Den Krieg verlieren, ohne einen Krieg zu führen

Miesepeter, Montag, 21.02.2022, 12:59 (vor 1446 Tagen) @ mh-ing4079 Views
bearbeitet von Miesepeter, Montag, 21.02.2022, 13:15

Die Russen/Chinesen können den Westen quasi an langem Arm aushungern lassen. Sie müssten nur etwas mehr die Sache verbreitern, um den Westen zu höheren Ausgaben, fallenden Kursen und weiteren Problemen zu zwingen. Das Rezept wäre dann ungefähr so:
- Die Verteuerung der Energie wird beibehalten und als Waffe genutzt. Bislang ist das von der EU selbstverschuldet, aber die Russen könnten hier einfach verknappen, teuer nachverhandeln wo neue Änderungen anstehen und schupps ist für Europa die Luft dünn. Italien hat ca. 450% Preissteigerung bei Energie, das wird die Lieferketten (Fliesen!) drastisch für die Baustellen treffen und deren Wachstum auf Null oder Minus setzen.

Ich subsummiere mal: Die Amerikaner machen einen Riesenwirbel in der Ukraine und bedrohen die russische Minderheit. Die Russen drohen mit deren Verteidigung, die Amerikaner machen noch mehr Wirbel. In der Folge schären sich die verängstigten Europäer um die Amerikaner, während die Preise für Kohlenwasserstoffe in die Höhe schiessen (Hauptexporteure/-profiteure: Russland, US-Arabia).
Good cop, bad cop gegen Europa, das ausgeblutet wird.

Aus Unz:

The current psyops is actually directed at Europe. The goal is to convince the Europeans that they need to strengthen and perpetuate Washington’s security umbrella (aka- NATO) to protect them from foreign enemies.
Second, Washington is trying to put a wedge between the EU and Russia in order to prevent greater economic integration that would inevitably lead to a massive free trade zone spanning Europe and Asia.

Die Chinesen werden also auch noch geschwächt......

Was wird Putin machen? Einmarschieren? RT spekuliert:

Scenario Three: Smile and wave
Ukraine is a toxic asset for the West. Large-scale aid is stolen and institutions remain corrupt. The country is not a supplier, but a consumer of security. Its NATO membership is counterproductive for the bloc due to unresolved conflicts and dubious contributions to common security. On the contrary, Ukraine is a source of numerous problems. Bailing it out is troublesome and costly.

If the West goes for it, then Ukraine will make NATO an even more unbalanced structure, in which the number of’'free-riders’ will grow...... Russia's relations with the West are not limited to Ukraine. Russia has many dimensions in which it can bargain with the West. The marginalisation of the Ukrainian agenda is quite possible, and even desirable. The rivalry between the US and China is likely to set the pace for global politics in the coming decades. It is advisable to avoid direct participation in this clash and make room for manoeuvre.

The Russian economy remains fragile and dependent on commodity markets. Overstraining it through war and sanctions is inappropriate. Breaking economic relations with the West is also counterproductive.

In this scenario, there is a partial de-escalation of the Ukrainian issue, although rivalry with the West remains. Moscow skilfully manages such rivalries, facilitating them where possible, and thereby overloading the West with toxic assets in the form of free-riders and fiery liberals. At the same time, it continues to play the game on all the fronts of the global agenda – from climate action to arms control.

Für den Westen sehe ich aktuell da die Chancen schlecht. Entscheidend für die USA/GB ist hier Deutschland. Wenn Deutschland gegen eigene Interessen die Russen bekämpft, hätte die Mächte gewonnen, weitert sich D aber gegen Russland, wird es spannend.

Deutschland wird den USA entgegenkommen wollen, viele zusätzliche Milliarden werden nach Washington und Kiev fliessen. Gleichzeitig wird Deutschland nicht alle Brücken zu Russland abbauen - dies wäre gleichbedeutend mit einem Blitzmorgenthau bei grösster Depression - das würde das System in Deutschland schnell zu Fall bringen. Während es für die radikale kreative Zerstörung Deutschlands in Deutschland selbst und den USA durchaus Fürsprecher geben dürfte, sieht das insgesamt, insbesondere auch auf europaischer Ebene, sicher anders aus. Ein derartiger Zusammenbruch ist nicht kontrollierbar, und daher für die Besitzer der Latifundien auch nicht wirklich wünschenswert - nichts streben sie mehr an als Kontrolle. Zudem läuft es doch prima für die Amerikaner wie auch die grünen Khmer in Europa, die Vasallen und Knechte kommen aus der vergeblichen Rückwärtsverteidigung ihrer Ansprüche und "Rechte" gar nicht mehr raus, warum sollten die Besitzer also ein massives Risiko eingehen, die Kontrolle über den Kontinent zu verlieren? Natürlich fürchten sie, dass ihre Kontrolle mittelfristig erodiert und arbeiten dem daher entgegen. Aber würde dies wirklich auch beinhalten, das System und damit ihre eigene Machtposition auf dem ganzen Kontinent zu zerstören?

Gruss,
mp


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