Danke für den Beitrag. Ich denke, du hast in sehr vielem Recht.
Ganz speziell, was die Prägung betrifft, sprichst du einen wichtigen Punkt an. Ich merkte erst im Ausland, wie sehr ich westdeutsch geprägt bin. Man hat viele Kontakte, aber man "versteht" sich in bestimmten inneren Bereichen nicht, weil die Erfahrungen grundlegend anders sind.
Inneres "Verstehen" benötigt Zeit und gemeinsames Erleben. Das kann man auch bei Migranten sehen, die in ihre Heimat zurückkehren und die plötzlich entdecken, dass sie 2 Seelen haben.... 2 Sozialisationen. DAS dürfte inzwischen auch auf viele Ostdeutsche zutreffen.
Im Prinzip ist diese Erfahrungsbreite (in westlichen und in östlichen Systemen) für alle Deutschen eine Chance. SIE haben die Möglichkeit, zwischen den beiden Systemen zu vermitteln. Diese Möglichkeiten sollten sie wahrnehmen.
BEIDE Systeme haben Vorteile und Nachteile.
Was die Deutsch-Russen betrifft: Vielleicht sollte man sie einfach einmal ansprechen und einladen, sich gesellschaftlich zu engagieren.
Meine Tochter hat mir gestern mitgeteilt, dass sie in den Vorstand des Gremiums gewählt wurde, das derzeit einen Betriebsrat in der Firma aufbaut. Sie hätte sich alleine nicht getraut, daran teilzunehmen. Sie erzählte einer Kollegin, dass sie diese Vorbereitungen spannend findet und eigentlich auch gerne bei so etwas mitarbeiten würde. Die Kollegin hat sie dann ermuntert und unterstützt, dabei mitzumachen. Dass sie dann sofort in den Vorstand gewählt wurde, das hätte sie sicherlich nicht gedacht. Aber sie ist als zuverlässige, tüchtige Person bekannt und genießt offenbar Vertrauen. Dass sie aus Asien stammt und nicht gerade "ur-deutsch" aussieht, das wissen ja hier bereits einige. Und darüber, dass sie inzwischen alle Texte Korrektur liest, darüber mußte ich wirklich lachen. Sie kam mit 10 Jahren nach Europa und mit 11-12 Jahren nach Deutschland. Vorher lebten wir in Spanien..... kein Mensch kommt auf die Idee, dass sie nicht hier geboren ist. 
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