Trump spielt den Verrückten, ähnlich wie Richard Nixon, um als unberechenbar zu gelten
Es gibt eine Theorie aus den späten 1960er-Jahren, die US-Präsident Richard Nixon zu zweifelhaftem Ruhm verholfen hat: die sogenannte Madman-Theorie. Die Idee: Ein Staatschef gibt vor, unberechenbar zu sein, irrational – damit der Gegner nie sicher sein kann, wie weit er zu gehen bereit ist.
Wer es mit einem vermeintlich Verrückten zu tun bekommt, so das Kalkül, weicht eher zurück, als das Äußerste zu riskieren. Nixon versuchte es mit dieser „Wahnsinnstheorie“, wie er sie nannte, in Vietnam – und scheiterte.
Donald Trump hat die Theorie revitalisiert. „Der Madman des Kalten Krieges irrlichtert durch das 21. Jahrhundert“, schrieb der Kultur- und Medienwissenschaftler Tobias Nanz schon während Trumps erster Amtszeit. Neu ist das also nicht. Neu ist aber die Konsequenz, mit der Trump diese Idee im Krieg mit dem Iran offenbar zu operationalisieren versucht.
Seine verbale Kraftmeierei – vornehmlich auf Truth Social – steigerte sich von Post zu Post, bis sie apokalyptische....
https://www.handelsblatt.com/meinung/kommentare/editorial-der-gescheiterte-madman/10021...