Es paßt nicht zur offiziellen Erzählung.
Hallo paranoia!
Du fragst: Der könnte sich doch als allerletztes dorthin zurückgezogen haben, oder?
Ja, das wäre möglich gewesen.
.. wieso ist die Aussage, Steinhäuser habe sich auf einer Toilettenbox erschossen, ein Problem?
Weil sich dann die „große Erzählung“ in Luft auflöst.
Offiziell gibt es bis heute nur einen Täter, den gescheiterten Gymnasiasten.
Er soll alle bekannt gewordenen 16 Opfer ermordet haben, als letzte Person einen Polizisten (mit einem Schuß aus dem Fenster), um sich danach zurückzuziehen, dem Geschichtslehrer Rainer Heise erschöpft auf dem Flur zu begegnen, der sich zuvor in einem Raum versteckt haben will und nach einem kleineren Disput will der Lehrer den Schüler in den Vorbereitungsraum „geschubst“ und diesen dann von außen abgeschlossen haben.
Danach soll sich Steinhäuser irgendwann gegen 13 Uhr erschossen haben.
Dazu paßt aber nun einmal die Toilettenbox nicht.
Dann hätte der Lehrer ihn auf einem Schüler-Klo festsetzen müssen, nur hat man das eben nicht so erzählt.
Schon damals waren die Schilderungen des Geschichtslehrers widersprüchlich und der Abschlussbericht erhärtete den Verdacht, daß hier etwas ober faul sei.
Unter Berücksichtigung aller anderen Berichte, Zeugenbefragungen und medialen Berichterstattungen (auch die der Polizei) schälte sich heraus, daß Steinhäuser nicht das letzte Opfer gewesen sein kann, sondern zu den ersten gehört haben muß.
Aber wenn er schon vorher starb, wer erschoss dann die anderen Leute?
Deswegen gilt die eiserne Regel bei solchen Ereignissen, die ich mir ganz fett hinter die Ohren geschrieben habe.
Die ersten Meldungen sind die besten, auch wenn sie aufgrund von Informationsmangel noch unvollständig sein können.
Doch wenn der Tatabschluß schon erfunden wurde und der Geschichtslehrer offenbar in diese Rolle von Polizei und Staatsschutz gedrängt worden war – er war in der Tatnacht 6 h lang verhört worden – dann muß es einen triftigen Grund für diese Lüge gegeben haben.
Und da nahezu alle Zeugen von mehreren Tätern gesprochen hatten, wurde schnell klar, daß hier eine andere Scheußlichkeit übermalt werden sollte.
Als ich das (mit der Toiletten-Box) in einem kurzen Gespräch der Buchautorin Ines Geipel erzählte, war sie sichtlich erstaunt.
Selbst sie wußte das nicht, obwohl sie intensiv mit Anwalt Langer zum Fall recherchiert hatte.
Doch sie hatte, gemeinsam mit Langer, so viele Zweifel zum Ereignis in dem Buch „Für heute reicht’s“ zusammengetragen, daß diese Info nur noch das Sahnehäubchen gewesen war.
mfG
nereus