Die DDR-Führung wusste von der Feindschaft der Polen

Hannes, Sonntag, 16.10.2022, 19:19 (vor 1224 Tagen) @ Plancius2731 Views
bearbeitet von Hannes, Sonntag, 16.10.2022, 19:25

Wir hatten ja in der DDR vielfältige Kontakte zu Polen und anderen Nationalitäten des sozialistischen Lagers. Im Urlaub war man mit den Familien aus den sozialistischen Partnerbetrieben zusammen, als Erntehelfer oder im FDJ-Studentensommer kam man mit jungen Menschen aus den sozialistischen Bruderstaaten in Kontakt und arbeitete zusammen.

Und schon in jungen Jahren habe ich mitbekommen, dass die Beziehung zu den Polen unterschwellig angespannt ist, in abgeschwächter Form war dies auch bei den Tschechen zu spüren.

Mit dem einzelnen Polen oder der polnischen Familie konnte man normal umgehen oder unbeschwert feiern. Aber stand man einer Gruppe Polen gegenüber, so ließen einen die Polen plötzlich spüren und wissen, dass sie die besseren Menschen sind. Die Polen stehen über den Deutschen oder anderen Völkern, eine gewisse Großmannssucht deutete sich an. Ein aggressiver Nationalismus trat hervor, den der einzelne Pole so nicht an den Tag legt.

Diesen aggressive Nationalismus konnte ich bei keiner anderen Volksgruppe feststellen, weder bei den Slowaken, Ungarn oder Bulgaren, schon gar nicht bei den Russen. Einzig und allein die Beziehung zu den Tschechen habe ich noch als etwas angespannt und belastet als Folge des Krieges empfunden . Polen und Tschechien wären daher für mich auch keine Länder, wo ich längere Zeit leben möchte.

Gruß Plancius

Guten Tag,

mal schnell eben eine Anekdote aus meinem Leben.

Etwa Mitte der 70er war ich zu einem Jugendtreffen nach Frankfurt getrampt. Einfach so, ohne "Delegierung des Jugendverbandes", nur, weil sich die Jugend da treffen würde. Ich hatte nix gegen Polen, noch nichts erlebt diesbezüglich.

Nachts davor im Felde, morgens zum Hauptbahnhof, waschen. Trapo oder Stasi in Zivil: "mitkomm" "Warum soll ich den mitkommen?" "zur Klärung eines Sachverhalts".

Bis zum Abend wie die Ölsardinen in einem Keller nahebei gestanden, nix gewusst, üble Gerüchte, alles Jugendliche. Dann rausgeführt worden, auf LKW verladen, immer einen Lada dazwischen in Kolonne nach Forst, in eine Sprortarena, eingekesselt entladen worden. Erkennungsdienstliche Behandlung, Drohungen und Regional-Verbot, Heimreise auf eigene Kosten individuell angewiesen worden.

Was ich nicht ernst genommen hatte: Es war ein Pfingsttreffen unter der Parole der Deutsch-Polnischen Freundschaft. Die Obrigkeit wollte nichts dem Zufall überlassen. Ich hatte lange Haare und einen Rucksack. Das reichte der Trapo oft sowieso, mehrfach so was erlebt ("mitkomm"), vor allem in "Grenzkreisen" ohen Begründung sogar von "Helfern der Volkspolizei" verschleppt worden als junger Kerl, nicht nur in "Grenzkreisen" - wie schon Halberstadt einer war (waren noch satt 30 km bis zur Grenze).

Fazit: Mit der "Deutsch-Polnischen Freundschaft" war es auch im "Sozialistischen Lager" nicht weit her, maximal einseitig deutsch (siehe Kniefall Brandt), wenn es nicht gar nur eine Vernunftehe in der "SozLager-Familie" war, durchaus auch einschließlich unterdrückten Hassgefühle (zumindest einseitiger Hass, m. E. nämlich schon damals nur noch polnisch-deutsch, abgesehen von den Vertiebenen mit ihren Terror-Erlebnissen).

Wer glaubt, das sei vorbei, frage sich, wo der Aufschrei in Polen war, als die Polen von uns Gas bekamen, aber ausschlossen, das in der Krise zukünftig zu teilen. Zeitgleich polnische Reparationsforderungen. Nachlesen bitte, jüngste Geschichte!

Also @Mirko, wie erklärst Du Dir das Schweigen der angeblich so wie wir Deutsche seienden Polen dazu?

Was wäre in Deutschland los, würde eine Partei den Polen gegenüber solche Forderungen wegen oller Kamellen aufmachen? Nicht am Stammtisch, sondern beim Besuch des Polnischen Außenministers in Deutschland dem mal was über die unrechtmäßigkeit der Landnahme ... usw.
[[ironie]]

skeptisch
H.


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