Inflation und Teuerung wird durcheinandergeworfen

Rheingold, Donnerstag, 13.10.2022, 06:25 (vor 1227 Tagen) @ Martin2156 Views

Du zeigst ein schönes Beispiel der Teuerung, wenn sich ein Produkt verteuert, dann ist das eine Asset-Inflation und gleichzeitig deflationieren andere Dinge, beispielsweise in Deinem Beispiel die Löhne (Butter wird teurer, Lohn kann weniger kaufen)
Bei einer Inflation würde aber beides steigen (hier Butter und Lohn).
Auf Phoenix gab es mal eine Serie, da wurden sehr alte Leute nach ihren Jugenderinnerungen befragt, darunter auch eine Tochter einer Soldatenwitwe (WK1). Seinerzeit wurden die Renten noch bar ausgezahlt. Am Rentenauszahlungstag organisierte sie mit ihrer Mutter zusammen eine Schubkarre. Darin wurde die Rente gelegt, dann ab ins Cafe, schnell einen Einkaufszettel basteln für das Lebensnotwendigste und ab zum Kaufmann bevor die Preise wieder gestiegen waren.
Die Regierung der Weimarer Republik hatte also offensichtlich ganz anders gehandelt als beispielsweise Jelzin. Der ließ die Renten der Witwen des Großen Vaterländischen Kriegs unverändert bis die so gut wie keine Kaufkraft mehr hatten.

Als wir beim Rheingold ein starkes Wachstum der Akzeptanten wie der Emittenten hatten, war es uns ein Anliegen, das Rheingold möglichst kaufkraftstabil zu halten. Anfangs hatten wir einfach einen Referenzkurs zum Euro empfohlen, empfohlen, weil wir keine Weisungsmacht haben wollten, deswegen einen Referenzkurs, weil die Rheingolder (leider) nur in Euro ihre Preise auszeichneten. Ein beliebtes Rheingold Restaurant erhöhte den Preis seiner Gerichte (z.B. Spaghettini mit frischen Trüffeln), damit wurden auch die Preise in Rheingold angehoben, weil wir zu der Zeit nur eine starre Referenz-Empfehlung hatten. Das hatte schlicht zur Folge, dass die Mitarbeiter das nicht anders als eine Deflation ihrer Löhne erleben konnten (für ihre geleistete Arbeit gab es nun weniger Nudeln zu essen).

Das war insbesondere deswegen blöd, weil die Restaurants ja auch Emittenten waren, sie emittierten Rheingold, kauften damit möglicherweise Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter ein und verwässerten hinterher einseitig die Kaufkraft ihrer eigenen Emission. Das empfand ich als nicht gerecht.

Deswegen regte ich an, dass die Emittenten ihre Rheingold nicht an Euro binden, sondern an ihre Produkte und Leistungen, der Emittent also zusichert, dass er für seine Emission von x Rheingold genau 1 kg Honig, einen angerichteten Teller Spaghetti, eine Rasur garantiert. Dann wäre für die Rheingolder der Preis der Produkte stabil geblieben, sowohl auf der einkaufenden wie auf der verkaufenden Seite.

Allerdings hatte ich seinerzeit in keinster Weise auf dem Schirm, dass mal ein Staat um die Ecke kommt und das Geld verdienen mittels Lockdown einfach rigoros verbieten würde oder Maßnahmen einer extremen externen Teuerung ergreift (Energiepreise), um seine Bevölkerung in die Armut zu zwingen.

Was wir jetzt erleben, ist eine staatlich von oben verordnete Teuerung aller Produkte, die mit Energie zu tun haben, aller Produkte, die irgendwie mit der Begründung "CO2" staatlich verteuert werden können, also schlicht alle. Diese Teuerung ist keine Inflation, sondern eine Deflation (fast aller) Einkommen.


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