The Grand Chessboard: Ukraine (USA) bewaffnet die kurdische YPG gegen die Türkei, Russland als Gegenspieler

Ikonoklast, Samstag, 16.07.2022, 08:27 (vor 1446 Tagen) @ Manuel H.4052 Views

Hallo Manuel,

ich schätze die Russen machen das nicht aus Spaß und Tollerei, da steckt Kalkül dahinter. Vor einiger Zeit habe ich schon gemutmaßt, welchem großen Player (USA, Russland oder China) zuerst die Hutschnur platzt und dem Erdogan zeigt, wo sein Platz ist.

Sieht so aus, als würden die USA jetzt die Türkei zur geopolitschen Schlachtbank führen, indem sie die Kurden für ihre Zwecke einspannen. Die YPG wird über die Ukraine mit amerikanischen Waffen ausgerüstet, das versucht Russland auf friedlichem Weg zu verhindern. Russland hat kein Interesse daran, dass die USA in aller Ruhe ihre Bauern in Stellung bringen können. Läuft alles streng nach Breszinski...

Der Anti-Spiegel hat dazu ein Interview mit Aiden Aslin, dem in Donzekt zum Tode verurteilten UK-Söldner, hier die relevanten Auszüge (Hervorhebungen von mir):

Er hat erzählt, wie er aus Großbritannien 2015 zunächst nach Syrien gegangen ist, um dort mit den Kurden von der YPG gegen den IS und die Türkei zu kämpfen. Als er nach etwa zehn Monaten aus Syrien in seine Heimat Großbritannien zurückgekommen ist, wurde er von der Polizei wie ein Verbrecher überwacht und – wie er sagte – wesentlich schlechter behandelt, als die IS-Heimkehrer.

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Darin war nach seinen Erzählungen auch der ukrainische Geheimdienst SBU verwickelt, er erwähnte einen SBU--Offizier, den er nur „Mr. Gray“ nannte, weil der immer in grauen T-Shirts herumgelaufen ist. Die modernsten Waffen würden einfach aus dem Lagern verschwinden.

Das deckt sich Warnungen aus den USA oder von Europol, die sagen, sobald die Waffen über die ukrainische Grenze gehen, verschwinden sie in einem „schwarzen Loch“ – Europol warnt auch davor, dass die Waffen bei Terroristen oder dem organisierten Verbrechen in Europa landen.

Aiden Aslin hatte in seiner Zeit bei der ukrainischen Armee noch Kontakte zu seinen alten Freunden bei der kurdischen YPG. Danach hat „Mr. Gray“ sich erkundigt und über Aslin Kontakte zu den Kurden geknüpft, um der YPG Waffen zu verkaufen. Davon hat Aslin ausführlich erzählt.

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Zu diesem Zeitpunkt lief das Interview schon eine ganze Weile. John und ich waren plötzlich hellwach, denn das war mehr als unerwartet. John hakte nach und Aslin erzählte, dass es im Grunde ein „Kreisgeschäft“ sei: Die USA liefern die Waffen an die Ukraine, von dort geht ein Teil der Waffen an die Kurden der YPG, die wiederum von der US-Regierung das Geld für den Kauf dieser Waffen bekommt, die von ukrainischen Militärs für einen Bruchteil ihres offiziellen Preises verkauft werden.

Das bedeutet, dass die USA heimlich die Kurden bewaffnen, die in Nord-Syrien gegen die Türkei kämpfen. Dabei ist die Türkei immerhin formal ein NATO-Verbündeter der USA. John hat das mehrmals hinterfragt und Aslin hat einige Details erzählt, die er in der Ukraine erlebt und von seinen kurdischen Freunden erzählt bekommen hat.

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Dass die USA dabei ausgerechnet gegen die Türkei vorgehen, ist ebenfalls nicht überraschend. Erdogan ist den USA gegenüber ungehorsam. Er hat das russische Luftabwehrsystem S-400 gekauft, wofür die USA die Türkei aus dem F-35-Programm geworfen und einige Sanktionen gegen ihren „Verbündeten“ Türkei verhängt haben. Auch der Putschversuch 2016 gegen Erdogan wurde aller Wahrscheinlichkeit von den USA geplant und die USA liefern die Mitglieder der Gülen-Bewegung, die den Putschversuch organisiert haben sollen, bis heute nicht an die Türkei aus.

Dass die USA ein Interesse daran haben, Erdogan loszuwerden, ist kein Geheimnis. Da würde es den USA – vor allem angesichts der 2023 anstehenden Präsidentschaftswahlen in der Türkei – gerade recht kommen, wenn Erdogan, zum Beispiel durch militärische Misserfolge gegen die Kurden der YPG in Nord-Syrien, innenpolitisch geschwächt wird. Erdogan hat einen Militäreinsatz gegen die YPG in Nord-Syrien angekündigt, den er aber bisher noch nicht begonnen hat.


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