Die Kinder Evas

Mephistopheles, Mittwoch, 17.02.2021, 14:26 (vor 1780 Tagen) @ mh-ing2050 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Mittwoch, 17.02.2021, 14:55

Sehts doch einfach mal so:
Satan ist der Herr dieser Welt. (Eph 6,12)
Satan ist der Vater der Lüge (Joh 8,44)

Also müssen die Diener dieses Herren auch Lügen und sind verwoben darin, wie auch die meisten anderen Menschen ohnehin.

Es ist daher völlig absurd, sich eine lügenfreie, gerechte und gute Welt zu wünschen, da es diese per se nicht geben kann und wird, solange das Grundproblem da ist.

sind ja alle aus dem Samen Satans gemacht und von Geburt an Teil des Höllenreichs. Deswegen ja das Hokuspokus mit der Taufe und dem Weihwasserwedel und dass der Pfarrer den Täufling anhaucht und dabei spricht: Weiche, Satan aus diesem Kinde. Er betreibt also Exorzismus, bei jeder Taufe. Danach ist das Neugeborene sündenfrei und kann eingehen ins Himmelreich, sofern es nicht durch seinen freien Willen zukünftig weiter sündigt.
Jedoch, der Geist ist willig und das Fleisch ist schwach, deswegen hat die Kirche die Beichte eingeführt. Die ersten Christen wurden nämlich aus der Gemeinde ausgestoßen, wenn sie sich wieder versündigten. Aus diesem Grund empfingen die Schlaueren wie Kaiser Konstantin die Taufe erst dann, wenn sie ihr Ende nahen fühlten.

Und bei den ungetauften Kindern, die landeten ohne Federlesens in der Hölle. Da kennt die Kirche nix. Erst später, nach der Erfindung des Fegeefeuers, wurde der Limbus eingeführt, so dass die Kindlein jetzt nicht mehr auf ewig gebraten wurden, wenn sie es versäumt hatten rechtzeitig bei der Taufe anwesend zu sein.

Der Gerechtigkeit halber muss man aber sagen, dass die Kindstaufe eine spätere Erfindung ist. Früher wurden - wie eben der besagte Kaiser Konstantin - nur Erwachsene getauft.
Eine Chance auf den Limbus hatten aber nur die, die das Pech hatten, in ihrem Leben niemals etwas von der frohen Botschaft vernommen zu haben.
Wer sie aber gehört hatte und sich nicht umgehend taufen ließ,l der landete schnurstracks in der Hölle. Da kannten die Christen nix!
Deswegen auch die Missionarstätigkeit der Christen. Alles nur guter Wille! Man muss den Heiden wenigstens die Chance geben, die frohe Botschaft zu hören und sich ihr zu unterwerfen, bevor man sie massakriert. Natürlich nur diejenigen, die sich nicht taufen ließen.
So verfuhr noch Columbus.

Alles in allem natürlich eine recht beeindruckende Strategie.

Oblomow hat daher wohl vollkommen recht, wobei faktisch er das Lügen zur Tugend macht.
Falkenauge aber ist auch im Recht, da er dem Gewissen folgend das Ideal anstrebt, nämlich nicht zu lügen (wir werden dabei meist sogar rot im Gesicht, sofern wir nicht ganz abgestumpft sind). Es ist daher die Frage ob wir nach dem Ist-Stand leben oder uns am Ideal (welches aber nie erreicht werden kann hier auf Erden) orientieren.

Falsche Adresse! Nicht Oblomow, sondern die Kirche erhebt die Sünde zur Tugend. Man kann das ja beichten!
„Sündige tapfer, doch tapferer glaube und freue dich in Christus, der Herr ist über Sünde, Tod und Teufel.“ (Martin Luther)

Die religiöse Komponente der Welt, der Handelnden, der Aktionen und Geschehnisse wird leider vielfach zu wenig bedacht, spielt aber keine unwesentliche Rolle, weil die religiösen Ansichten Triebfedern im Handeln sind und vieles scheinbar Unerklärliche erst verständlich machen.

Gruß Mephistopheles


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