Midlife-Crisis

tar ⌂, Gehinnom, Montag, 16.03.2020, 21:45 (vor 2155 Tagen) @ Skeptiker1219 Views

Prima, hoffentlich bleibt das mit der Jobsicherheit bestehen.

Die Auslandspläne solltest du sofort wieder in Angriff nehmen. Offensichtlich hast du mental bereits eine Entscheidung dahingehend getroffen, hast jetzt aber Angst vor der eigenen Courage. Dabei würde dir so ein Schritt mMn. erhebliche Vorteile bringen. Und zwar sowohl persönlich wie auch beruflich. Und aktuell auch problemlos möglich da ungebunden.
Zumal du mit deinem Beruf ja jederzeit nach Deutschland zurückkommen könntest, dann aber mit internationaler Erfahrung.

Am besten wäre natürlich, wenn du das in Absprache mit deinem Arbeitgeber machen könntest.

Da ich Freiberufler bin, brauche ich da zum Glück niemanden fragen. Nach erneutem Beziehungs-Aus kam vor ein paar Monaten die Kurzschlussreaktion: einfach nur weg. Vor 15 Jahren wollte ich mal nach Neuseeland auswandern - habs wg. meiner Ex-Frau nicht getan. Mittlerweile hat sich die Welt stark verändert - sie steht Kopf. Da würde ich in Neuseeland ja wieder gerade stehen (höhö). Da ich aber noch nie groß im Ausland war (Flugangst) und schon gar nicht alleine, wollte ich mir erstmal eine spontane Auszeit gönnen und jetzt im April das 1. mal runterfliegen (Oje) und mir wenigstens das Land und die Leute erstmal anschauen, bevor ich ans Auswandern denke (was für Freiberufler ja auch nicht mehr so ohne Weiteres möglich ist). Alternativ wurde mir Australien genannt, aber auch dort gibt es offensichtlich nur noch Probleme. China fällt aus (keine Rechtssicherheit), an Thailand & Co. gefällt mir nichts, Japan fand ich früher mal interessant und die Schweiz/Österreich verlieren nach und nach auch ihren Reiz (Genfer Gegend fand ich hübsch). Bzgl. USA bin ich hin- und hergerissen (mir fielen da nur Illions oder Houston ein). Kanada vielleicht, wenn es weder kühl noch französisch-sprachig wäre. Die westlich geprägten Mittelmeergegenden (Südfrankreich, Toskana) wären ein Traum als Früh-Rentier, aber soweit bin ich noch lange nicht und bis es soweit ist, kann man dort ggf. auch nicht mehr leben. War auch schon am Überlegen bzgl. Tschechien (Prager Gegend) oder Polen. Wäre dann nicht ganz so weit weg von Sachsen, aber die Sprachbarriere ist immens.

Letztlich bin ich zur Auffassung gelangt, dass ich da wohl einer träumerischen Wunschvorstellung anhänge. Als wären die Frauen dort anders - das Leben paradiesisch. Denkste. Es kommt dann halt doch nicht drauf an, wo man ist, sondern mit wem - und einen kompletten Neustart von Null zu wagen, ist halt schon eine Hausnummer.

Aktuell muss ich eh abwarten, wie sich die Pandemie und die Reisebeschränkungen entwickeln. Dann heißt es, länger umherzureisen, zu sehen und zu fühlen, ob der Alleingang mir überhaupt liegt. Die Woche über Zuhause allein zu sein bin ich ja schon gewohnt, da ich überwiegend arbeite, mich mit Medien und Motorrad ablenke und aller paar Wochen doch mal noch Familie und Freunde sehen kann. Ganz wegzuziehen wäre aber eine ganz andere Geschichte.

Da steh' ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor :-D - ist das die berühmte Midlife-Crisis?

Die Musik wird weltweit gesehen in Zukunft immer weniger in Europa und damit auch nicht in Deutschland spielen, das scheint mir offensichtlich zu sein.

Ist das nicht seit '45 so? [[zwinker]]

Optionen:

a) auf der Sparkasse liegen lassen (Gefahr der Enteignung, Inflation durch Helikoptermaßnahmen (die Rufe nach Bürgergeld werden wieder lauter))


Jedenfalls nicht die ganze Summe. Maximal nur die vermeintlich abgesicherten 100.000,-, aber auch da wäre ich langsam vorsichtig.

Ja, irgendwie streuen.

Wie wäre es als Sofortmaßnahme zur Sicherheit mit einer Kontoeröffnung in der Schweiz und einen Teil des Geldes dort in Schweizer Franken parken?

Hatte da nicht erst kürzlich jemand Probleme, dass eine Schweizer Bank das Geld wg. mangelndem Nachweis sperrte und gibt es nicht auch Restriktionen, was Auslandsbuchungen angeht?

b) eine gut vermietete, denkmalgeschützte, halb-sanierte Villa erwerben und sich damit zusätzlich für eine halbe Million verschulden (mir zu riskant, da das eine Planung von 15 Jahren einschließt und wir nicht mal wissen, wie die Situation in 3 Monaten aussieht)


Entfällt, da du ins Ausland gehst, <img src=" /> welches Land hattest du da im Auge?

Aus obigen Überlegungen steht der Entschluss noch nicht fest. Es spricht vieles dafür, manches dagegen.

c) Indexfonds/Aktien/Anleihen (Null Erfahrung, bisher immer Bedenken wg. Steuerthematik, d.h. bleibt da überhaupt was über? aktuell ja Absturz, ggf. in ca. 4-16 Wochen günstig quer reinkaufen?)


Ja, irgendwann wird auch dieser Crash vorüber sein, falls nicht, siehe oben mit Licht aus usw.
OK, wenn man davon ausgeht, dass du noch 20 Jahre z. B. in einen Aktien-Sparplan (guter Fond, der weltweit anlegt z.B.) einzahlen und investiert bleiben wirst, könntest du jetzt schon mit monatlichen Einzahlungen anfangen. Das Tief erwischen sowieso nur die wenigsten, aber du hättest eventuell bereits jetzt schon, in den nächsten Monaten, den Vorteil des Low Average Effektes, also das verbilligte Kaufen. Aber wenn sich das mit dem Ausland konkretisiert, dann jetzt lieber die Kohle dort in eine selbstgenutzte Immobilie stecken. Aber nur wenn, es sich dabei noch um einigermaßen korrekte Preise handelt. Ich weiß, da fallen jetzt einige Gebiete raus <img src=" />

Eigene Immobilie auf alle Fälle - wenn ich mir mal richtig klar geworden bin, wo ich glücklich bin. Da spielt ja auch die Einnahmenseite eine Rolle. Also an sich kann ich ja überall sitzen, brauche nur eine gute Internetleitung und Kunden, die nichts gegen 100% remote-Arbeit haben oder halt ebenfalls dort in der Nähe sitzen.

d) Shorts (Null Erfahrung, scheint mir aktuell das sinnvollste, Ausstiegskriterium unklar)


Finger weg. Mit Long ist man in den letzten 70 Jahren, bei einem Anlagehorizont von min. 20 Jahren beim DAX, DOW und guten weltweit anlegenden Fonds immer im Plus gewesen. Alles andere ist Trading oder Zocken und bevor du das machen kannst, musst du von der Pike auf das für einige Jahre lernen und leiden, vor allen Dingen leiden.

Klar, ging auch um die aktuelle Situation. Es dürfte meines Erachtens die nächsten Wochen ja alles erstmal weiter fallen.

e) Rohstoffe (Null Erfahrung, Lagerungsproblematik)


Das gleiche Spiel. Auch hier brauchst du viel Erfahrung, um im Haifischbecken nicht von den großen Jungs gefressen zu werden. Ausnahme, physisches Gold und Silber. Da kannst du ruhig ein paar Unzen in ein sicheres Versteck legen. Aber nicht vordringlich als Anlage, sondern als Versicherung, wenn tatsächlich das Licht ausgeht.

f) Cryptos (bereits hoch investiert, crasht grade vermeintlich mit dem Rest - noch kein richtiger Crash, sondern alles "im Rahmen" mit erwarteter Erholung Ende April und Parabolkurve nach oben ab September - könnte aber auch panikartig komplett durchbrechen und dann entweder jahrelanges Aussitzen oder Totalverlust)


Neueste Prognose von André Tiedje:

https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-der-bitcoin-ist-nicht-coronaresident,8...

Da könnte man vielleicht jetzt einen kleinen Einstieg wagen. Demnach könnten wir aber auch noch einmal einen Preis von unter 1.000,- Dollar sehen.

Dann sollte man auf jeden Fall zumindest einen Bitcoin kaufen <img src=" />

Ich halte überhaupt nichts von Bitcoin (und dessen Ablegern) und bin bei XRP drin. Bei ~0,10 USD werde ich etwas nachlegen, wenns nicht direkt steil abwärts geht, denn ab 0,04 USD wird es gefährlich. Alles darüber wäre noch im hinnehmbaren Korrekturrahmen.

g) Nutten, Koks und Alkohol (noch ein paar Monate das Leben genießen)


Da würde ich aber noch etwas warten. Bist ja noch jung [[zwinker]]

Die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwie weiter geht, mit Reset oder ohne, würde ich ziemlich groß einschätzen.

Bin da auch noch optimistisch - da diese Entwicklung auch dafür sorgt, dass man wieder nach Kompetenzen schaut und nicht nach Geschlechter- & Migrantenquoten. D.h. dass sich die Quacksalber entlarven und dadurch hoffentlich vielen Wählern die Äugelein geöffnet werden.

Ich fasse zusammen:
- generell Selbstfindung, Reisen :-)
- innerhalb der nächsten Wochen: Guthaben verteilen (ggf. Auslandskonten), etwas physisches Silber/Gold zulegen
- in ein paar Wochen: Cryptos leicht nachlegen und beobachten
- in ein paar Monaten: Aktien/Fonds angehen (je nach allgemeiner Lage)

--
Gruß!™

Time is the school in which we learn,
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