Was läuft hier hinter unserm Rücken? Oder sehe ich wieder einen Räuber hinter jedem Baum? Stichwort: Moldawien.

helmut-1, Siebenbürgen, Montag, 29.08.2022, 23:50 (vor 1271 Tagen)5089 Views
bearbeitet von helmut-1, Montag, 29.08.2022, 23:54

Da begann der Ukrainekonflikt im Februar dieses Jahres. Daraufhin gab es mehrere diplomatische Treffen. Unter anderem am 7.6.2022 mit Herrn Stoltenberg und dem rumänischen Präsidenten Johannis.

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Danach am 30.7.2022 mit Herrn Johannis und Frau Sandu, die Präsidentin der Republik Moldawien.

https://ibb.co/LNHMh5w

Natürlich wird man kaum darüber etwas erfahren, was da hinter verschlossenen Türen vereinbart wurde. Das nennt man „Diplomatie auf hoher Ebene“. Aber man kann die tangentialen Abläufe beobachten und sich dann einen Reim auf die Sache machen.

Was meine ich damit:

Ich bekomme die Info, dass man darauf wartet, bis die Russen in Odessa einmarschieren. Das ist auch absehbar, zumal die Russen ihr Streitkräfte auf ein Vielfaches erhöht haben. Die Ukrainer können diesen Krieg nicht gewinnen, sie können nur durch Vermeidung von Friedensgesprächen noch viele ihrer Landsleute dem Sensenmann übergeben.

Wenn das eintritt, so meine Info, dass sich die Russen in Odessa breitmachen, dann soll sich Transnistrien und Gagausien, wo anteilmäßig eine höhere russische Bevölkerung lebt, von der Moldaurepublik unabhängig machen und sich als eigenständig deklarieren. In welcher Form sie sich dann der russischen Föderation anschließem können, das kann ich nicht beurteilen, - das ist eine schwierige Frage des Völkerrechts.

https://ibb.co/XFMXLYY

Tritt dieser Fall aber ein, dann könnte es sein, dass die moldauische Präsidentin den großen Bruder in Rumänien um Beistand und Hilfe bittet, weil ihr Land in Gefahr ist, durch die Abspaltung. Hier ist die Konstellation etwas anders als bei der Ukraine.

In der Moldaurepublik leben derzeit ca. 2,5 Mio Menschen. Die Zahl ist seit mehreren Jahren stark am Fallen. Natürlich gibt es unterschiedliche Ethnien in der Moldaurepublik. Aber die Moldauer mit rumänischer Zuordnung sind im Stammland, wenn man das so bezeichnen kann, in dem man Transnistrien und Gagusien ausklammert, mit mehr als 80% dominant. In den genannten Bereichen Transnistrien und Gagausien drittelt sich die Ethnie in rumänische Moldauer, Russen und Ukrainer. Im Groben erklärt. In der Moldaurepublik sind die Russen und Ukrainer im einstelligen Bereich, also kaum relevant.

Aber sie kommen miteinander aus, Reibereien zwischen den Nationalitäten sind eher zweitrangig, und viele der Rumänen in der Moldaurepublik sprechen auch russisch. Nachdem diese Moldaurepublik aber geschichtlich zum ehemaligen Rumänien gehört hat, spricht man in Rumänien von den Moldauern immer als „Brüder“. Sie bekommen auch als moldauische Staatsbürger, sofern sie ihre rumänische Herkunft (Kultur, Sprache, etc.) nachweisen können, anstandslos einen Pass sowie Papiere der Republik Rumänien. Das hat bereits vielen eine Hintertür in die EU ermöglicht, insbesondere zur Arbeitsaufnahme.

Wenn also der Hilferuf nach Bukarest kommt, um den Landsleuten in der Moldaurepublik zu Hilfe zu kommen, dann könnte Rumänien einen Weg finden, um in die Moldaurepublik einzumarschieren. In der Geschichte hat es ja etliche Fälle gegeben, wo ein Land das andere um Hilfe gebeten hat, und dem wurde auch entsprochen. Selbst, wenn es nur ein Vorwand war.

Dann aber kann was ganz anderes passieren :

Man kann nun, was die NATO betrifft, einen Bündnisfall konstruieren. Schließlich ist ja das NATO-Mitglied Rumänien in einem militärischen Konflikt in einem anderen, also angrenzenden, Land.

Was könnte das Ziel dieser Aktion sein:

Transnistrien und Gagausien orientiert sich als russisch zugehörig, und das verbleibende Staatsgebiet der Republik Moldawien wird dem rumänischen Staatsgebiet einverleibt. Vielleicht gibts dann noch eine spezielle Art der Autonomie, aber es wird ein administrativer Landkreis Rumäniens. Dann würde ein alter Traum der Rumänen in Erfüllung gehen, dass Rumänien wieder zum „Großrumänien“ der alten Zeit wird.

Johannis wäre dann der Mann des Jahres, die derzeit gefährlichste Opposition der Regierung, „AUR“ (Alianta ptr. Unirea Romanilor = Allianz für die Vereinigung der Rumänen) würde dann bedeutenden Boden unter den Füßen verlieren, und Johannis selbst, der seit längerer Zeit an Ansehen verliert, bedingt durch die unpopulären Corona-Maßnahmen sowie durch die enormen Preissteigerungen durch den Ukrainekonflikt, würde wieder gestärkt ins Rennen für die nächste Präsidentschaft gehen.

Was aber würde das für uns in Siebenbürgen bedeuten:

Der Russe wird sich wohl kaum mit der NATO anlegen, das ist mit Sicherheit nicht sein Interesse. Also wird er sich mit der Sicherung der russischen Landsleute in Transnistrien und Gagusien begnügen und die Sache damit belassen.

Aber wir haben in Transsilvanien ein anderes Problem:

Hier leben viele Ungarnstämmige, neben den Rumänen. Viele sympathisieren mit Orban aus Ungarn, weil er eben ganz andere Maßnahmen im Interesse der ungarischen Bevölkerung erwirkt hat. Am deutlichsten war der Spritpreis.

Was passiert, wenn nun die Ungarn in Transsilvanien den Orban um Hilfe rufen? Sowohl Ungarn als auch Rumänien sind NATO-Mitglieder. Mit welchem Maß wird dann gemessen? Will man die politschen Karten in Europa umschreiben? Ich hätte als Österreicher, der in Rumänien lebt, nichts dagegen, wenn Transsilvanien ungarisch wird, aber unter bestimmten Voraussetzungen. Diese Voraussetzungen beziehen sich auf die Minderheitenrechte nach internationalem Standard, was Ungarn in der Zeit des Kommunismus niemals respektiert hat. Damit meine ich den damaligen Umgang mit den Minderheiten, wie z.B.den Deutschen in Fünfkirchen etc.

Aber die Sorge für das eigene resp. ihm anvertraute Volk wird bei Orban anders realisiert als in Rumänien. Stellt sich weiter die Frage, ob die Unterstützung für die Ukraine, von rumänischer Seite aus, auch die ehemals rumänischen Gebiete in der Ukraine im Fokus hat. Schließlich war die (derzeit ukrainische) Nordbukowina ein Teil Rumäniens, und die dort lebende rumänischstämmige Bevölkerung hat unter dem Diktat des nationalistischen Präsidenten mit Namen Zelensky zu leiden. Die Kinder dürfen ab der 5. Klasse nicht mehr in rumänischer Sprache unterrichtet werden. Nur eines der vielen Beispiele.

Wird da auch bereits ein Deal vereinbart? Oder muss Rumänien bezüglich der Ukraine den Mund halten, damit es die Option auf die Moldaurepublik realisieren kann? Was läuft da genau hinter den Kulissen?

Wir wissen es nicht und werden es auch nicht erfahren. Wir selbst haben uns diese Möglichkeit kaputt gemacht. Es gibt investigative Journalisten, die einen Einblick haben, der uns nicht zur Verfügung steht. Der letzte eklatante Effekt war Watergate, bei dem man die Journalisten hochgelobt hat. Danach gab es auch Aufklärer, aber die hat man mit ganz miesen Methoden mundtot gemacht und ihr Leben zerstört. Beispiel Assange. Ist jemand für Assange auf die Straße gegangen? Ich wüsste nicht. Daher geschieht es uns recht. Kein Journalist wird es heute mehr wagen, die Wahrheit zu publizieren. Morgen wäre er seinen Job los, und übermorgen wäre er im Knast. Auch ohne juristisch fundierte Anklage wäre sein Leben im Mülleimer gelandet.

Aus diesem Grunde, - lassen wir die Dinge auf uns zukommen, wir können sie nicht beeinflussen, weil wir zu blöd dafür sind. Wir sind die Schafe, die nun darauf warten, zur Schlachtbank geführt zu werden. Aber um das zu verschleiern, werden wir alle 4 Jahre dazu ermächtigt, ein Kreuzchen an der Stelle zu zeichnen, die man von uns blödem Volk erwartet.

Ich habe nun den Zenit in meinem Leben überschritten. Ich habe auch die Hoffnung aufgegeben, dass sich in diesem System jemals etwas bessert. Trotzdem danke ich meinem Herrgott, dass ich die Möglichkeit hatte, zu sehen, selbst zu erleben, und zu beobachten, wie ein schönes und freies Leben aussieht. Das war in den 70er Jahren. Es ist eine Errungenschaft des aktuellen Geschichtsunterrichts, der ohnehin bald breitflächig komplett abgeschafft wird, dass das die junge Bevölkerung nicht weiß, wie man damals gelebt hat, und deshalb nicht dafür auf die Staße gegehen wird.

Nimm mal den Hund an der Kette. Er ist glücklich, wenn er jeden Tag sein Fressen bekommt. Er himmelt seinen Herrn an, wenn der mit dem Napf und dem Wasser komt. Aber er weiß nicht, was das heißt, ohne Kette zu leben. Deshalb mein Fazit:

Ich bedaure euch, ihr lieben jungen Menschen. Aber ihr habt keine Ahnung davon, was euch durch die Politiker, die ihr selbst wählt, jedes Jahr gestohlen wird. Aber das steht Euch zu. Ganz einfach deshalb, weil ihr nicht zu Herren geboren wurdet, sondern zu Knechten.


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