Tschetschenienkrieg als Mustervorlage für den Ukrainekonflikt

mh-ing @, Montag, 11.04.2022, 12:23 vor 1400 Tagen 2858 Views

Auch wenn nicht alles sich deckt und vieles nicht an Putin lag (Jelzins und anderer Zuständigkeit), so sollte man diesen Krieg und die jetzige Situation dort als Muster für die Vorgänge nehmen:
https://osteuropa.lpb-bw.de/tschetschenienkrieg
https://www.nzz.ch/international/krieg-in-der-ukraine-putins-vorbild-tschetschenien-ld....

Jelzin wollte keine Unabhängigkeit zulassen, danach eskalierter der Krieg und es bestand die Gefahr für andere Bereiche (Dagestan) und es gab Terror bis nach Moskau.
Russland schlug diesen Krieg teils brutal nieder. Es gab viele Opfer (ca. 160.000 bei ca. 1,4 Mill). Es war auch enorm viel zerstört im Land.
Dennoch schaffte man den Konflik zu lösen, das Land wieder aufzubauen und geordnete Verhältnisse zu schaffen. Demokratisch ist das nicht und auch die westlichen Werte sind dort eher irrelevant.

Aber ich meine, dass es wichtig ist, dieses Vorgehen auch im Ukrainekonflikt zu beachten. Die Notoperation wird durchgeführt, die feindliche Infiltration beendet, danach erfolgt eine Klärung der Lage im Land und soweit möglich Versöhnung. Der wird von dem Wiederaufbau, der wirtschaftlichen Erhohlung massiv unterstützt und führt letztlich zum Ziel eines friedlichen Landes in Verbindung zu Russland.

Nur so nebenbei bemerkt: Überall, wo der Westen den Krieg führte, mutmaßlich gewann und dann abzog, dort liegen die Länder noch immer in Trümmern, sind diese in Bürgerkrieg und Streit zerrissen und einer Einigung oder Erhohlung weit entfernt. Es ist daher schon beachtlich, dass dies hier Putin und Russland gelang. Eigentlich hätte - wenn man andere Länder und Personen sieht - sogar ein nobler Preis hier vergeben gehört.

Für den Krieg in der Ukraine ist daher vorherzusagen, dass Russland das durchzieht, weil es keine Optionen sonst hat. Je mehr Waffen nach UA kommen, desto länger und blutiger wird das. Erst nach Ende des Konflikts kann man in Verhandlungen Lösungen finden.
Es wäre daher der Westen bestens beraten, sofort das Kriegen aufzuhören und am Verhandlungstisch das Maximum zu erreichen. Später sitzt man am Tisch und verhandelt über zerstörte Landschaften und Städte mit weniger guten Karten in der Hand.

Und: Es geht hier um Geopolitik, nicht um Menschen.

Tschetschenien gehörte zu Russland, und es war ein Unabhängigkeitskrieg. Also war es eine völlig andere Situation. Außerdem ist Tschetschenien muslimisch, das war ja auch eigentlich das Problem. owT

BerndBorchert @, Montag, 11.04.2022, 12:40 vor 1400 Tagen @ mh-ing 2125 Views

"Später sitzt man am Tisch und verhandelt über zerstörte Landschaften und Städte" ... der "Westen" ist am Verhandlungstisch nicht vorgesehen. (owT)

FOX-NEWS @, fair and balanced, Montag, 11.04.2022, 12:40 vor 1400 Tagen @ mh-ing 2198 Views

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Afuera!

Ukraine gehörte auch zu RU und ist sogar orthodox in weiten Teilen

mh-ing @, Montag, 11.04.2022, 13:08 vor 1400 Tagen @ BerndBorchert 2138 Views

Daher ist das als Argument wenig griffig.
Außerdem geht es nicht um identisch, sondern um Analogien. Wenn ich so einen Konflikt wie Tschetschenien gelöst hätte, wäre das für mich eine Orientierung in meinen Entscheidungen. Warum sollte bei den Russen das anders sein?

Wunschtraum

mh-ing @, Montag, 11.04.2022, 13:13 vor 1400 Tagen @ FOX-NEWS 2641 Views

Es geht nicht um die Ukraine selbst, sondern um die Geopolitik. Daher werden alle sich hier am Tisch finden und die Ukraine wohl selbst eher weniger zu Wort kommen.

Optimistisch wäre es natürlich, wenn nur die Ukraine mit den Russen verhandeln würde und könnte. Aber das klappt nicht mit der jetzigen Führung. Und da Putin nicht mit Vasallen spricht (daher auch nicht mit der EU oft) wird das ohne USA nicht laufen.

Wichtiger wäre aber zu erkennen, dass dieser Krieg (ich nenne es nicht militärische Operation) ein Ziel hat, welches unbedingt und vollständig erreicht werden wird. Wenn nicht auf jetzigem, zurückhaltendem Weg, dann mit intensiveren Mitteln. Der Wechsel in der militärischen Führung hier zeigt das deutlich an. Die Samthandschuhe sind jetzt weggepackt. Dies gilt für den Krieg selbst, aber auch für die unfreundlichen Staaten gesamt.

Ukraine gehörte bei der Invasion nicht zu Russland, Tschetschenien wohl. Das ist nicht nur völkerrechtlich ein großer Unterschied. Eventuell ist der Geogienkonflikt 2008 eine Blaupause.owT

BerndBorchert @, Montag, 11.04.2022, 14:01 vor 1400 Tagen @ mh-ing 1915 Views

Meinst du das im Ernst?

sensortimecom ⌂ @, Montag, 11.04.2022, 15:39 vor 1400 Tagen @ mh-ing 2382 Views

Aber ich meine, dass es wichtig ist, dieses Vorgehen auch im Ukrainekonflikt zu beachten. Die Notoperation wird durchgeführt, die feindliche Infiltration beendet, danach erfolgt eine Klärung der Lage im Land und soweit möglich Versöhnung. Der wird von dem Wiederaufbau, der wirtschaftlichen Erhohlung massiv unterstützt und führt letztlich zum Ziel eines friedlichen Landes in Verbindung zu Russland.

Mann oh Mann. Das ist eine "Notoperation" die lange dauert und am Schluss tödlich endet. Auch für den Chirurgen selbst...

Antizipation

mh-ing @, Montag, 11.04.2022, 16:26 vor 1400 Tagen @ sensortimecom 2205 Views

Um das Verhalten von anderen zu verstehen, muss man deren Hintegrund, frühere Vorgänge und Erfolge beachten. Putin hatte dort Erfolg und wendet nun dieses Muster hier an. An der Entschlossenheit muss man nicht zweifeln. Das Geschrei der Presse über die russische Schwäche ist m.E. viel Propaganda und auch dem Umstand geschuldet, dass Putin wohl weniger Bauernopfer wollte.
Wenn er aber die russischen Gebiete gesichert hat (das erfolgt gerade), wird er das weiter durchziehen und dann geht es an die Infrastruktur der Ukraine, dann an das Aushungern der belagerten Zonen.

Zudem spielt die Zeit ihm in die Karten. Die Zündsätze sind gelegt und die Druckwellen der Explosionen werden weiter und weiter laufen. Dem Westen ist das alles noch längst unklar und unbewusst.

Es ist ein "heiliger Krieg". Kompromisse unmöglich.

sensortimecom ⌂ @, Montag, 11.04.2022, 17:02 vor 1400 Tagen @ mh-ing 2403 Views

bearbeitet von sensortimecom, Montag, 11.04.2022, 17:36

Um das Verhalten von anderen zu verstehen, muss man deren Hintegrund, frühere Vorgänge und Erfolge beachten. Putin hatte dort Erfolg und wendet nun dieses Muster hier an.

Das stimmt auch. Das Problem aber: wie reagierte der Westen damals bei Tschechenien, und wie reagiert er jetzt? Der Unterschied ist gewaltig.

Der Westen ist VOLL involviert in diesen "Krieg". Der DARF ihn genau so wenig verlieren wie RU. Denn es geht um die vielzitierten "Werte", die inzwischen Religionsersatz geworden sind. Bei Russland sind sie halt diametral entgegengesetzt. Die "Werte" sind absolut tabu, sie dürfen nicht einmal mehr in Medien AUSGESPROCHEN(!) werden...wenn du sie im Internet auch nur andeutest, wirst du GESPERRT!! So HEILIG sind sie!

Ergo, handelt es sich um einen "Heiligen Krieg" - wenn man ihn überhaupt als "Krieg" bezeichnet (es gibt für ihn keinen Namen...). Also ein Heiliger Krieg, der von Psychopathen geführt wird! So schaut die Realität aus!

Also bitte, wer soll diesen "Krieg" je beenden, wann und wie, und in welchem Stadium ?
Ich sehe keine Chance. Ein Kompromiss ist unmöglich, und es kann auch keine "Koexistenz" geben wie früher mal zwischen der Sowjetunion und dem Westen.

Szenarien

mh-ing @, Montag, 11.04.2022, 19:42 vor 1400 Tagen @ sensortimecom 2250 Views

1. Das Hauptziel des Krieges wurde für die USA längst erreicht. Die Trennung von EU-Russland ist vollzogen und zementiert, die Rüstungskäufe laufen, Gas wird überteuert gekauft, wirtschaftlich sind die EU für die USA unterlegen und die Konkurrenz begrenzt. Abhängigkeit dieser EU vom Willen der USA und deren Gusto ist massiv erhöht. Daher haben die USA bereits vollen Erfolg eingeheimst.

2. Für Russland ist der Bruch zur EU schmerzhaft, aber zu überstehen. Es muss nun aber in das kompliziertere Verhältnis zu China investieren, kann zwar mit Indien/Iran/Pakistan vielleicht auch ein Ausgleichsspiel schaffen, aber China wird den Russen vieles vorgeben, und Russland muss die Spiele Chinas mitspielen. Oder es isoliert sich immer mehr. Dann aber auch ist es keine Weltmacht und die USA haben weiterhin freien Raum.

3. China ist abhängig vom Export in viele Länder. Aus der Krise zieht es durch eine kluge Vorsorge Vorteile, weil viele Konkurrenten sich nicht gut vorbereitet hatten. Es wird jetzt mehr die Währungskarte spielen und so die USA und andere Länder zu mehr Gleichberechtigung zwingen und auch die Abkehr vom Dollar forcieren. Für China ist die Ukraine unwichtig. Jedoch ist für China die EU wichtiger als USA, weil weder militärisch relevant als Konkurrent noch in der Handelsbilanz so daneben.

In diesem Szenario hat also Russland nichts zu verlieren. Es kann daher den Krieg völlig durchziehen ohne zu große Verluste. Es muss mit einem Plus und Mehrwert hier aussteigen. Daher, je eher die Ukraine aufgibt, desto besser. Aber das wollen die USA nicht. Die EU wäre vielleicht zu überreden (angesichts der Gaskrise). Solange die EU sich USA beugt, wird das nichts. Man sieht aber, wie schlecht die EU die Ukraine unterstützt: Helme, alte Waffen, gleich zerstörte Systeme, Unfähigkeit überhaupt zu liefern. Die Eliten der EU spielen nicht offen, sie warten ab und lassen die Sache laufen. Man darf sich von dem Medien usw. nicht täuschen lassen. Scholz und Co warten ab und spielen hier total auf Zeit.

Wenn UA nicht klein beigibt, wird RU mit dem Krieg eine Teilung durchziehen. Der Osten/Süden wird dann bis nach Transnistrien abgetrennt. Den Rest kann die EU haben, wobei evtl. Polen/Rumänien/Ungarn noch Appetit auf einige alte Stücke Land bekommen werden. Damit schafft RU sich den Puffer, den Reststaat soll die EU verwalten, sich streiten und die Kosten des kaputten Staats übernehmen. Der Osten/Süden wird von Putin entwickelt und wird schnell gut aufblühen.

Evtl. ergibt sich eine neue Situation, wenn die EU angesichts ihres Niedergangs den Betrug durch die USA erkennt und eine Bewegung der unteren Masse die jetzigen Eliten (die als Diener der USA tätig sind) wegräumt. Aber genau vor dieser Bewegung habe ich noch mehr Angst, weil das genau das Szenario von 1933 werden kann.

Aber meine Glaskugel ist zu klein, das zu sehen und zu verstehen. Ich bin auch nur normaler Mensch und in diese Untiefen der Gedanken dieser Machtmenschen kann und will ich mich nicht hineinwühlen. Ist mir viel zu viel Schmutz, Gewalt und Abgrund.

d.h. wenn Russland gewinnt, verliert es die EU endgültig?

solstitium @, Montag, 11.04.2022, 23:40 vor 1399 Tagen @ mh-ing 2114 Views

bearbeitet von solstitium, Montag, 11.04.2022, 23:48

Ich meine irgendwas muss ja nach Russlands Sieg in Kiev ja zur Beschwichtigung beitragen, dass die Sanktionen sich in Wohlgefallen auflösen.

Wie soll das ablaufen?

Man könnte auch hergehen und all die Lügen als solche Entlarven und sofort die Sanktionen in die Tonne treten.
Warum macht das Keiner?


Es braucht unabänderlichen Druck von der Strraße diese Sanktionen, faktische Selbstmordsanktionen zu beenden!

Und weil es Selbstmordsanktionen sind, sollte klar sein, wer der Drahtzieher ist.

Ferner "Schaden vom deutschen Volke abzuwenden" ist Scholz erneut straffällig also des Amtseidesbruch durch diese Sanktionen überführt, weil eindeutig eben Schaden, und was für welcher, daraus entsteht!

Muss man m.W doch direkt beim OLG anzeigen!
(Verrat, ...)


Ich hörte jedenfalls von etlichen Anzeigen bzg. vorgänger, was bei den Staatsanwaltschaften so aufgelaufen sein soll - da kam nie was raus.

Muss man ja auch mal sehen.

Alle reden von Anzeige der Verantwortlichen aber nie von einer Verurteilung.

Ergo, scheint die Justiz auch nur eine Simulation für Nichtregierungsfälle innerhalb der BRD Simulation zu sein.

Sonst könnte man es sich doch kaum erklären...

Oder kriegt man Scholz ran, wegen Amtseidesbruch - weil welches OLG verdonnert den Kandesbunzler?

--
https://dasgelbeforum.net/index.php?id=568547
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"...nein, wer NICHT kämpfen will, der fällt genauso!"
(Zur Erklärung, man "fällt" im Krieg, ohne Krieg hieße es man stirbt!)

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