Einschätzung zu moderner Musik auf Grundlage eigener Kultur trifft nicht zu

Gernot ⌂, Mittwoch, 20.07.2022, 11:51 (vor 1310 Tagen) @ eesti2578 Views

Ich nenne als Beispiele die Rock- und Popmusik der DDR, von Veronika Fischer, bevor sie im Westen Schlager sang, über Stern Meißen, Prinzip, Berluc, Sandow, Holger Biege bis zu Renft und unzähligen anderen, die hier, auch von Sendern aus den neuen Bundesländern, kaum gespielt werden.

Diese Musik hatte für mich, sogar im Gegensatz zur "neuen deutschen Welle" oder zum "Krautrock" (Can, GuruGuru, Amon Düül2) immer irgendwie etwas spezifisch Deutsches, das ich nicht genau definieren sondern nur empathisch als solches erfassen konnte, und das lag nicht nur an der Deutschsprachigkeit.

Gesamtdeutsch wäre der "Independence"- und Gothik-Bereich zu benennen, allen voran Goethes Erben und "Untoten",
westdeutsch wären Cosa Rosa beispielhaft und Ulla Meinecke (eher Chansonistin - ohne besondners französisch zu wirken:). Aus dem Folk-Bereich nenne ich Witthüser und Westtrupp. Deutscher als "Bauer Plath" geht vielleicht nicht.

Zu guter Letzt sei auf das "Deutscheste" zeitgenössischen Musikschaffens hingewiesen, den breiten Neo-Folk-Bereich (Forseti, Leger des Heils - man höre mal "Wir ziehen voran" - und Sturmpercht, Dies Natalis, Von Thronstahl (eher Independent/Industrial), Hekate, Faun u.v.m.

In gefühlt einem Dutzend Jahren habe ich einmal (1 x) nachts auf Radio 1 eine Sendung über/mit Neofolk gehört, ansonsten wird der Bereich so ausführlich reportiert wie ukrainische Bombardements nichtmilitärischer Ziele im Donbass.
Das Genre wird zumindest in D vollkommen totgeschwiegen, Veranstaltungen sind aber gut besucht, Tanzabende oft brechend überfüllt.
Es handelt sich jedoch eher um Jugendmusik.

Über denn Rechtsrock/Oi will ich mich gar nicht lange auslassen. Vieles folgt dort wirklich ununterscheidbar angelsächsischen Strömungen, hat aber auch eine entsprechende Verbreitung, einige Werke sind weit weniger "primitiv", als unsere Medien es darstellen. ich denke z.B. an "Drei wie Brüder".

Merke: Nicht alles, was man nicht kennt oder wovon man nicht weiß und erfährt, gibt es nicht.

Es war mir ein Herzensbedürfnis :- )


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