Urlaub in Deutschland: Ein paar Gedanken dazu

Plancius @, Montag, 18.04.2022, 16:20 vor 1392 Tagen 4261 Views

Wegen Corona und dem Ukraine-Krieg möchten mehr Leute als früher üblich ihren Urlaub in Deutschland verbringen. Welche Regionen sind eher nicht geeignet, wo muss man Abstriche machen? Hier ein paar Kommentare von mir.

1) Harz

So wie sich der Harz mir gegenüber präsentiert, hat sich dieses deutsche Mittelgebirge die nächsten 20 Jahre als Urlaubsregion erledigt. Weite Flächen sind mittlerweile entwaldet. Es ist einerseits kein schöner Anblick und andererseits sind viele Wanderwege durch schwere Maschinen nicht mehr passierbar.

Die (vorwiegend Nadel-) Bäume, die in den letzten Jahren durch Borkenkäfer und Trockenheit nur noch als totes Gerippe dastanden, sind mittlerweile zum großen Teil gefällt worden. Mit schweren Maschinen wurde der Waldboden aufgerissen, um auch die Wurzeln zu entfernen. Die Maschinenbewegungen haben viele Wald- und Wanderwege unpassierbar gemacht. Der Anblick Quadratkilometer großer devastierter Flächen erinnert mehr an eine Mondlandschaft denn an eine Urlaubsregion.

Ehe die neu gepflanzten Bäume eine Höhe von 2 Metern erreichen und damit das ganze Gebirge wieder seinen ursprünglichen Charme erhält, werden wohl 20 Jahre vergehen.

Auch in der Sächsischen Schweiz gibt es viele tote Bäume. Allerdings sind die Probleme dort eher punktuell und nicht so großflächig wie im Harz.

2) Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern erwarte dieses Jahr wieder eine Rekordsaison. Nach dem Jahreswechsel wurden jetzt vor Ostern die Preise nochmals um ca. 20% angehoben. Wer denkt, das gestiegene Preisniveau korelliert mit einem höheren Standard, hat sich jedoch getäuscht.

Im ganzen Land haben viele Gaststätten mittlerweile geschlossen oder ihre Öffnungszeiten reduziert. Wer also einen Ausflug macht oder eine Fahrrad- bzw. Kajaktour unternimmt, wird vielfach vor verschlossenen Türen stehen. Etliche Gastwirte haben coronabedingt aufgegeben oder es fehlt an Personal. Ca. 30% des Personals sind hierzulande in den vergangenen 2 Jahren verloren gegangen. Die Leute werden auch nicht wiederkommen. Erschwerend kommt hinzu, dass auch die Ausbildungsplätze im Hotel- und Gaststättengewerbe nicht mehr besetzt werden können. Die Eltern raten den Jugendlichen ab, eine Ausbildung zu machen, wo man viele Monate im Jahr pandemiebedingt kein Einkommen hat. Auch die polnischen Arbeitskräfte kommen nicht mehr so zahlreich wie früher, weil auch sie auf regelmäßige Einkommen angewiesen sind.

Viele Touristen werden deshalb in diesem Jahr wesentlich mehr Geld für schlechteren Service als in den vergangenen Jahren zahlen müssen.

Für @Euklid wäre es wieder eine klassische "Entfeinerung" eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER

Bodenseeregion

mh-ing @, Montag, 18.04.2022, 19:06 vor 1392 Tagen @ Plancius 2895 Views

Bin hier oft und gerne. Mit Wohnwagen bin ich unabhängig und genieße tolle Natur. Nur muss man früh buchen oder außerhalb der Stoßzeiten unterwegs sein.
Bin gerade wieder hier für ein paar Tage ohne Hetze und Stress, viel grillen und wandern.

nördliches Brandenburg

kaddii @, Chorin OT Serwest, Montag, 18.04.2022, 19:23 vor 1392 Tagen @ Plancius 2699 Views

Hallöle

Ich finde mein nördliches Brandenburg schon toll.
Die gleichen Probleme wie alle Regionen bestehen auch hier.
Gastronomie naja da fehlt viel[[sauer]] .
Pluspunkte: eine liebliche Landschaft ohne sterbende Wälder, relativ viele Seen und weniger Urlauber, also nur für Naturliebhaber geeignet[[hüpf]] . Wer Aktion braucht, da is Berlin nur 1 h weg.

Wer bei uns mit seinem WoMo stehen möchte sollte sich 2 Wo. vorher anmelden. Das ist im Umkreis von 50 km notwendig


Kaddii, Serwest, 14°, sonnig

Die Pfalz als die Toscana Deutschlands

eastman @, Paltz, Montag, 18.04.2022, 20:09 vor 1392 Tagen @ Plancius 2828 Views

kann ich sehr empfehlen. Insbesondere die Südpfalz mit ihren Buntsandsteinfelsen, mit den vielen Burgen ist eine Wanderoase. Viee befestigte wege laden zum Radwandern ein. Das Elsass ist in der Nähe. Die Menschen leben m. E. bodenständig und bescheiden. Ganz viel Wald und Natur. Aber es zeichnet sich ein Trend der Vermieter ab, die das Geschäft wittern, hatte z. B. eine Fewo für ausgeschriebene 38 Euro pro Tag angefragt, und aus den drei Nächten sind satte 260 Euronen geworden. Agelegene und ehemals namhafte Gasthöfe haben ihre Öffnungszeiten reduziert, Personalnot, und damit aufs Limit heruntergefahrener Service.

Den Harz hatte ich letztes Jahr erlebt, Natur leidet unter Abholzung, und die touristische Infrastruktur = geöffnete Cafes, Gasthäuser muss man suchen.

Fazit: Wir befinden uns eben im Niedergang, und einige Glücksritter versuchen entsprechend der wirtschaftlicen Lage das beste rauszuholen.

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Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

Krieg an allen Fronten

solstitium @, Dienstag, 19.04.2022, 15:18 vor 1391 Tagen @ Plancius 2067 Views

Der Harz ist ja nicht von allein kaputtgegangen.

Er wurde einzig durch die Kriegspartei "Die Grünen" zerstört!
So sieht es nun mal aus, wenn man den Wald sich selbst überlässt.
Ich war auch erschrocken.
Das Erzgebirge insbesonders das Riesengebirge hatten immer schon diese Problematik, wegen der nahen nordböhmischen Baunkohlekraftwerke, die besonders schwefelrreiche Kohle verfeuern.

Das gibts um den Harz ja nun ausdrücklich nicht, obgleich Salzgitter auch ordentlich raucht, - aber anders!

Die Grünen sind die Verursacher der Naturpark Thematik, den Wald nicht zu bewirtschaften sondern sich slebst zu überlassen - was im Klartext bedeutet, dem Borkenkäfer sein Festmahl und seiner Fertilität darüber hinaus ingehindert ausleben zu lassen.

DIe Idee, dass hernach die natürlichen Feinde des Borkenkäfers ... nein die sind nun mal nicht da, weil ja gut weil auch die Monokultur dies Forstwirtschaftsverschuldet, nicht zuließ.

Wenn Du durchfährst siehst Du Mondlandschaft und scheinbar vollkommen intakte Natur, direkt gegenüber auf der anderen Straßenseite - wo eben noch Waldwirtschaft stattfindet und der Naturpark seine Grenze hat.

Es ist ansonsten wirklich erschütternd, was man dort sieht, da geb ich Dir Recht.
Vor Allem weil es unvorbereitet kommt.

Kein Medium redet darüber -vergleiche mal, was in der Vergangenheit darüber abging!

Der Naturpark ist also genau das selbe, als würde man mit Kanonen einfach draufhalten.
Und wer steht hinter den Grünen?
Die Nordatlantiker - Krieg!


Sonst kommen viele erst spät dahinter, welche kulturelle Fülle unser Land bietet.

Die Reise entlang der architekturhöhepunkte, wäre ein Ding, also Dresden, Bamberg, Wernigerode Salzburg, hoppla schon Ausland?

Entlang der Kanäle (McPom Seenplatte) geht aber auch punktuell bis anch Pommern (schon wider Ausland? nicht wirklich)

Masuren dto.

Spreewald - ach den gibts ja auch noch.
Klar auch die sächsische Schweiz.

Oder Wandern auf dem Rennsteig - der Thüringer Wald ist grün - weil kein Naturpark!

Oder die Rhön mit dem Rhönrad herunterrollen.
Den Rhein, dem deutschesten FLuss alles Flüsse.

McPom klar, aber auch hier geht Richtung Kolberg rechts oder Fehmarn links auch noch was.

Da und das Chiemgau erst!

Selsbt in der fränkischen oder der holsteiner Schweiz lässt sich wandern.

Oder vom Tittisee aus den Feldberg hochkraxeln und weiter nach Freiburg.
Auch alles grün! Aber Borreliosegefahr wegen Zecken!
Dann noch bisschen in die Vogesen die alten Schlachtfelder kontrollieren, die ebenfalls Richtung Dolomiten, ja ja Ausland, aber eigentlich auch wieder nicht.

Hab einen Kollege, der machte das alles fussläufig!

--
https://dasgelbeforum.net/index.php?id=568547
[image]

"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

Gibt viele nette Flecken...

Andudu, Mittwoch, 20.04.2022, 10:50 vor 1390 Tagen @ Plancius 1185 Views

...wir machen (vor allem wegen der Kinder) eigentlich jedes Jahr Urlaub in Deutschland oder im deutschprachigen Ausland. Man sucht ein bisschen, vor allem wenn man eine Ferienwohnung mit Geschirrspüler will. Wir waren am Ende aber eigentlich immer zufrieden, man muss sich halt ein bisschen auf die Gegend einlassen, vorher recherchieren, ob man irgendwo essen gehen kann, wo der nächste Supermarkt ist, was man unternehmen kann etc.

Wer die Natur liebt, dem kann ich auch nach wie vor den Schwarzwald empfehlen (dort lebe ich). Zumindest hier im Nordschwarzwald wird der Wald schon länger gemischt und der Borkenkäferbefall ist m.E. sehr überschaubar. Der Holzeinbruch des Orkans Lothar hat sich mittlerweile auch gut verwachsen. Allerdings wird zZ mehr gefällt, weil der Holzpreis so hoch ist, sollte man vorher mal nachfragen, ob da was in unmittelbarer Nähe geplant ist.

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