Paul C. Martin - Die elende Quälerei: Statisches Denken ↔ Funktionales Denken

Ostfriese, Mittwoch, 15.03.2023, 20:26 (vor 401 Tagen)2630 Views

Abseits der vorherrschen Diskussionen auf dem Forum, die ich nicht stören möchte, erlaube ich mir, auf @neptun's und @helmut-1's Beiträge https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=632434 und https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=632437 in einem eigenen Faden zu antworten.

Hallo neptun, Hallo helmut-1

Ich versuche, Eure Fragen mithilfe Hans-Peter Dürr's Sätzen anzugehen:

Es gibt nur die Verbindungen zwischen den Dingen und nicht, wie man vorher geglaubt hatte, es gibt erstmal die Dinge, die Frage, was ist, was existiert und wo fängt man an. Und dann muss man noch hinzufügen, wie sind die in Beziehungen zueinander. Und jetzt sieht man, es gibt nur die Beziehung.

Am rechtwinkligen Dreieck gibt es zwei Katheten, eine Hypotenuse, zwei spitze Winkel und einen rechten Winkel.

Zwischen den Katheten, der Hypotenuse und den spitzen Winkeln wird erklärt:

Statisch … sin α = Gegenkathete : Hypotenuse ist für einen EINZELNEN Winkel α eine Dezimalzahl zwischen 0 und 1. Es geht um den EINZELNEN Winkel und dessen Sinuswert.

Funktional … Sin: α ↦ sin α ist eine Zuordnung (Beziehung, Relation, Funktion) zwischen JEDEM Winkel 0 < α < 90° und seinem Sinuswert. Wir betrachten ALLE Winkel und deren Sinuswerte mit den Beziehungen, die zwischen ihnen bestehen. Graphisch erhalten wir den Teil einer Sinuskurve.

Mit diesem Übergang des Denkens vom EINZELNEN zum GESAMTEN, dem Denken in relationalen und funktionalen Zusammenhängen, tun sich vielen Menschen - vor allem Schüler - sehr schwer.

Das Problem der Verwechslung in den Betrachtungen des EINZELNEN und ALLER tritt auch in Paul C. Martins Satz über den Grundirrtum aller ökonomischen Theorien auf:

Es darf niemals der einzelne Inhaber von Geld mit allen Inhabern von Geld verwechselt werden. Diese Verwechslung ist der Grundirrtum aller ökonomischen Deutungsversuche.

Real-Enzyklopädie (30): Der 'Zweck' des Geldes https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=136973

Durch die Einführung relationaler und funktionaler Zusammenhänge in Verbindung mit der Kategorie der Zeit haben Isaac Newton, Gottfried Wilhelm Leibniz bzw. Paul C. Martin - als Begründer der Differential- und Integralrechnung bzw. des Debitismus und der Machttheorie - das statische Denken überwunden und funktionale Sichtweisen in Abhängigkeit der Zeit eingeführt.

Paul C. Martin hatte immer wieder darauf hingewiesen, dass die Wirtschaft nur in ihrem zeitlichen Ablauf zu verstehen ist. Geld kann als staatlich garantiertes Schuldverhältnis, wie Elli in

https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=243116

ausführt, nur in der zeitlichen Abfolge von wie Geld entsteht, wozu es gebraucht wird und wie es wieder verschwindet betrachtet werden.

@Ashitakas Satz

Die Sicherheit, um einen Kredit zum Zweck des Kaufes von Staatsanleihen aufzunehmen, ist die Staatsanleihe, die erst noch gekauft werden muss.

ist völlig logisch und schlüssig, wenn wir uns entsprechend zu E. Barthels Ausführungen über die Polargeometrie das System von Grund auf immer wieder als zeitliches Insichzurücklaufen von Zukunft und Vergangenheit im Gegenwärtigen durchdenken und vorstellen.

Zwingherr, Vorfinanzierungsproblem, Geld, Abgabe und ... ein etwas längerer Beitrag zum Verständnis der ursächl. Problematik https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=315446

Weder mit verteidigenden Flacherdlern, noch mit raumfahrtbegeisterten Kugelerdlern lässt sich z.B. tiefsinnig über eine Krümmung bzw. Ungekrümmtheit des "Raum als solches" sinnieren. Egal ob man sich nun an der bildlich leicht vorstellbaren Kugel oder der Scheibe festhält, die beide Perspektiven vereinen könnenden bzw. auflösenden Gedanken über das von Ernst Barthel nachgewiesene Insichzurücklaufen des Raumes können der Jahrtausende alten Eingrenzungen/Programmierungen unseres Vorstellungsvermögens nur schwer zugelassen werden.

Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=566059

Ich behaupte gar, dass sich die hier immer wieder platzierten Fragen bzgl. einer Form unserer Erde (rund, eckig, flach, krumm, gerade?) in Luft auflösen, sobald man sich der Tatsache bewusstwird, dass die Welt immer nur im Geiste vergegenwärtigt (realisiert) wird, damit in ihrer Wirklichkeit zeit- und richtungslos ist (passt zum mathematisch einwandfreien Insichzurücklaufen der Welt nach Ernst Barthel).

Die Sünde https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=432892

Können wir die Wahrheiten des 'Mentalfaschismus' der durch die Machtsysteme mittels Sprache und Zeichen in Ohnmacht gehaltenen Untertanen überwinden? Natürlich ist Prof. Kösters' - seines Zeichens Professor am RWI Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, Ruhr-Universität Bochum - Aussage (Geld ist als Zwischentauschgut eine geniale Erfindung) vor dem Hintergrund des tauschtheoretischen Paradigmas von jetzt auf gleich der klassischen ökonomischen Lehre richtig. Paul C. Martin spricht - an @nereus gerichtet - von Machtlakaien wie Platon, Aristoteles, Bodinus, Grotius, Locke, Hobbes usw., die auf der Payroll der Zentralmacht stehen, um Rechtfertigungsversuche der Machtausübung zu liefern. Es scheint gewiss, dass uns alle Lehren über die Vergangenheit der Welt nur immer tiefer in eine nicht mehr Sinn ergebene Simulation ziehen.

Re: Der Mensch als 'Menschenfreund' - Wahrheit oder Irrlehre? – dottore https://archiv.dasgelbeforum.net/ewf2000/forum_entry.php?id=154141

Dazu @Ashitakas Aussage, um die es schlussendlich immer geht:

Falscher als falsch, das bleibt mir von Jean Baudrillard ewig im Ohr, kann das Festhalten an einer Erkenntnis nicht sein. Unsere Hinterfragung hingegen kann niemals falsch sein.

Illudere - Uns auf's Spiel setzen lernen! https://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=456266

In Stammesgemeinschaften als einem natürlichen Kollektiv diesseits der Dunbar Zahl lebt die Gemeinschaft nur im Verhältnis zur Naturgewalt in einer Position der Ohnmacht. In kulturellen/zivilisatorischen Gesellschaften als einem simulierten Kollektiv jenseits der Dunbar Zahl leben der Einzelne und die Gesamtheit wegen des Potenzialraubes durch den Zwingherrn aus Gründen des debitistischen Ablaufes immer in Positionen der Ohnmacht.

Die Unruhen (Renteneintrittsalter, Bauernproteste, Ukrainepolitik und Energiepreise, 'Justizreformen' in Polen, Ungarn, Israel usw.) sind Simulationen und werden m.E. keinen Erfolg haben. Die bevorstehenden Entwicklungen festigen nur die Zentralmacht - die Demokratien verlassen gerade den Wartestand.

Gruß - Ostfriese


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