Problem professioneller Tauschkreise (Bartening Agencies)
Ich meine damit nicht die Initiativen von Gutmenschen a la "tausche Rasenmähen" gegen "Kuchen backen", sondern die professionellen privat organisierten Agenturen, die Gewerbetreibenden zusätzlichen Umsatz versprechen.
Man kauft dort und verkauft dort seine Waren und Dienstleistungen teilweise oder zur Gänze in Tauscheinheiten (meist eins zu eins zur Landeswährung), die Agentur hält sich rechtlich raus und spielt nur den Vermittler, nimmt für jede Tauschbewegung eine Provision.
Was dann häufig passiert:
Ein Teil der Kunden nutzt dies zur zusätzlichen Auslastung, baut also mehr und mehr "Vermögen" auf (=Forderung gegenüber den Tauschkreismitgliedern), ein Teil der Kunden nutzt dies zur zusätzlichen Liquiditätsbeschaffung, baut also mehr und mehr Verbindlichkeiten auf.
Saldo Null. Es wird ja nur zwischen den Konten hin- und herbewegt.
Zeit für den Exitus:
Die Agentur löst sich auf und verkauft rechtmäßig nach seinen AGB "seine" Forderungen an den nächsten Tauschkreis, erklärt daraufhin die Insolvenz, womit diejenigen, die dort "Vermögen" aufgebaut haben, ihre Forderungen los sind. Insolvenzverfahren wird dann mangels Masse abgelehnt.
Als Kurator der Rheingold-Initiative war das eine interessante Erfahrung für mich, weil solche Bartening-Agenturen wohl das wirkliche Leben spiegeln.
Solche Bartening Agenturen haben ein reines Profit-Interesse, wobei m.E. das Provisionsgeschäft eher untergeordnet ist, dafür aber die abschließende Exit-Strategie hohe Profite verspricht.
Beim Rheingold gab es weder Provisionen noch die Möglichkeit einer solchen Exit-Strategie. Wir Rheingolder wollten das debitistische alte Geldsystem überwinden. Damit waren wir aus der Sicht dieser professionellen Bartening-Experten nicht "professionell" 
Da diese Agenturen darauf angewiesen sind, dass genausoviele in das System einspeisen wie andere entnehmen, braucht es Voll-Kaufleute, die es für sinnvoll erachten, Geld (=Forderungen) anzuhäufen, um des Anhäufens wegen. Sie waren glücklich, dass sie immer "mehr hatten".
Ist ja im Bankensystem des alten Geldes auch nicht anders. Die Leute arbeiten tatsächlich den ganzen Tag, um auf ihre Bankkonten noch mehr Geld schaufeln zu können. Im internationalen Handel waren wir Deutschen sogar mächtig stolz, als Exportweltmeister über Jahrzehnte die Größten im Anhäufen von Forderungen an das Ausland zu sein und hätten das gerne so ewig weiter gemacht (wenn entsprechend geringe Löhne und geringe Energiepreise das ermöglichen, jetzt könnte man dank hoher Energiepreise und steigender CO2-Abgaben dieses "Erfolgsmodell" nur durch weitere Absenkung der Einkommen erreichen)