out-of-Africa...
...wird immer noch vehement vertreten, nämlich als Ursprung des "modernen" Menschen, homo sapiens, der vor etwa 60.000-100.000 Jahren Afrika ebenfalls verlassen und die ganze Welt erobert haben soll. Diese beiden Kategorien, homo bzw. homo sapiens werden in der öffentlichen Darstellung oft ein wenig vermischt, sind aber klar zu trennen. Hier geht es also um die Entstehung der Gattung homo vor 7 Millionen Jahren. In der traditionellen Sichtweise sollte der Mensch demnach (mindestens) zweimal, von Afrika ausgehend, die restliche Welt bevölkert haben.
Dennoch fällt auch neues Licht auf homo sapiens, denn man fragt sich, warum der Mensch erst von Europa nach Afrika gewandert sein soll, um sich dort weiterzuentwickeln und dann zurückzukehren und alle seine Artgenossen zu verdrängen. Auffällig ist ja auch, daß die Kultur anschließend nicht in Afrika aufblüht, sondern wiederum in Europa, während der schwarze Kontinent in einer Art Naturzustand verharrt - ein merkwürdiges Wechselspielchen. Plausibler wäre es, so betrachtet, daß der Mensch zweimal außerhalb von Afrika entstanden ist. Für die out-of-Africa-Theorie sind die neuen Erkenntnisse also keine gute Nachricht. Diese zweite Auswanderung ist allerdings eine Position, die zutiefst ideologisch besetzt ist, und man darf erwarten, daß sie mit äußerster Hartnäckigkeit verteidigt wird.