Meine Erfahrungen mit Pedelec, Roller, Tesla. Vom hohen Ross unter kommen!

Echo, Freitag, 24.02.2023, 11:01 (vor 1110 Tagen) @ Rainer2998 Views
bearbeitet von Echo, Freitag, 24.02.2023, 11:45

Die "großen" Roller sind zwar billiger als deren E-Äquivalent, aber große Teile der Bevölkerung mit einfachem B Führerschein dürfen 125er Motorroller sowieso gar nicht so ohne weiteres fahren. Außerdem braucht ein 125er alle 2 Jahre die HU und AU. Vom Kurzstreckenverschleiß und Ölwechseln bei Benzinmotoren ganz zu schweigen. Der 45 km/h Eroller hat keins dieser Probleme, bringt jedoch neue mit sich (Batterieverschleiß und Ladung).

In der Praxis laufen manche 4PS E-Roller sogar bis zu 52km/h (entdrosselt sogar noch schneller) und kommen reale 80+ km weit, was hinreichend ist für regionale Fahrten bei gutem Wetter. In den Lastenroller kann ich außerdem genügend Einkäufe reinpacken. Preis nach Abzug der Förderung: ca. 2500€. Vorsicht: Ab Mitte der Batterie wird der E-Roller ggf. langsamer. Bei bergigen Gegenden merkt man das besonders. Manche Billig-Roller - insbesondere mit Bleibatterien - kommen Berge überhaupt nicht hoch. Lithium ist da schon besser, am besten mit modernem Batteriemanagementsystem. Im Winter bei kühlen Temperaturen schwächelt ein E-Roller leider etwas (ca 3-4 km/h weniger und kürzere Reichweite). Gut angezogen ist das kalte Wetter immerhin kein Problem für Menschen. Richtig gelesen: Auch bei 0°C war ich öfter mit "Cabrio" unterwegs. Was ich beim Roller nicht ganz so toll finde ist die fehlende Wendigkeit etc. Kein Vergleich zu einem leichten Fahrrad mit großen Rädern!

Damit kommen wir auch schon zum Geheimtipp: Gänzjährig auf Auto verzichten und Rad fahren wo immer es geht. So bleibt man fit und spart sich den Autoverschleiß und Parkplatzsucherei. Ein gutes Pedelec kostet ordentlich Geld, hat aber quasi keine Reichweitenangst und hält fit. Leider ist beim E-Rad öfter mal ein nerviger Kettentausch angesagt - soweit ich weiß spätestens nach 4000km. Ein Bosch Motor mit hohem Drehmoment ist aber echt geil, da hauts dich fast vom Sattel. Im Grunde braucht man als fitter Mensch aber keinen Elektromotor, der hilft einfach nur etwas zügiger und schweißfreier voranzukommen. Ab 27km/h setzt die Pedelec-Unterstützung jedoch aus.

Dank Förderprämie hat sich mein erster Roller binnen kurzer Zeit von selbst bezahlt gemacht, jetzt kam das Upgrade auf oben genanntes besseres Modell, weil: leider geil - man gönnt sich ja sonst nix. Ich kann es mir heute zum Glück leisten und es bindet als Roller auch nicht so viel Kapital wie eine E-Limousine. Die ich ebenfalls besitze, weil man dank Fördermittel und Konstellation am EU-Gebrauchtwagenmarkt die letzten Jahre quasi gratis Auto fahren konnte. Einige der Förderungen sollen mittelfristig jedoch abgeschafft werden, darunter die Umweltprämie für Eautos und die CO2 Quote für kleine Roller.

Das Tesla Basismodell (gabs zeitweise für 35000€ inkl Steuer!) habe ich mit gemütlicher Fahrt auf 400+ km Reichweite gebracht. Laden mit Solaranlage besonders lukrativ. Die Technik ist absolut alltagstauglich, aber man muss sich ein bisschen umstellen auf Langstrecke. Außerdem veraltet die Elektronik recht schnell. Weil die Kiste rund 300PS hat sind auch die Teile entsprechend teuer, also Fahrwerk/Reifen/... Der Tesla hat zudem einen Wendekreis wie ein Schiff. Deswegen lieber einen etwas kleineren Wagen, die oftmals dann aber auch deutlich weniger Reichweite bieten. Die technische Basis des VW e-UP ist nicht allzu modern und der Preis gleichzeitg immer mehr gestiegen, darum für mich keine Alternative mehr.

Weil es für mich derzeit wirtschaftlich sinnvoller ist, habe ich den Tesla nun gegen einen jungen kompakten Benzin-Japaner getauscht. Da ist so wenig dran dass auch nichts schlimmes kaputt gehen kann. Leider deutlich weniger Fahrkomfort weil mit Schaltgetriebe und einfachem Fahrwerk. Kein Spaßmobil, aber pragmatisch. Bin mit keinem von diesen Autos verheiratet - wenn sich was ergibt kann ich ja wieder wechseln. Was ich auch vermisse ist die Soundanlage, die in den meisten Teslas wirklich gelungen ist. Außerdem der Abstandstempomat, den alte Autos nicht haben. Dafür ab sofort 800km Reichweite und keine Angst mehr vor Neidkratzern oder selbstverschuldeten Schäden. Die meisten Defekte kann man mit etwas Mumm selber günstig reparieren. Die Steuer für den 1.0 Benzinmotor ist niedrig: 20€ p.a. weil Erstzulassung nach der Gesetzesnovelle lag. Wenn man bei Matschwetter raus möchte, mein Mittel der Wahl. Dann rosten die Neufahrzeuge nicht unnötig weg.

Was mir nicht nachhaltig gut gefallen hat sind die E-Scooter zum Stehen, die auf 20km/h gedrosselt sind. Da ist ein Fahrrad langfristig sinnvoller finde ich. Um in einer fremden Stadt schnell von A nach B zu kommen habe ich aber auch schon auf Leih-E-Scooter zurückgegfiffen und wie alle Elektromotoren gehen die beim Anfahren ganz gut ab.

Versicherung kann man nicht pauschal vergleichen, weil meistens individuelle Schadenfreiheitsklassen Anwendung finden. Die normale 35€ Rollerversicherung greift z.B. nicht wenn man für THG Quote berechtigt sein will.

Fazit: Elektromobilität kann in allen ihren Erscheinungsformen Spaß machen. Ob es sinnvoll und wirtschaftlich ist, muss jeder für sich selber entscheiden. Autos sind kein Selbstzweck.


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