-1 / Wir können froh sein, Leute wie Lipp und Röper vor Ort zu haben, die Kritik halte ich für übezogen
..... sondern wegen ihrer einseitigen und Information und Propaganda nicht trennenden Berichterstattung. Sie entspricht damit ganz dem Niveau unserer "seriösen Qualitätsmedien" (Schäuble), nur von der anderen Seite, statt es einfach besser zu machen.
Hier erst mal ein Abriss zum Werdegang von Alina Lipp:
https://www.frischesicht.de/author/alipp/
Wie ersichtlich ist, ist sie keine gelernte Journalistin, sondern ihr Lebensweg hat sie dorthin verschlagen, auch weil seit 2014 die bekannte Ignoranz und Einseitigkeit zum Maidan und den Folgen davon in DE bis heute nicht oder völlig einseitig behandelt wurden.
Sie berichtet dass, was sie selbst erlebt und übernimmt Beiträge von anderen Kanälen.
Mit dem, was sie täglich sieht und erleben muss, ist eine völlige Neutralität eine fast unmenschliche Forderung. Zumal sie dies gar nicht explizit für sich reklamiert. Ihr Herz ist sicher stärker mit Krim und Donbass verbunden, als mit dem Westen der Ukraine. Worde sie dorthin oder nach Kiev reisen, wäre es wohl lebensgefährlich für sei. Sie deswegen gleich in den Topf hiesiger Medien zu werfen, ist völlig abwegig. Anstatt sich mit den Berichten auf ihrem Kanal zu befassen, wird gerade in den letzten Tagen ein Schwall von Schmähartikeln
über sie seitens der MSM ergossen:
https://www.google.com/search?q=Alina+Lipp&client=ubuntu&hs=J9H&channel=fs&...
Die Formulierung mit dem "Bandera-Besuch" mag man lustig finden, wenn man meint, gefallene Soldaten wären etwas Amüsantes. Ich nenne ihn menschenverachtend. In öffentlicher Berichterstattung verrät es Hass.
Ich nenne es beissenden Sarkasmus - und den verstehe ich angesichts dessen, was dieses Asow-Pack bereits an unstrittigen und absolut menschenverachtenden, hier ist dies Wort wirklich angebracht, Taten begangen hat.
Besonders helle scheint sie auch nicht zu sein. Möglicherweise entsprechen ihre Intelligenz und Empathie ihrem schlichten Gesichtsausdruck.
Soll ich das wirklich kommentieren? Nein, du sprichst für dich selber, das genügt.
Sie zeigte mit Kommentierung stolzen Untertons
den eben du als solchen empfindest, ich lasse im Krieg die Goldwaage eher in der Vitrine.
Bilder ukrainischer Gefangener, die, offenbar bereits durchsucht und entwaffnet, in Linie zu mehreren Gliedern dicht an dicht mit gefesselten Händen demütig auf dem Boden knieten, umgeben von russischen Bewaffneten, und bemerkte offenbar gar nicht, dass dies eine Gefangenenmisshandlung darstellt. Für diese demütigende Behandlung gab es keinen erkennenden Grund. Sie hätten dort auch normal angetreten stehen können.
Darauf hat sie keinen Einfluss. Aber sie soll dann die Fahne der korrekten Vorgehensweise hoch halten, die im übrigen wo genau geschrieben steht? Vielleicht noch Vorbilder parat von anderen Kriegen, wo das perfekt gelaufen ist?
Kolonnen in Marschordnung marschierender Gefangener werden mit erhobenen Händen gezeigt. Von ihnen kann keine Bedrohung mehr ausgehen. Wer so abgeführt wird, wurde entwaffnet. Wie lange sollen sie mit erhobenen Händen marschieren? Bis sie abfallen? Und dann? Werden sie erschossen, wenn sie die Arme nicht mehr hochhalten können? Was soll das? Wenn das aus Propagandazwecken so gezeigt wird, besteht die Propagandaeinheit aus Vollidioten (oder Saboteuren).
Ich bin auf Kanälen der Ukra-Freunde per Übersetzer unterwegs, aber ich habe bislang noch keine vorbildliche Gefangenenbehandlung finden können, erst recht nicht nach "ISO-Norm". Eher das Gegenteil samt Kommentierungen, die Verachtung eine neue Dimension verleihen.
Sie berichtete davon, die ukrainischen Kräfte im Asowwerk könnten sich, bis zum 17.4. wohl, ergeben, dann würde ihnen das Leben garantiert werden.
Sinngemäß wurde das genau so von den Russen gesagt.
Ja, und wenn sie länger kämpfen, dann werden die überlebenden Gefangenen und Verwundeten ermordet, oder was soll so eine Ansage bedeuten?
Unsinn, wieder etwas, was du dir ausmalst. Kämpfen sie weiter, werden viele im Kampf sterben, auch die Verwundeten, die nicht gehen durften. Gefangene der Russen werden natürlich nicht erschossen, sondern kommen u.a in Gefangenenlager nach Russland.
Obwohl ich aufgrund meiner Grundüberzeugung "Völkergrenzen sollen Staatsgrenzen sein" in dem Konflikt parteiisch bin, halte ich solche unnötigen Machtdemonstrationen, Demütigungen oder Grausamkeiten auf keiner Seite für gerechtfertigt, auch dann nicht, wenn die andere "damit angefangen hat" oder sogar nachweislich grausamer ist. Dann kann man sie bekämpfen. Der besiegte Feind muss nicht verwöhnt werden, ist aber anständig zu behandeln.
Alles andere ist auch für die eigene Kriegsführung kontraproduktiv: Gefangene werden fliehen, Soldaten sich nicht gefangengeben, Hass und Widerstandswillen werden geschürt, Partisanen erzeugt, Anschläge motiviert. Es ist somit nicht nur verachtenswürdig und unnötig grausam, sondern auch schlichtweg dumm.
Ich halte diese Forderung nach dem "korrekten Verhalten" im Krieg für berechtigt, aber mehr als halbwegs korrekt geht völlig an der Realität vorbei und ist Wunschdenken. Deshalb bin ich schon froh, wenn es halbwegs korrekt läuft.
Fass doch deine Kritik, bereinigt um deine Mutmaßungen zu ihr, doch einmal zusammen und schicke sie ihr. Ich denke, sie will ihre Arbeit gern optimieren. Auch zu bedenken: Sie ist keine weitgereiste und erfahrene Kriegsberichterstatterin. Auch solche werden bei zu "unpassender" Beichterstattung im übrigen gern mal von ihren Heimatsendern live abgedreht.
Noch besser: Fahr runter, Flixbus fährt wieder - und begleite sie ein paar Tage, erlebe was sie erlebt und berichte hier im Gelben, so wie du es dir von ihr wünscht. Ob es dir gelingt?
Gruß
Odysseus