Ideologie und Macht...

FredMeyer, Mitten in der Karibik, Mittwoch, 11.10.2023, 07:51 (vor 882 Tagen) @ NST2349 Views

Die konzeptionelle Macht jedoch ist ihrem Wesen nach autokratisch und ignoriert alle Wahl-Prozeduren und die geschriebene Gesetzgebung.

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.... dürfte zu seiner Zeit entsprechend gebildet - ausgebildet worden sein. Deshalb war ihm das Konzept im Zitat sicher bekannt.

Dem entsprechend würde Stauffenberg wunderbar in unsere heutige Zeit passen und sich mit denjenigen gut verstehen, die sich wider besseren Wissens im Richteramt dem GG widersetzen.

Ich bin in einer Zeit aufgewachsen, da wurde Stauffenberg geradezu verklärt und bekam schlechte Schulnoten, wenn man den Namen nicht parat hatte. In der direkten Nachkriegszeit waren die Deutschen froh um jeden Strohhalm an denen sich sich klammern konnten, Stauffenberg kam gerade recht und die Historiker hatten noch nicht seine Feldpostbriefe aufgearbeitet.

Dass sich sein Klasse durch die Versailler Verträge betrogen gesehen hatte und sie Hitler folgten, war wohl seiner Jugend geschuldet.
In dem Moment, als er der Jugend entwachsen war, sah er klarer.

Ersteres lass ich gelten, letzteres ziehe ich aber schon in Zweifel. In seiner Jugend sah sich Stauffenberg schon als der Elite zugehörig, in dem er auch seine Abneigung zum Ausdruck brachte, den Parlamentarismus dem "gemeinen" Volk zugänglich zu machen. In der Zeit des Polenfeldzuges sollte man annehmen müssen, dass er eigentlich den Kinderschuhen entwachsen sei. Seine Verlautbarungen aus der Zeit legen aber nahe, dass er dem Antisemitismus unkritisch gegenüber stand. Seine Wendung hin zum Attentäter könnte man auch anders verstehen als die eigene Anerkennung des unrechten Tuns.

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Fred


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