Wenn es denn sein muss, etwas finanzhistorischer Nachhilfeunterricht

Lobo, Dienstag, 18.07.2023, 11:27 (vor 966 Tagen) @ dito2859 Views
bearbeitet von Lobo, Dienstag, 18.07.2023, 11:31

Seit seiner Einführung am 1. Januar 1999 verlor der Euro gegenüber Gold mehr als 85 Prozent.
Dieser Satz - so dachte ich zumindest - brilliert durch Information, geschichtliche Relevanz und Klarheit.

Die Frage "Hättest du nicht wenigstens 1996/97 als Referenz nehmen können?" ist dagegen eindeutig unsinnig und bar jeder Logik.  Zumal der Chart ja auch da startet - (vornehmlich zu Analysezwecken).

Warum noch? Weil 1996/97 nichts von Bedeutung passierte! 
Dagegen war der 1. Januar 1999 mit der Einführung des Euros als Buchgeld einer der wichtigsten Tage in der deutschen Finanzgeschichte und sogar in weltweiter Betrachtung. 
Dies haben viele Deutsche bis heute nicht begriffen und auch Ende der 90er Jahre nicht, als sie es hinnahmen, nicht von der Regierung über ihre Haltung zur Einführung des neuen Geldes befragt zu werden, während dies in allen anderen beteiligten Ländern der Fall war. 

Neben dem 1. Januar 1999 ist auch der (10.) März 2000 ein herausragend wichtiges Datum, markiert er doch das Hoch der größten Aktienhausse der Weltgeschichte seit ihrem Start im Jahr 1982. 
Damals toppten Dax und Neuer Markt, letzterer verschwand, während die 8000 Dax-Punkte vom 10. März 2000 bis heute nicht übertroffen wurden, wenn man sich die Mühe macht, real zu denken und zu rechnen, also die Inflationsrate einbezieht oder den Dax in Gold statt in Euro ausdrückt.


[image]


Der Chart zeigt ganz simpel den Dax in Gold statt in Euro berechnet. Und da offenbart sich eindeutig eine miserable Performance deutscher Aktien im Vergleich zum Gold als traditionellem Wertspeicher seit nunmehr 24 Jahren.
An diesem negativen Dax-Langfrist-Trend konnte selbst die starke Korrektur des Goldpreises zwischen September 2011 und Dezember 2015 nichts ändern. 

In den nächsten 12 bis 18 Monaten wird der Chart weiter kräftig nach Süden rauschen, also der Dax gegenüber Gold ordentlich Federn lassen. Und das nicht nur, weil 2024 das 4-Jahrestief bei den Aktienmärkten fällig ist. 


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