Russland als Exporteur veredelter Produkte - aber kein Handelsstopp angeordnet?
Hallo Sorrento!
Raffinerien können den proz. Anteil an Fertigdestillaten nicht beliebig switchen, hier gibt es technische Grenzen.
Der Grund für den starken Anstieg: Russland ist nicht nur Ursprung von etwas mehr als einem Drittel der deutschen Rohölimporte, sondern auch ein wichtiger Lieferant verarbeiteter Mineralölprodukte. 2019 wurde nach Daten von Eurostat im deutschen Straßenverkehr ein Endenergieverbrauch von etwas mehr als 33 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff verzeichnet. Im gleichen Jahr importierte Deutschland etwas weniger als 15 Millionen Tonnen Dieselkraftstoff. Davon stammt mit 4,8 Millionen Tonnen etwa ein Drittel aus Russland. In Relation zum Verbrauch im Straßenverkehr machten Dieselimporte aus Russland fast 15 Prozent aus
https://www.iwkoeln.de/presse/iw-nachrichten/deutschlands-abhaengigkeit-vom-russischen-...
Damit fehlen in Europa relativ gesehen Diesel und Heizöl im Moment tendenziell mehr als Leichtdestillat wie Benzin.
Okay, also Russland exportiert nicht nur Rohöl, sondern auch Diesel und Heizöl nach Deutschland. Für den Energiepreis reicht es ja grundsätzlich, wenn bereits geringe Mengen fehlen, um stark zu steigen. Nun haben wir aber doch auf Energieprodukte kein Embargo. Kaufen also die Händler nicht, weil sie Sorge haben, ihre importierten Produkte nicht verkaufen zu dürfen bzw. es gerade nicht gut ankommt (BP verkauft Rosneft)? Kann man das irgendwie verifizieren?
Beste Grüße Athen