Habe Elektroauto und Benziner
Meinen BMW I3 bekam ich im Juni 22.
Es gibt Vor- und Nachteile. Ein bisschen Modellabhängig. Bei viel weiten Strecken Akku grösser als 75 kw erforderlich. Bei 90% Nahverkehr reichen 30 bis 60 kw.
Mit zunehmenden Strompreisen und abnehmenden Benzinpreisen reduziert sich der Vorteilssaldo.
Vorteile:
*im Sommer hatte ich 12.6 kw Verbrauch x 0 25 Cents je kw plus etwas Ladeverluste= um die 4 Euro Stromkosten pro 100 km. (statt 6.5 Liter x 2.20 Euro)
* keine KFZ Steuer
* nur 0.25% private Versteuerung vom Bruttolistenpreis statt 1% beim Benziner
* letztes Jahr 350 Euro CO2 Erstattung kassiert
* Fährt sich schön leise/entspannt
* 2 bis 3 Stunden umsonst parken in grossen Städten mit Parkscheibe
* In Tourigebieten umsonst parken bei gleichzeitigem laden
Nachteil
* auf der Autobahn besser nur 110 bis 120 km. Sonst schrumpft die Reichweite rapide.
* Immer bisschen unterschwelligen Stress mit dem herannahenden Ladevorgang (wo, tut sie es, ist noch Säule frei, hat das Hotel noch Wallboxplatz frei?) und der Planung....Benziner hat rund 550 km Reichweite und Tankstellen an jeder Ecke.
* Mein Modell schafft 270 km bei 110 km/h. Aber 30% will ich Puffer. Also im Grunde 200 km am Stück. In der Realität suche ich mir aber die Ladesäulen, die für mich billig sind (35 Cents statt 55)....Kann also sein, das ich schon nach 135 km stoppe, weil es zur übernächsten nicht reicht.
* In seltenen Fällen regnet es (kein Dach beim laden), oder alle Säulen besetzt oder kein Klo/Cafe an der Säule
* Caravanbetrieb geht nicht wirklich
Bis September 22 hätte ich gesagt, das die Kostenersparnis den Ärger/die Nachteile mehr als deckelt.
Autofahren/Ausflüge machten wieder Spass bei 4 Euro/100 km.
Wenn Du für 30% der Benzinkosten fährst, dann darf es eben auch mal nur 110 km/h statt 150 km/h sein. Speziell in Urlaubslaune. Bei 70% nicht mehr so wirklich.
Leider sind seitdem die Hausladekosten um 50% gestiegen und Standard BMW Ladesäulen an der Autobahn kosten statt 39 Cents/kw jetzt 55. Es standen um Weihnachten sogar 69 je kw Cents im Raum. Ladeverluste von 10% kommen hinzu.
Und Benzin wurde 30% billiger. Der Abstand im Winter ist jetzt kostenmässig so gering, das ich dann aus Bequemlichkeit lieber wieder Benziner fahre. Null Sorgen/kümmern ums Laden halt.
Der Mehrverbrauch im Winter bei um die 0 Grad beträgt mindestens 15% für Heizung/schlechtere Zellchemie der Akkus. Selten (bei viel Kurzstrecke und minus 5 Grad und dauerndem Hochheizen auch 35%).
Also als Zweitauto super. Oder mit viel Geduld auch als Hauptauto. (alle 200 km 30 Minuten laden bei meinem Modell) Am besten zuhause Lademöglichkeit und Solaranlage.
Bisschen Enthusiasmus und massive Kostenersparnis muss sein und mitziehende Partnerin/Kinder. Die Reisen werden halt länger. Im Nahverkehr natürlich irrelevant. Ich würde es auch älteren Leuten oder jungen Mädchen nicht empfehlen. Schweres Ladekabel, Planung, auf Batteriestand achten...alles nix für Leute, die sich um nix kümmern wollen.
Nochwas. Jeder Autobahnstop kostet Geld für Kaffee/Limo. Je mehr Mitfahrer, desto mehr. Und ein E Auto stoppt halt häufig.
E Autos haben ihre Stärke in der Stadt und Landstrasse durch das Zurückfliessen des Stromes durch Bremsen in die Batterie. Dann springt mein Auto von 270 km Reichweite auf 350 bis 400 km. Und der Verbrauch ist nur noch ca 11 kw.
Ein grösserer BMW i4 (startet bei 59000) schafft fast die doppelte Reichweite und das bei 130 statt 110 km/h. Ist halt Reiselimousine. Braucht aber auch ca 5 kw mehr.
Aktuell ist es sehr schwer sich zu entscheiden. Die Kostenersparnis ist durch die massiv gestiegenen Strompreise eigentlich zu knapp geworden für die Nachteile.
Ein Unsicherheitsfaktor schwingt auch mit: Wie komme ich beim diskutierten Blackout nach Hause? (Benziner hat meist noch genug Reichweite) Wie, wenn das Internet ausfiele? (alle Ladesäulen haben Internet zur Prüfung der Ladekarten)