Nicht ganz einfache Analyse
Wir haben ja momentan mehrere Zustände: Voll Geimpfte, halb Geimpfte, Genesene, Ungeimpfte. Bei den Geimpften und Ungeimpften haben wir welche mit vorhergehender natürlicher Immunisierung, teils durch Test/Symptome bekannt, der größte Teil aber ohne Symptome und dies zu erkennen. Dann noch solche, die ungeimpft sind und keine Grundimmunität haben.
Wie alle diese Varianten auf eine neue Welle reagieren, wird nirgendwo erfasst. Die Statistiken trennen nur in geimpft und ungeimpft.
Ich gehe davon aus, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung natürlich immunisiert war, als die Impfkampagne begann. Es gibt keine Daten dazu, wie sich die zusätzliche Impfung mit der natürlichen Immunisierung verträgt. Als Pfizer und Co. ihre Studien machten, gab es noch Wenige mit durchgemachter Infektion, bzw. man hat die auszusortieren versucht. Irgendwo meine ich gelesen zu haben, dass die Impfung die natürliche, breitere Immunität spezifisch macht. Vanden Bossche hat gerade seine Thesen dargelegt: https://www.geertvandenbossche.org/post/c-19-pandemia-quo-vadis-homo-sapiens
Wenn die Zahlen des RKI stimmen, dann sind jetzt ca. 60 % voll geimpft, mit Schwerpunkt Ü60. Nimmt man an, dass jetzt auch mehr als 60 % (Junge und Mobile) des Rests natürlich immunisiert sind, dann wären nach formaler Sichtweise 84 % 'immun'. Mit diesen Daten könnte Deutschland alle Maßnahmen zurückfahren. Die restlichen 16 % füllen die Kliniken nicht.
Das ist aber nicht die Wahrheit. Die Zahl der Geimpften mit COVID-19 steigt rapide. Vermutlich haben wir inzwischen viel Zweitinfektionen. Weil man Geimpfte nicht mehr so eng testen muss, wie Ungeimpfte, sind die PCR-Positiven in der Regel symptomatisch, sie testen also, weil sie sich krank fühlen.
Die aktuelle Regelung soll natürlich Ungeimpfte in die Impfung treiben. Sie wird aber in der Pflege und in Kliniken nicht umgesetzt (die wissen, warum). Pflegekräfte, dort wo ich nachgefragt habe, testen sich immer noch regelmäßig per Schnelltest.