Exzellent aufgearbeitet und beantwortet, danke dafür!

helmut-1, Siebenbürgen, Mittwoch, 03.08.2022, 13:19 (vor 7 Tagen) @ Radegast1531 Views
bearbeitet von helmut-1, Mittwoch, 03.08.2022, 13:28

Gibt nun einen Nachdenkbedarf für mich, aber Dein Kommentar ist in allen Punkten für mich schlüssig. Leider oftmals zu schlüssig, oder mehr als schlüssig.

Stellt sich die Frage, wie man dem entgegenwirken kann. Weil genau diese Frage habe ich nicht gestellt. Ja, ich kritisiere gerne, wo es etwas mit Recht zu kritisieren gibt. Aber Kritik ohne Alternative ist für mich nur die halbe Miete.

Ich denke, ich hab das schon einige Male hier erwähnt, was meine Schulzeit in Wien beinhaltet hat. Da gabs zum einen einen anderen Geschichtsunterricht (1) und auch meine Zeit in einem Konvikt (= Internat), dessen Direktor ein "Kämpfer für die Aufklärung" war (2).

1) Wir haben nicht einfach irgendwelche geschichtsträchtigen Zahlen auswendig lernen müssen, sondern die gravierenden Vorgänge in der Geschichte wurden analysiert. Dabei wurde generell zwischen Grund und Anlass eines Konfliktes oder Krieges unterschieden. Wir lernten also, dass man einander nicht deshalb jahrzehntelang bekämpft hatte, weil man da irgendjemanden aus dem Fenster in Prag geworfen hatte.

Das aber wurde auf alle Ereignisse umgelegt und so gehandhabt. Deshalb wurden wir als Österreicher auch dessen kundig, was der Vertrag von St. Germain in weiterer Folge für unser Land angerichtet hat und dass die vielen "Heil-Rufe" im März 1938 an der Ringstraße in Wien nicht von ungefähr kamen.

Insofern bin ich (vielleicht auch dadurch) in der Lage, die Entwicklung in der Ukraine beurteilen zu wollen und letztlich zu können.

2)Ich glaube, ich war damals 13 Jahre alt. Der Direktor hat uns in unserer Freizeit am Nachmitttag angeboten, an drei Zyklen von Filmvorführungen über das 3. Reich teilzunehmen. Manche sind dann zum Fussballspielen, ich habe mir das angesehen.

Es waren drei Zyklen mit insgesamt 6 Filmen zu jeweils dem selben Thema. England-Krieg, Frankreich-Krieg, Nordafrika, Spanien, Russland und noch eines, weiß gar nicht mehr, was. Das Ganze sah man einmal aus der Sicht der Nazi-Propaganda, einmal aus der Sicht der Propaganda der Alliierten, und einmal aus der Sicht der wenigen unabhängigen Kriegsberichterstatter, wie z.B. Rotes Kreuz usw.

Ich erinnere mich heute noch daran, wie mich das beeindruckt hat, wie man durch Propaganda ein und denselben Vorgang völlig konträr darstellen kann. Möglich war das eines der fundamentalen Erlebnisse, die mich dazu bringen, alles zu hinterfragen.

Mein Fazit:

Liegt es an der Schulbildung, bereits in jungen Jahren, dass man die "Befehlsempfänger" der Zukunft bereits vormanipuliert und auf diese Weise hörig macht? Schließlich wissen wir doch alle, wie man das Bildungssystem seit den 60er Jahren systematisch heruntergefahren und nachteilig verändert hat.

Oder kommen da noch andere Dinge dazu?

Was ebnet den Weg zum "gläubigen Staatsbürger"?


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