Berichterstattung der Ex-Grünen Alina LIPP

Gernot ⌂, Dienstag, 19.04.2022, 17:45 (vor 1391 Tagen) @ paranoia4737 Views

Mein Respekt vor der halbrussischen Alina Lipp hat stark nachgelassen, aber nicht, weil sie wohl mal grüne Kommunalpolitikerin war, sondern wegen ihrer einseitigen und Information und Propaganda nicht trennenden Berichterstattung. Sie entspricht damit ganz dem Niveau unserer "seriösen Qualitätsmedien" (Schäuble), nur von der anderen Seite, statt es einfach besser zu machen.

Die Formulierung mit dem "Bandera-Besuch" mag man lustig finden, wenn man meint, gefallene Soldaten wären etwas Amüsantes. Ich nenne ihn menschenverachtend. So etwas kann ich einem Kumpel nach dem Motto "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", zuflüstern. In öffentlicher Berichterstattung verrät es Hass.

Besonders helle scheint sie auch nicht zu sein. Möglicherweise entsprechen ihre Intelligenz und Empathie ihrem schlichten Gesichtsausdruck.

Sie zeigte mit Kommentierung stolzen Untertons Bilder ukrainischer Gefangener, die, offenbar bereits durchsucht und entwaffnet, in Linie zu mehreren Gliedern dicht anndicht mit gefesselten Händen demütig auf dem Boden knieten, umgeben von russischen Bewaffneten, und bemerkte offenbar gar nicht, dass dies eine Gefangenenmisshandlung darstellt. Für diese demütigende Behandlung gab es keinen erkennenden Grund. Sie hätten dort auch normal angetreten stehen können.

Kolonnen in Marschordnung marschierender Gefangener werden mit erhobenen Händen gezeigt. Von ihnen kann keine Bedrohung mehr ausgehen. Wer so abgeführt wird, wurde entwaffnet. Wie lange sollen sie mit erhobenen Händen marschieren? Bis sie abfallen? Und dann? Werden sie erschossen, wenn sie die Arme nicht mehr hochhalten können? Was soll das? Wenn das aus Propagandazwecken so gezeigt wird, besteht die Propagandaeinheit aus Vollidioten (oder Saboteuren).

Sie berichtete davon, die ukrainischen Kräfte im Asowwerk könnten sich, bis zum 17.4. wohl, ergeben, dann würde ihnen das Leben garantiert werden.
Ja, und wenn sie länger kämpfen, dann werden die überlebenden Gefangenen und Verwundeten ermordet, oder was soll so eine Ansage bedeuten?

Ich erinnere mich auch noch der Festnahme eines ukrainischen Propagandisten, der sich nicht wehrt, aber zu Boden gerungen und verprügelt oder zumindest mehrfach geschlagen wird, eine Szene, wie man sie als Polizeiübergriffe z.B. bei Spaziergängen sah und verurteilt hatte.
All das begleitet sie mit Kommentaren, die mir etwas hämisch erscheinen.
Ich finde das einfach nur primitiv.

Obwohl ich aufgrund meiner Grundüberzeugung "Völkergrenzen sollen Staatsgrenzen sein" in dem Konflikt parteiisch bin, halte ich solche unnötigen Machtdemonstrationen, Demütigungen oder Grausamkeiten auf keiner Seite für gerechtfertigt, auch dann nicht, wenn die andere "damit angefangen hat" oder sogar nachweislich grausamer ist. Dann kann man sie bekämpfen. Der besiegte Feind muss nicht verwöhnt werden, ist aber anständig zu behandeln.
Alles andere ist auch für die eigene Kriegsführung kontraproduktiv: Gefangene werden fliehen, Soldaten sich nicht gefangengeben, Hass und Widerstandswillen werden geschürt, Partisanen erzeugt, Anschläge motiviert. Es ist somit nicht nur verachtenswürdig und unnötig grausam, sondern auch schlichtweg dumm.


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