Wie schlau man alles anstellt: Wir sind locker, lässig, gleich und frei

Gernot ⌂, Mittwoch, 11.05.2022, 21:09 (vor 14 Tagen) @ helmut-1244 Views
bearbeitet von Gernot, Mittwoch, 11.05.2022, 21:22

"Benehmen ist Glückssache", sagte mein Vater immer, "und Glück hat man verdammt selten."

Beim Foto von Militarytimes stieß mir sofort auf: Ist das jetzt normal, sitzen zu bleiben, wenn man einer Frau die Hand gibt?

Die Formen schwinden immer mehr, werden immer lässiger und gleichgültiger. Das kleingeschriebene Du im Brief drückte das ebenfalls aus. Man steht nicht mehr stramm. Kein Polizist kann mehr grüßen, so mit Hand an der Mütze, falls er eine aufhat. Er trägt auch keine Uniform mehr, sondern Garderobe, die auch von Straßenschlägern getragen werden könnte, nur dass "Polizei" drauf steht, riesengroß, sonst käme man nicht auf die Idee, es sei welche.

Auch werden wir immer friedlicher. Aufs Landser-, Kriegsspielzeug und Knallerverbot habe ich schon hingewiesen. Dafür führen wir wieder Krieg. Das ist aber auch nicht so gemeint, den führen wir ja nur für den Frieden (ähm, wie war das in den bisherigen Kriegen seit dem Mittelalter sonst?), weil sonst der Russe alle Anrainer mit Krieg überzieht (sinngem. Hofreiter). Komisch, das hat er nicht getan, bevor sie Nato-Nähe aufwiesen, und in die staatliche Souveränität hat er sie einst ohne Not gehen lassen, wie er auch Weißrussland nicht überfällt.

Die Formen schwinden. Es entsteht der Eindruck lässiger Entspanntheit einer Zivilgesellschaft, Friede, Freude, Eierkuchen oder wie Dt vielleicht sagen würden, love and peace and harmony. Die Weite des Freiheitenkanals, in dem man sich legal bewegen darf, verhält sich reziprok proportional dazu.

Zurück zum Foto:
Ich überlege gerade, ob seine Kameraden ihn gehänselt und Vorgesetzte sich mokiert hätten, wäre er aufgestanden. Das wäre dann die neue Freiheit: Du darfst nicht mehr aufstehen, während du es früher musstest.
Für mich steht das sinnbildlich für die gesellschaftliche Entwicklung seit vielleicht den 60-er Jahren.
Der Zusammenhang zu Helmuts Beitrag besteht in der Raffinesse, in der sie einen Eindruck nicht nur über die Medien, sondern im täglichen Leben durchsetzen, der der Realität zuwiderläuft.

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Ab jetzt wird durchregiert. Wir kennen keine rote Linie mehr. Verbote bedeuten auch mehr Freiheit. Krieg bedeutet Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Hass bedeutet Liebe. Gebt ihnen keinen Millimeter preis.


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