Siehe hier. (mT)
"Dass die Heizungen ausfallen könnten, ist allerdings nicht zu befürchten: Nach den Notfallplänen von Bundesnetzagentur und Bundesregierung wird bei einem ernsten Versorgungsengpass zuerst den industriellen Großverbraucher das Gas abgeklemmt. Private Verbraucher werden als besonders geschützte Kundengruppe stets weiter beliefert.
Eine Lieferunterbrechung für Industriekunden kann allerdings mittel- bis langfristig ebenfalls ernste Folgen haben: Der Ruf Deutschlands als Industriestandort ist bereits angeschlagen. Sollte sich der Eindruck einstellen, dass die Energieversorgung der Industrie nicht mehr gesichert ist, könnten das weitere Investoren vertreiben und die Schaffung neuer Arbeitsplätze verhindern."
"Warum die Bundesregierung im letzten Jahr bei Füllständen von fast 80 Prozent zum Gassparen aufgerufen habe und heute, bei fast 50 Prozent jedoch nicht, fragten Medienvertreter deshalb in der Bundespressekonferenz nach. „Anders als in den Vorjahren stehen uns jetzt die schwimmenden Flüssigkeitsterminals zur Verfügung“, erklärte die Regierungssprecherin: „Das heißt, die Flexibilität durch die LNG-Importe reduziert den Speicherbedarf zusätzlich.“
Völlig überzeugen kann der Verweis auf die LNG-Terminals jedoch nicht. Die „Initiative Energien Speichern e.V.“ (INES) der deutschen Gaswirtschaft hatte im November gewarnt, dass nach ihren Szenario-Rechnungen die deutschen Gasspeicher bereits Mitte Januar 2026 vollständig entleert wären.
In den Berechnungen dieses „Worst-Case-Szenarios“ gingen die Analysten davon aus, dass alle verfügbaren Flüssiggas-Terminals zu 100 Prozent ausgelastet werden. Damit liefern die neuen LNG-Häfen an den deutschen Küsten keine zusätzliche Versorgungssicherheit: Ihr Beitrag ist bereits eingepreist."
"INES-Chef Heinermann will dem nicht vorgreifen. Doch seine Einschätzung klingt vorsichtiger als die der Bundesregierung: „Wir sind vielleicht noch nicht über den Berg.“"