Kann man so sehen.

Naclador, Göttingen, Freitag, 05.11.2021, 10:55 (vor 1538 Tagen) @ Ulli Kersten1354 Views

Auch der Terminus "Great Reset" deutet ja an, dass ein kritischer Systemkollaps vermieden werden soll.

Und tatsächlich kann man mit guten Gründen die Meinung vertreten, dass nahezu jede Maßnahme gerechtfertigt ist, die einen Zusammenbruch des Weltwirtschaftssystems verhindert oder auch nur aufschiebt. Denn die Folgen eines plötzlichen Zusammenbruchs wären so katastrophal, dass die Coronakrise dagegen wie ein Kindergeburtstag aussehen würde.

Dennoch wird auch diese Krise wie viele andere zuvor von interessierten Kreisen zu deren maximalem Vorteil ausgenutzt. Man möge sich nicht einbilden, irgend jemandem, der über Macht verfügt, wäre hier am Gemeinwohl gelegen. Diese "Lösungsansätze", wie sie z.B. im "Lockstep"-Szenario der Rockefeller Foundation beschrieben werden, gilt es laut und heftig zu kritisieren, nicht weil wir lieber den Gameover hätten mit Milliarden Todesopfern, sondern weil wir uns nicht einreden lassen dürfen, die dystopischen Fantasien eines Klaus Schwab seien etwa alternativlos, denn das sind sie garantiert nicht. Es geht also nicht darum, OB man den Kollaps unserer Zivilisation verhindern bzw. verzögern sollte, sondern um das WIE.

Letztlich werden wir aber weder auf die eine noch auf die andere Weise das System unbegrenzt perpetuieren können, weil uns einerseits die Primärenergie dafür ausgeht (vgl. @el_mar und seine vielen hochkarätigen Quellen), andererseits die Komplexität der Probleme über den Kopf wächst (vgl. Joseph Tainter, "The Collapse of Complex Societies"), und weil uns drittens die Nachschuldner ausgehen.

Man sieht nach vorn sehr viel Tunnel und nur sehr wenig Licht. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt.

Gruß,
Naclador


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