Genau das hatte ich befürchtet, und es ist eingetreten.
Vielleicht hat sich kaum einer überlegt, warum ich das hier hereingesetzt habe. Ich wollte testen, wie das Echo drauf ist. Es geht mir nicht um die historische Aufabeitung, wie sie Falkenauge angesprochen hat, sondern um das Beispiel, wie ein Volk "de Hack rausmachen kann" (das versteht nur ein Pfälzer).
Daneben hat mich aber interessiert, wie stark das Bewusstsein resp. das Interesse der Deutschen gegenüber den anderen europäischen Völkern ausgeprägt ist. Und da hat sich genau das bestätigt, was ich seit langem vermutet habe: Es hat sich in den Köpfen der Meisten noch gar kein europäischer Gedanke der Zusammengehörigkeit entwickelt.
Wir alle reden vom vereinten Europa. Aber wir haben gar kein Interesse daran, was in den anderen europäischen Staaten abgeht. Wir wissen nichts von Italien, von Spanien, oder von den Problemen Griechenlands. Es interessiert uns gar nicht. Gerade nur dann, wenn irgendein Regierungsumsturz erfolgt, oder ein Erdbeben stattgefunden hat, oder eine eklatante Demo, zu der wir niemals in der Lage wären, dann schauen wir in das betreffende Land. Ansonsten interessiert uns das gar nicht.
Deshalb meine Erkenntnis: Wir, und damit meine ich die Deutschen, sind doch noch gar nich bereit für ein gemeinsames Europa. Das muss doch vom Kopf ausgehen, von der prinzipiellen Einstellung. Aber dafür haben wir doch die alten nationalen Barrieren noch gar nicht überschritten. Deshalb ist mir klar: Die Kerle in Brüssel wollen uns was eintrichtern, was vom Kopf her noch gar nicht bei der Bevölkerung vorhanden ist. Von der Abartigkeit der Ideen, was sich dabei Brüssel vorstellt, ganz abgesehen.
Ein etwas absonderliches Beispiel:
Ich bin ein musischer Mensch, mir gefällt nicht nur die Musik, sondern auch der Tanz. Kommt auch vielleicht daher, dass ich jahrzehntelang meinen Jugendlichen verschiedene Volkstänze beigebracht habe. Nun bereite ich mich darauf vor, evtl. im September ein paar Tage in Griechenland zu verbringen. Seit Wochen trainiere ich bereits die verschiedenen Tanzschritte beim Sirtaki, und das ist nicht ganz einfach.
Spinnerei? Vielleicht. In Spanien habe ich den Flamenco getanzt, in Serbien den Kolo, und wenn ich (für mich das erste Mal) in Griechenland bin, dann will ich dort den Sirtaki bei einer Tanzveranstaltung tanzen. Die Wenigsten kapieren, worums mir dabei geht. Nicht nur um das Tanzvergnügen, sondern auch um etwas Symbolisches. Flamenco kann man noch alleine tanzen, den Sirtaki evtl. auch, -aber gerade beim Sirtaki kommen dann beim schnellen Teil alle möglichen Leute auf die Tanzfläche, um das mitzutanzen.
Was bedeutet das für mich:Ich reiche dem Tanzpartner neben mir die Hand, oder den Arm. Für mich bedeutet das, dass ich dem Angehörigen einer anderen Nation die Hand reiche, und er nimmt sie an. Es bewirkt ein Zusammengehörigkeitsgefühl, und genau das fehlt uns in Europa. Deshalb habe ich den Text an die Rumänen zum 14. Juli hier hereingesetzt.
Fazit: Wir sind doch noch lange nicht reif für ein Europa!