszuweiten, dass sich die Zahlungs- und damit Goldströme wieder umgekehrt hätten. Die Amis haben mit ihrer Politik der Neutralisierung der Wirkungen des Goldzuflusses die größte Schweinerei der Wirtschaftsgeschichte begangen. Stattdessen drehten sie den Geldhahn ab und drückten ihr Binnen-Preisniveau massiv.
4. Dann kam die Forderung vor allem ans Deutsche Reich, die Reparationen in Gold zu bezahlen. Schon Keynes, damals noch ein kluger Kopf erkannte sofort, dass dies ja nur gehen könne, wenn man D eine aktive Handelsbilanz zugestehen würde (How to pay for the War? - beste Schrift dazu), dies verhinderten vor allem die USA, und dann alle anderen Siegermächte. Damit war Deutschland hoffnungslos verloren - lange bevor Hitler kam.
5. 1926 ging England wieder zum GS in der alten Vorkriegsparität zurück. Resultat: Massive Wirtschaftskrise, weil man ja wieder die alte Golddeckung erzwingen wollte, Streiks, beinahe Volksaufstand.
6. Deutschland nahm nur Kredite auf (goldgedeckte Anleihen), um die Reparationen bezahlen zu können, die in Dawes- und Young-Plan festgeschrieben waren. Eine Zeitlang hat das funktioniert, und D hatte wieder einen GS. Zu einem Zahlungsverzicht waren die Siegermächte nicht bereit, weil sie dann ihre Staatstitelhalter hätten enteignen müssen.
7. Das Reich kam dennoch immer tiefer in die Krise. Gründe: 1. Gewerkschaftsmonopol, daher keine Marktlöhne, 2. 3500 Kartelle, daher zu hohe Monopolprämien, die der Markt nicht bezahlen konnte, weil die entsprechende Zusatzverschuldung nicht ging, weil wiederum der GS das verhindert. Dauerarbeitslosigkeit.
8. 1930 Reichstagsauflösung, weil das Budget wg. der Zuschüsse an die Arbeitslosen-Versicherungen nicht zu decken war. Die Weimarer Republik war ein finanzieller Saustall, lange vor Hitler und damit schaufelte sie tüchtig ihr eigenes Grab. Neuwahlen Im September, und die Nazis kamen mit einem Riesen-Sieg daher (wäre jede Partei gekommen, die gegen das Versailler Diktat - Reparationszahlungen - aufgetreten wäre).
9. Abzug der kurzfristigen Kredite seitens der ausländischen Gläubiger. Liquiditäts-Krise, dann ab Juli 1931 mit der Pleite der Danat-Bank der Beginn der großen Bankenkrise im Reich.
10. Einstellung der Zahlungen in Gold ans Ausland (woher Gold nehmen, wenn nicht stehlen?).
11. Wirtschaftskrise vom Feinsten. Immer mehr laufen über zu der Heilspartei, schließlich Berufung Hitlers zum Reichskanzler. Und der Rest ist bekannt.
12. Dies alles dem Gold oder der Goldwährung in die Schuhe zu schieben, ist krank und zeigt, dass Kostolany von wirtschaftlichen Zusammenhängen keinerlei Ahnung hatte.
Es lag nicht am Gold (es war nie zu knapp), sondern einzig und allein an der Goldneutralisierungschweinerei der Amis, und zusätzlich an der deutschen Wirtschaftsverfassung (Lohn- und Preismonopole). Und an der Tatsache, dass die Gläubiger nicht auf ihre Forderungen verzichten wollten, die bei sinkenden Preisen real immer schrecklicher wurden.
DAS waren die wahren Gründe des Desasters.
Ich habe über diesen Komplex jahrelang wissenschaftlich gearbeitet, und kenne mich da in allen Details bestens aus.
Grüß Gott!
d.
PS
Debitismus pur - bitte ebenfalls studieren:
https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=130630 Re: Gern! verfasst von dottore, 15.07.2002, 11:40
… gestrichen (hätte Weimar massiv entlastet)?
Weil die Titelhalter (normale Sparer, die schon durch den russischen Staatsbankrott durch Lenin schwerste Verluste hatten, vor allen die Franzosen, ebenfalls kleine Sparer) sonst die Streicher ihrer Forderungen (Regierungen an der Macht in den Siegerstaaten) zum Teufel gejagt hätten.
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Gruß - Ostfriese
