was passiert eigentlich, wenn man Opfer wird?
Mir passiert:
Ich entdecke, dass in einem Moment der Unaufmerksamkeit mein Handy gestohlen wurde. Einen der Täter sehe ich noch vom Tatort weggehen und hab den festgehalten. Du hast dann nur ein Problem: Das Handy fehlt, um die Polizei zu rufen.
Es war ein sehr belebter Ort (außerhalb eines Bahnhofs mit viel Publikumsverkehr). Ich weiß, an sehr belebten Orten ist weniger Hilfe zu erwarten, da jeder davon ausgeht, dass sich schon ein anderer darum kümmern wird. Also habe ich gezielt die Passanten angesprochen. Meine Bitte war laut rufend: "Sie mit der Bratwurst in der Hand, rufen Sie bitte die Polizei!" "Sie in der Uniform des ÖPNV, rufen Sie bitte die Polizei." usw, mehr als zehn Leute.
Die Reaktionen aller war mehr als erstaunlich. Sie drehten sich entweder weg, machten abwehrende Bewegungen oder schüttelten kräftig verneinend den Kopf.
Das hat mich zutiefst verwundert, denn ein 110-Anruf ist kostenfrei, geht ohne strafrechtliches Risiko und auch ohne Angst vor Sanktionen möglicher Täter, Handys dürften die allermeisten in der Tasche haben.
Es hat niemand angerufen. Nach gefühlten zwei Ewigkeiten waren zwei Jungpolizisten zur Stelle, ein Passant hatte an deren Streifenwagenscheibe geklopft, weil der zufällig an der roten Ampel wartete und vage erklärt, da hinten gäbe es irgendwie ein Problem.
Die Streifenpolizisten machten immerhin nach sehr liebem Zureden an den von mir "Festgenommenen" ein oberflächliches Abklopfen, verzichteten bei ihm (nicht bei mir) auf die Feststellung der Personalien und wollten keine Anzeige aufnehmen ("Gehen Sie bitte zu einer Polizeidiensstelle")
Hätte ich nicht erwartet. Im Nachhinein, ich hab auf sofortige Anzeigenaufnahme bestanden (geht), im Stress leider nicht auf die Aufnahme der Personalien des mutmaßlichen Täters.
@D-Marker, wir laden dich als Rostocker auch in unserer irren Runde ein ..![[[top]]](images/smilies/top.gif)
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