Szenen aus dem Leben: Sicherheitsdienst vorm Einwohnermeldeamt

tar ⌂, Gehinnom, Montag, 28.03.2022, 11:02 (vor 1414 Tagen)4469 Views
bearbeitet von tar, Montag, 28.03.2022, 11:12

Wie bereits erwähnt, muss ich meinen Personalausweis erneuern.

Dahingehend habe ich sämtliche politisch Verantwortlichen/Mitwirkenden/Parteibüros meines Wahlkreises/Kommune bzgl. der medizinisch nicht notwendigen Drangsalierung angeschrieben, woraufhin immerhin 3 Antworten kamen:

Landratsamt: ich könne persönlich anderer Auffassung sein, die Kommunen seien aber angehalten, § 6 Abs.3 der aktuellen Sächsischen Corona-Schutz-Verordnung nachzukommen.

Einwohnermeldeamt: ich könne die Briefwahl wahrnehmen oder persönlich an der Wahl teilnehmen, da dort die 3G-Regelungen entfallen, wobei ich bezweifle, dass man mir ohne gültigen Ausweis ein Wahldokument aushändigt.

Freie Wählergemeinschaft der Kommune: man bedankt sich für die offene Meinung und die Fragen, verweist auf die Nichtverantwortlichkeit der kommunalen Verwaltungen und gibt den Hinweis, sich laufenden Klagen anzuschließen.

Dahingehend hat ja das Bundesverfassungsgericht gerade entschieden, nicht zu entscheiden und diese Nichtentscheidungsentscheidung ist unanfechtbar. [[top]]

Derweil habe ich einen Termin gebucht (man kann ja nicht mehr einfach so hingehen, wo kämen wir denn dahin?), den ich gerade mit einem Pseudotestnachweis wahrgenommen habe.

Szenen wie aus einer Parallelwelt. Ein Herr beim Eingang hält mich auf und verlangt einen 3G-Nachweis, den ich mit den Worten aushändige "Was für ein Wahnsinn." Reaktion: "WAS HABEN SIE GESAGT?!" Ich: "Dass es Wahnsinn ist, wie man hier drangsaliert wird." Daraufhin explodierte dieser Herr und wollte mir den Einlass verwehren. Emotionen kochten leicht hoch, da er Zitat "wegen Leuten wie mir seit 2 Jahren keinerlei Veranstaltung mehr hätte abhalten können". Ich fragte, wieso er nach 2 Jahren immer noch mich und nicht die Politiker für diesen Irrsinn verantwortlich macht. Er brüllte mich weiter nieder.

Nach einem kurzen Hin und Her ließ er mich indes doch passieren und verwies noch auf die Maskenpflicht in einem vollkommen leeren Warteraum. Eine Diskussion kam nicht wirklich zustande, da er mir sogleich zu verstehen gab, was er von meinen geistigen Fähigkeiten hielt.

Im Einwohnermeldeamt selbst lief dann alles entspannt: freundliche Mitarbeiterin, die nochmals auf die Maske verweist und einem die Zeigefingerabdrücke abnimmt. Natürlich ein völlig normales Vorgehen für alle jene, die schon mal im Knast waren. Ich fragte sie abschließend, was das für ein Herr da draußen sei: "ein privater(!) Sicherheitsdienst".

Beim Gehen fragte ich den Herrn nach seinem Namen, der mir nicht ohne weiter abfällig und ausfallend zu werden, antworten konnte. Zwei Meter weiter treffe ich einen alten Bekannten, die Welt ist wieder in Ordnung.

Nun frage ich mich, inwiefern ein privater Sicherheitsdienst angemeldete Behördengänge und den Zugang zu öffentlichen Gebäuden überhaupt verweigern könnte. Meine Vermutung ist, dass das einfach nur hochgeladene Emotionen waren und ich halt herhalten musste, weswegen er dann nicht weiter darauf beharrte.

Mal sehen, ob ich nun in 1 Woche meinen vorläufigen Ausweis und in 3-4 Wochen meinen endgültigen Ausweis abholen kann oder ob mich der Herr dann vor Ort zwangsfestzusetzen gedenkt, weil man ganz Sachsen zum "HotSpot" definiert hat.

Zu Hülf...

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Gruß!™

Time is the school in which we learn,
Time is the fire in which we burn.


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