Ein flotter Gassenhauer, wie so oft aus der Hölle. ;-)

nereus, Freitag, 22.07.2022, 10:38 (vor 1292 Tagen) @ Mephistopheles4208 Views

Hallo Meph!

Du schreibst: Und plötzlich bricht das debitistische Paradies aus!
Es wird keinen geben, der Abgaben oder Steuern fordert.
Geld wird vollkommen wertlos werden, Kryptowährungen sowieso und plötzlich wird sich zeigen, dass der innere Wert von Gold NULL geworden ist.

Dein debitistisches Paradies ist unsinnig, weil es seine Voraussetzungen verwirft.
Ein System OHNE Schuldverhältnisse kann also niemals debitistisch sein. [[freude]]

Schuldverhältnisse kann es nur mit mehreren Individuen geben.
Ist deren Anzahl begrenzt, braucht man kein Geld und auch kein Gold, weil die Einhaltung der Regeln dann handgreiflich durchgesetzt wird.

Wird jedoch eine bestimmte Größe an Menschenmassen überschritten und das Beziehungsgeflecht macht solcherart Verhältnisse und Verträge erforderlich, dann wird auch wieder Geld entstehen und damit wird Gold automatisch an Wert gewinnen.

Es ist mir unverständlich, daß selbst Hardcore-Debitisten die einfachsten Zusammenhänge nicht verstehen (wollen).

Das begrenzte Gold ist das ultimative Wertaufbewahrungsmittel wenn die faulen Versprechen der Luftbuchungen offenbar werden.
Würden sich alle an die Verträge und eingegangen Versprechen halten, bräuchte man kein Gold.

Das Geld ist lediglich materialisiertes Zahlungsversprechen, dem alle möglichen Arten von Ansprüchen zugrunde liegen.
Wenn dieses Papier oder die Buchungssätze sich auflösen, weicht man auf etwas aus, was als wertvoll erachtet wird, aus welchem Grund auch immer.

Das ist so banal, das es schon fast peinlich ist, es jedes Mal neu erklären zu müssen.
Aber wenn man das Geld nur mit Tributzahlungen erklären will, kann man möglicherweise auch nicht die Dinge sehen, wie sie nun einmal sind.

Das debitistische Paradies ist also kein Neubeginn nach einem thermo-nuklearen Krieg, sondern der Glaube an die Ehrlichkeit der Menschen, die in Vertragsbeziehungen zueinander stehen.

Und genau daran wird sich zeigen, dass die Menschen Freiheit einfach nicht ertragen, darum werden sie sterben wie die Fliegen, nicht an der Atomexplosion, und auch nicht an der Strahlung, wie die Überlebenden von Tschernobyl beweisen, sondern eben an der Freiheit.

Auch hier mangelt es offenbar an Lebenserfahrung. [[freude]]

Wenn Bequemlichkeit die Freiheit aus dem Felde schlägt, dann wählen die Meisten die Bequemlichkeit. So sind wir nun einmal.

Wenn aber die sozialen Netze reißen, dann wird jeder sehen, wo er bleibt.
Dann wird der Drang nach persönlicher Freiheit (die dann auch nur der eigenen Versorgung/Besserstellung dient) mit Gewalt eingefordert oder ein neuer Clan sichert wiederum Versorgung und Sicherheit zu, wenn Gegenleistung erbracht wird.
Ob man das dann Cosa Nostra, Ndrangheta oder Bundesrepublik Deutschland nennt, ist Jacke wie Hose.
Das grundlegende Prinzip ist immer gleich.

Dann schlägt einmal mehr die Versorgungssicherheit die individuelle Freiheitsliebe, die genau genommen nur die leben, die ihre persönlichen Bedürfnisse auf ein Minimum herunter gefahren haben, im Wald wohnen und sich nur um sich selbst kümmern.

mfG
nereus


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