"Ehrgeizige junge Leute wählten die Sklavenkarriere (sic!), die so unsicher sie …

Ostfriese, Freitag, 25.09.2026, 17:50 (vor 8 Stunden, 1 Minuten) @ Brutus434 Views

Das

Leibeigene Sklaven!
Kein Unterschied - nicht der Geringste!

ist historisch nicht so sicher, wie dottore, mit Verweis auf Paul Veyne in: Die Römische Gesellschaft, München 1995, zeigt.

https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=89424 Re: Nochmal Ignaz Walter, Debitismus, Selbstversklavung verfasst von dottore, 02.11.2001, 12:07

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Eine logische Basis des Debitismus ist, so wie ich die Sache verstehe, die Annahme, daß

«alles Wirtschaften nicht freiwillig, sondern nur unter dem Druck von Schulden» erfolgt.

So ist es, und Prof. Ignaz Walter darf als Beispiel dienen:

"OK! 3 Wochen lang; möglicherweise auch 5! Aber irgendwann wird Nichtstun jedem langweilig! Ich kenne einen Bauunternehmer in Augsburg. Der hat sein Geschäft verkauft. Daraufhin hat er eine Weile Verwandte und Bekannte besucht und dann, als ihm das langweilig wurde, ein bekanntes Mathematik-Buch geschrieben, das er im Zuge der Nachhilfe für seinen Sohn, der das
Gymnasium besuchte, entwickelt hatte. Irgendwann aber war er auch damit fertig und entschloß sich, wieder 'etwas zu tun'. Er ist heute einer der größten Bauunternehmer Deutschlands ..."

Erstens: Nachdem Walter sein Geschäft verkauft hatte, stand ihm der Kaufpreis zu. Den hat er mit Sicherheit angelegt, um davon zu leben. Er war also Gläubiger und andere waren Schuldner, die für das Geld, das sie also direkt oder indirekt Walter schuldig waren, arbeiten mussten.

Die Tatsache, dass es Gläubiger gibt (und ergo Schuldner) ist die Bestätigung der debitistischen Sicht der heutigen Wirtschaft. Dass einzelne als Gläubiger durchaus nicht arbeiten müssen, ist selbstverständlich. Das bedeutet aber niemals, dass dann nicht andere unter Schuldendruck stehen und arbeiten müssen.

Dieser permanente Schuldendruck erklärt nicht nur das Phänomen des heute real zu erlebenden Wirtschaftens, er treibt es auch immer weiter vorwärts. Die SCHULDEN sind der Motor des Kapitalismus.

Ausnahmen sind Einzelhof- und Selbstversorgungswirtschaften (dort familieninterne Arbeitsteilung) bzw. Stammesgesellschaften.

Zweitens hat Walter heute mit seinem Baukonzern eine dicke Passivseite (von dort nicht bilanzierten Lohnzahlungsverpflichtungen ganz zu schweigen) und steht selbst unter immensem Schuldendruck. Ich habe mich lange darüber mit ihn unterhalten.

Das alles hat mit Sklaverei u.ä. nichts zu tun. In der Antike gab's sogar Selbstversklavung, um mit dem Kaufpreis, den man für den Verkauf seiner selbst erhalten hat, ein eigenes Geschäft zu eröffnen, was dem Sklaven in der Regel jederzeit offen stand, vgl. Paul Veyne in: Die Römische Gesellschaft, München 1995:

… war, dennoch ein Chance zum Fortkommen bot, anders als die freie Armut, die nur Aussicht auf den Ackerbau oder den Hungertod eröffnete."

Gruß

d.

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Gruß - Ostfriese

PS

https://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Veyne Paul Veyne (geboren 13. Juni 1930 in Aix-en-Provence; gestorben 29. September 2022 in Bédoin) war ein französischer Historiker, der auf das antike Rom spezialisiert war. Er hatte von 1975 bis 1998 den Lehrstuhl für Römische Geschichte am Collège de France inne und war dort anschließend Ehrenprofessor.


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