In 200 Jahren :-)
Moin,
nach der letzten Runde hier im Forum muss ich das nochmal aufgreifen. Diese Frage, ob das alles nur Schwarzmalerei ist oder ob da nicht doch was dran sein könnte, lässt mich nicht los. Wenn man sich mal 200 Jahre in die Zukunft denkt, wie werden die Leute dann über uns reden? Ich glaube, die Antwort ist einfacher, als wir denken.
Die Sache ist die: Damals, in den 2020ern, haben eigentlich alle das Gleiche gesehen, sie sind nur von unterschiedlichen Seiten auf das Problem zugegangen. Der eine hat sich die Charts und die Future-Märkte angeschaut und ist aus allen Wolken gefallen, wie viel Papier auf wie wenig Metall gehandelt wurde. Ein reines Mathe-Problem. Der andere hat die Zentralbank-Bilanzen studiert und die Geldmenge M2 oder M3 verfolgt. Für ihn war es ein System-Problem. Und der Dritte hat auf die Politik geschaut, auf die Schulden, die gemacht wurden, als gäbe es kein Morgen. Für ihn war es ein politisches Problem.
Das Verrückte ist: Jeder von ihnen hatte recht. Jeder hatte sein eigenes Fachgebiet, sein eigenes Vokabular, seine eigene Art, die Welt zu erklären. Aber am Ende haben sie alle nur verschiedene Teile desselben großen Puzzles beschrieben. Der Charttechniker sah die Spannung im Markt, der Ökonom sah die Ursache im Geldsystem, und der Politikbeobachter sah den Motor, der das alles am Laufen hielt. Sie beackerten verschiedene Felder, aber die Ernte war immer dieselbe: Diese Rechnung geht nicht auf.
Und deshalb war die Frage "Kann das ewig so weitergehen?" eigentlich schon die Antwort. Wenn auf drei völlig unterschiedlichen Wegen – über die Mathematik des Marktes, die Logik des Geldes und die Realität der Politik – immer wieder dieselbe Wand auftaucht, dann führt die Fahrt nur in eine Richtung: Geradeaus auf diese Wand zu. Die eine Richtung war immer die der geringsten Realität. Mehr Schulden, mehr Geld, mehr Versprechen, bei immer weniger echter Deckung dahinter.
Aus der Zukunft betrachtet wird man das nicht als komplizierte Verschwörung sehen, sondern als einfache Logik. Man wird sagen: Sie hatten alle recht. Sie haben nur unterschiedliche Zeiger auf derselben Uhr beschrieben. Und als der Zeiger für Silber die 100 markierte, war es für alle sichtbar, wie spät es wirklich war. Nicht die Stunde des Weltuntergangs, sondern die Stunde, in der die Rechnung präsentiert wurde, die sich über Jahrzehnte aufgebaut hatte.
Der Schritt, dann physisch zu gehen, war deshalb nicht paranoid. Es war nur die einzig logische Konsequenz, wenn man erkannt hatte, dass man in einem Bus sitzt, dessen Fahrer erklärt hat, er werde niemals anhalten oder bremsen, während die Straße vor ihm immer steiler bergab führt. Da steigt man aus. Nicht weil man hasst, wohin die Reise geht, sondern weil man einfach nicht am Ende dabei sein will.
In diesem Sinne, bleibt wachsam.