Jetzt werden sicherlich gleich viele meine Ratschläge in der Luft zerreißen,

Skeptiker, Montag, 16.03.2020, 18:52 (vor 2155 Tagen) @ tar1186 Views
bearbeitet von Skeptiker, Montag, 16.03.2020, 18:57

aber das ist gut so und muss sogar so sein, um deinen Abschlusssatz direkt hier zu übernehmen, denn wir wissen tatsächlich nicht, was in diesen Zeiten genau kommen wird und jeder sieht es eben anders.

Aber mal davon ausgehend, dass die Lichter nicht ganz aus gehen:

Person: ich
- Sachse, Ende 30
- vollkommen ungebunden
- SAP-Berater (Einkommen aktuell nicht gefährdet)

Prima, hoffentlich bleibt das mit der Jobsicherheit bestehen.

Vermögen:
- Geld sammelt sich seit Jahren sinnfrei auf dem Konto an
- Hauskauf/-bau war geplant, aber da erneut single ist das bis auf weiteres völlig nebensächlich
- anstehender Umzug Ende Juni - der Plan, allein ins Ausland zu gehen, wurde vorerst abgebrochen (nicht nur wg. Corona, sondern wg. mangelnder Auslandserfahrung)

Die Auslandspläne solltest du sofort wieder in Angriff nehmen. Offensichtlich hast du mental bereits eine Entscheidung dahingehend getroffen, hast jetzt aber Angst vor der eigenen Courage. Dabei würde dir so ein Schritt mMn. erhebliche Vorteile bringen. Und zwar sowohl persönlich wie auch beruflich. Und aktuell auch problemlos möglich da ungebunden.
Zumal du mit deinem Beruf ja jederzeit nach Deutschland zurückkommen könntest, dann aber mit internationaler Erfahrung.

Am besten wäre natürlich, wenn du das in Absprache mit deinem Arbeitgeber machen könntest.

Die Musik wird weltweit gesehen in Zukunft immer weniger in Europa und damit auch nicht in Deutschland spielen, das scheint mir offensichtlich zu sein.


Optionen:

a) auf der Sparkasse liegen lassen (Gefahr der Enteignung, Inflation durch Helikoptermaßnahmen (die Rufe nach Bürgergeld werden wieder lauter))

Jedenfalls nicht die ganze Summe. Maximal nur die vermeintlich abgesicherten 100.000,-, aber auch da wäre ich langsam vorsichtig.

Wie wäre es als Sofortmaßnahme zur Sicherheit mit einer Kontoeröffnung in der Schweiz und einen Teil des Geldes dort in Schweizer Franken parken?

b) eine gut vermietete, denkmalgeschützte, halb-sanierte Villa erwerben und sich damit zusätzlich für eine halbe Million verschulden (mir zu riskant, da das eine Planung von 15 Jahren einschließt und wir nicht mal wissen, wie die Situation in 3 Monaten aussieht)

Entfällt, da du ins Ausland gehst, <img src=" /> welches Land hattest du da im Auge?

c) Indexfonds/Aktien/Anleihen (Null Erfahrung, bisher immer Bedenken wg. Steuerthematik, d.h. bleibt da überhaupt was über? aktuell ja Absturz, ggf. in ca. 4-16 Wochen günstig quer reinkaufen?)

Ja, irgendwann wird auch dieser Crash vorüber sein, falls nicht, siehe oben mit Licht aus usw.
OK, wenn man davon ausgeht, dass du noch 20 Jahre z. B. in einen Aktien-Sparplan (guter Fond, der weltweit anlegt z.B.) einzahlen und investiert bleiben wirst, könntest du jetzt schon mit monatlichen Einzahlungen anfangen. Das Tief erwischen sowieso nur die wenigsten, aber du hättest eventuell bereits jetzt schon, in den nächsten Monaten, den Vorteil des Low Average Effektes, also das verbilligte Kaufen. Aber wenn sich das mit dem Ausland konkretisiert, dann jetzt lieber die Kohle dort in eine selbstgenutzte Immobilie stecken. Aber nur wenn, es sich dabei noch um einigermaßen korrekte Preise handelt. Ich weiß, da fallen jetzt einige Gebiete raus <img src=" />

d) Shorts (Null Erfahrung, scheint mir aktuell das sinnvollste, Ausstiegskriterium unklar)

Finger weg. Mit Long ist man in den letzten 70 Jahren, bei einem Anlagehorizont von min. 20 Jahren beim DAX, DOW und guten weltweit anlegenden Fonds immer im Plus gewesen. Alles andere ist Trading oder Zocken und bevor du das machen kannst, musst du von der Pike auf das für einige Jahre lernen und leiden, vor allen Dingen leiden.

e) Rohstoffe (Null Erfahrung, Lagerungsproblematik)

Das gleiche Spiel. Auch hier brauchst du viel Erfahrung, um im Haifischbecken nicht von den großen Jungs gefressen zu werden. Ausnahme, physisches Gold und Silber. Da kannst du ruhig ein paar Unzen in ein sicheres Versteck legen. Aber nicht vordringlich als Anlage, sondern als Versicherung, wenn tatsächlich das Licht ausgeht.

f) Cryptos (bereits hoch investiert, crasht grade vermeintlich mit dem Rest - noch kein richtiger Crash, sondern alles "im Rahmen" mit erwarteter Erholung Ende April und Parabolkurve nach oben ab September - könnte aber auch panikartig komplett durchbrechen und dann entweder jahrelanges Aussitzen oder Totalverlust)

Neueste Prognose von André Tiedje:

https://www.godmode-trader.de/artikel/ew-analyse-der-bitcoin-ist-nicht-coronaresident,8...

Da könnte man vielleicht jetzt einen kleinen Einstieg wagen. Demnach könnten wir aber auch noch einmal einen Preis von unter 1.000,- Dollar sehen.

Dann sollte man auf jeden Fall zumindest einen Bitcoin kaufen <img src=" />

g) Nutten, Koks und Alkohol (noch ein paar Monate das Leben genießen)

Nach dem Spruch von dem berühmten Nordirischen Fußballer George Best <img src=" />

Auf die Frage eines Reporters, wo denn sein ganzes, vieles Geld geblieben sei, antwortete er:
Die eine Hälfte habe ich für Autos, schöne Frauen und Alkohol ausgegeben und die andere Hälfte habe ich sinnlos verprasst. [[applaus]] [[freude]] [[zwinker]]

Aber das ist gut so und muss sogar so sein.

Da würde ich aber noch etwas warten. Bist ja noch jung [[zwinker]]

Die Wahrscheinlichkeit, dass es irgendwie weiter geht, mit Reset oder ohne, würde ich ziemlich groß einschätzen.

Skeptiker


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