Ich lese das genau wie Du.
Moin heller,
damit ist das Paper bei weitem nicht so sensationell, wie es auf Telegram gefeiert wird, denn dass die Viruslast in der Nase bei Delta um Größenordnungen höher liegt als bei Alpha, wussten wir ja bereits.
Ein Absatz, den ich nicht gänzlich verstehe:
"Die neutralisierenden Antikörperspiegel nach der Impfung und zum Zeitpunkt der Diagnose waren bei den Fällen niedriger als bei den entsprechenden nicht infizierten Kontrollen."
"Es gab keine Korrelation zwischen den durch die Impfung induzierten neutralisierenden Antikörperspiegeln und der Viruslast oder der Entwicklung von Symptomen."Der erste Satz sagt: Die Leute mit niedrigeren Antikörperspiegeln werden eher infiziert.
Der zweite: Bei denen, die sich infizieren, kann man aber nicht sagen, ob sie Symptome kriegen oder viel oder wenig Viruslast produzieren.Sehe ich das richtig?
Beim ersten Satz wird nur eine Korrelation, aber keine Kausalität behauptet. Es ist zwar naheliegend zu folgern, dass Geimpfte mit geringem Antikörperspiegel sich eher infizieren, es wäre aber auch möglich, wenn auch unwahrscheinlich, dass der Antikörperspiegel durch die Infektion sinkt. Oder als dritte Möglichkeit: Niedriger Antikörpertiter und Infektion mit Delta sind beides Folgen eines schwachen Immunsystems, stehen aber in keinem kausalen Verhältnis zueinander.
Der zweite Satz verneint eine Korrelation zwischen Antikörpertiter und Symptomatik / Viruslast, also ja, Deine Interpretation ist richtig. Das ergibt auch Sinn, denn Delta konzentriert sich auf die Schleimhäute, und die Antikörper aus der Impfung finden sich im Wesentlichen im Blut. Also entweder killt Dein Immunsystem Delta direkt auf der Schleimhaut, oder eben nicht und Du wirst krank, aber darauf hat die Impfung keinen wesentlichen Einfluss.
Die Theorie von den geimpften Hyperspreadern ist jedenfalls durch nichts in diesem Paper belegt. Die spreaden nur genauso, wie jeder andere Deltainfizierte auch.