Grundlagen der Wirtschaftsordnung nach Heller. Arbeitsteilung ist sicherlich nicht der Grund ...

heller, Donnerstag, 02.09.2021, 15:31 (vor 1598 Tagen) @ nereus1641 Views

Arbeitsteilung ist sicherlich nicht der Grund, warum sich eine Friseurin kein Wohnung kaufen kann.
Es geht um Zeit und wie man sie als Gesellschaft (also VOLKSWIRTSCHAFTLICH !!) sinnvoll verbringt.
1) Für das Verbringen von Zeit gibt es in Deutschland kein Ziel (also keine gemeinsame Vereinbarung über den Sinn der Veranstaltung Deutschland).

2) Jeder hat nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung. Einen Teil der Zeit kann man mit bezahlter Arbeit verbringen. Mit dem verdienten Geld kann man dann entweder Zigaretten kaufen (Konsum) oder Frisur pimpen lassen (auch Konsum) oder was zielführendes lernen (Investition) oder eine Wohnung kaufen (auch Investition).

3) Während man über den eigenen Konsum und eigene Investitionen selbst entscheiden kann, gibt es noch einen anderen gewichtigen Mitspieler, der immer mehr mitbestimmen will: Der Staat. Über die Steuern kann man leider nicht selbst entscheiden. Und über die Dinge, die der Staat ausgibt, auch nicht. Der Staat führt zum Beispiel Kriege und verkauft sie seinen Steuerzahlern als Investition in Sicherheit, oder baut einen Flughafen, damit der Boden darunter nicht nass wird, und verkauft das als Investition in die Zukunft (wie wahr!) etc. etc. Er pumpt das Geld der Steuerzahler vermehrt in Dinge, die weder Konsum noch Investition sind: z.B. Test-Kits für C. und Impfstoffe, Target-2-Konten u.v.a.

4) Während es früher möglich war, dass ein Dienstleister (z.B. Friseurin, Maurer, Ingenieur, Arzt, ...) in einer Stunde fast soviel verdiente, um sich ein gleichwertige Dienstleistung zu kaufen - als Installateur mit einem 8-Stunden-Tagesverdienst einen Blechner für 7 Stunden Arbeit an seinem Privathaus zahlen konnte, ist dieses Verhältnis heute statt bei 7/8 vielleicht bei 4/8 oder noch darunter.
Der Rest geht drauf für Steuern, Pflicht-Versicherungen, Auflagen, Genehmigungen, Anwälte, Polizeibewachung, ... (Mafia, GEZ_und Schornsteinfeger lass ich mal weg.)
Von den Steuern werden übrigens auch so Leute wie Kevin bezahlt...

5) Wenn wir nun annehmen, dass der Bau einer Wohnung tutto completto in einer hoch-arbeitsteiligen Gesellschaft 10.000 Arbeitsstunden benötigt (von der anteiligen Herstellung der Ziegel über den Baustahl und die Holzgewinnung bis zum Mauern und anstreichen), und wenn wir annehmen, dass ein dafür benötigter Handwerker im Verhältnis etwa so viel verdient wie ein Maurer, dann musste ein Maurer früher ca. 11.400 Arbeitsstunden für den Erwerb einer Wohnung schuften, also 8/7.
Heute, bei 8/4 muss derselbe Maurer 20.000 Arbeitstunden für dieselbe Wohnung (ohne das Grundstück!) knechten.
Diese Zahlen sind super grob geschätzt - nur mal um das Problem zu verdeutlichen.
Und die jeweiligen Arbeitsstunden sind ZUSÄTZLICH zum "normalen" Grundbedarf (Essen, Miete, Kleidung ...)
Bei 1800 Arbeitsstunden im Jahr sind das ne Menge Jahre. Wenn dann noch Kinder kommen, muss die Frau mitmalochen.

6) Wenn man die Situation als Gesellschaft verbessern will, sollte man sich als Gesellschaft Gedanken machen, was sinnvoll ist und was nicht.
Da es als Gesellschaft natürlichweise nicht einfach ist, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen, gibt es keine wirklich glückliche, effiziente Gesellschaft. Und wenn es je eine gab, dann kamen über kurz oder lang Nachbargesellschaften oder Teilmengen der Gesellschaft und haben in Waffen investiert und den Glücklichen das weggenommen, was sie sich aufgebaut hatten. Oder die Nachkommen haben vergessen, wie die Organisation einer glücklichen Gesellschaft funktioniert.

7) Daher gibt es für Deutschland keinen Sinn und kein Ziel - womit wir wieder bei Punkt 1) wären. Es schließt sich der Kreis!

8) Übrig geblieben sind nun Gesellschaften, in denen entweder der Staat wenig Steuern kriegt und die Bürger mehr oder weniger machen was sie wollen mit mehr oder weniger Effizienz. Oder in denen der Staat von seinen Einwohnern mächtig Steuern eintreibt und mehr oder weniger macht er will mit mehr oder weniger Effizienz.
Okay, hier habe ich nun etwas abgekürzt - habe keine Zeit mehr, weiterzuschreiben.
Auch keine Zeit mehr zum Korrektur lesen - verzeiht mir.

Soweit auf die Schnelle meine Erklärung warum die Sozialisten in der Regel schlau daherreden.

Wie heißt der schöne Spruch:
"Sozialisten sind Leute, die den Reicheren was nehmen und den Armen was geben - und von der Differenz ziemlich gut leben."

Genau!
In den vergangenen Jahrzehnten haben aber die wirklich Reichen allen anderen was weggenommen, was das Spiel für alle schwieriger macht... So mein Verdacht.
Vielleicht ist es aber auch nur die Verbohrtheit der Massen.


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