Die Ukrainer zieht es nur auf den ersten Blick primär wegen unseres Sozialsystems zu uns ...

Plancius, Donnerstag, 17.08.2023, 16:43 (vor 930 Tagen) @ nereus3680 Views

Hallo @nereus,

selbstverständlich hat es sich auch in der Ukraine herumgesprochen, dass man wegen unseres Sozialstaats praktisch nicht nur risikolos nach Deutschland einwandern kann, sondern sein materielles Lebensniveau sogar im Vergleich zur Ukraine arbeits- und leistungslos anheben kann.

Nun sind aber die Ukrainer, genauso wie auch die Deutschen, in der Mehrheit keine Taugenichtse, sondern möchten sich durch eine gesellschaftlich anerkannte Tätigkeit denselben materiellen Wohlstand schaffen, wie die deutsche Mehrheitsgesellschaft. Wenn ich mir die Ukrainer in unserer mecklenburgisch Kleinstadt so anschaue, so sehen sie, in welche hübschen und gepflegten Häusern viele Deutsche wohnen, in der Garage steht ein neues Auto der gehobenen Mittelklasse, im Carport der gepflegte Kleinwagen der Frau und die Familie fährt 2 x pro Jahr in den Urlaub, davon mindestens eine Flugreise in ein warmes Land.

Und gleichzeitig merken sie, dass sie zusammen mit der sozial und gesellschaftlich abgehängten Unterschicht und den Rentnern im DDR-Plattenbau wohnen. Das nagt an den Ukrainern, wo doch viele von ihnen einer gesellschaftlich anerkannten, qualifizierten Tätigkeit im Heimatland nachgegangen sind. Und sie spüren, dass sie mindestens genauso leistungsfähig sind wie ihre deutschen Altersgenossen, die im angrenzenden schicken Eigenheim wohnen. Gleichzeitig registrieren sie, dass ihre Kinder den deutschen Kindern in unserem Bildungssystem haushoch überlegen sind und ca. 2 bis 3 Schuljahre voraus sind.

Und nun kommt die große Enttäuschung für sie. Sie nehmen einen Job an, etwas über Mindestlohnniveau - mehr ist wegen fehlender Deutschkenntnisse nicht drin - und stellen nach einem Monat fest, dass sie netto weniger als ihre ursprüngliche Sozialhilfe haben und auf einmal ein Berg von Rechnungen ins Haus flattert, von Miete, Strom, Gas, Müll, Hausmeister und weitere Nebenkosten, 40% Steuern und Sozialabgaben zahlen müssen, woraufhin sie von den anderen Ukrainern, u.a. auch einigen ukrainischen Taugenichtsen - ihrer Bezugs-Peer-Group - ausgelacht werden, weil sie mit Arbeit weniger haben als wenn sie den ganzen Tag auf der Couch liegen. Sie sinken nun im sozialen Status ihrer Peer Group, weil trotz Arbeit das materielle Lebensniveau abnimmt und daher kündigen sie nach 3 Monaten im Regelfall ihre Jobs.

Es ist unser Sozialsystem, das die Leute kaputt macht, auch die Vielzahl derer, die mit guten Absichten zu uns gekommen sind. Und weil viele von ihnen merken, dass mit ehrlicher Arbeit nie und nimmer der Wohlstand der saturierten Mehrheit der Deutschen zu schaffen ist, kommen eben auch etliche der guten Charaktere auf (kriminelle) Abwege oder tingeln durch Europa, um sich auf den dortigen Sozialämtern als Flüchtlinge zu registrieren und die Stütze mehrfach zu kassieren.

Wir brauchen wohl den Great Reset unseres Systems. Eine andere Lösung sehe ich nicht mehr.

Gruß Plancius

PS: Trotz all dieser Logik verstehe ich jedoch nicht, weshalb sich die Ukrainer im Ort ganz und gar nicht einbringen.

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER


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