Viele Wege führen in den Hades des Dollars.
Hallo Martin!
Du fragst: Wollen die USA einen technischen Default?
Es sieht danach aus.
Die USA verhindert, dass Russland seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Es gibt Zahlungen, für deren Leistung Russland noch etwas weniger als 30 Tage Zeit hat. Die nominale Währung ist in Dollar. Die USA verhindern, dass Russland auf die eingefrorenen Reserven zugreifen kann und dass Russland in Dollar bezahlt.
Die Amis haben Russland aber von Zahlungen in US-Dollar abgeklemmt.
Das ist der Irrsinn des 21.Jahrhunderts schlechthin.
Sie gebieten Verträge in einer Währung und sanktionieren dann Teilnehmer diesen Vertragsbedingungen nachzukommen.
Damit lösen sich theoretisch solche Verträge auf – so einfach ist das.
Russland sagt inzwischen, dass die Zahlungen in Rubel erfolgen sollen. Die USA sagen, 'das gilt nicht', laut Prospekt muss in Dollar bezahlt werden.
Zunächst einmal gehen die Russen so vor, wie sie es für richtig halten.
Wenn der Greenback nicht mehr genutzt werden kann, bietet man Rubel, die eigene Landeswährung.
Das ist sehr vernünftig, denn der Schuldner hat keine andere Wahl.
Der geniale Putin arbeitet seinen Strategie-Katalog Schritt für Schritt ab.
Die Anleger weltweit wissen ja, was gespielt wurde und werden in Zukunft eh keine russischen Staatsanleihen mehr kaufen.
Da wäre ich mir noch nicht so sicher.
Es wär ebenso möglich die Auszahlungen mit Rohstofflieferungen zu verrechnen.
Es müssen nur Banken dazwischen geschaltet werden, die einmal die Zinszahlungen treuhänderisch übernehmen können und die andererseits eine Gegenleistung für ihre Zahlungen erhalten.
Die Chinesen warten vermutlich schon darauf und dann können die Amis gerne auch China sanktionieren ..
Nehmen wir doch einmal an, die Russen würden das mit Gold besichern.
Die Zinsforderungen liegen, wenn ich nicht irre, bei 650 Millionen, was also locker mit Gold unterlegt werden könnte.
Das wäre ein Signal schlechthin, denn so etwas gab es in der Papiergeld-Dystopie der letzten 50 Jahre noch nie.
Dollar-Zahlungen auf Gold-Basis!
Das ist in Krisenzeiten ein äußerst verführerisches Angebot.
Das würde eher Anleger anlocken als abschrecken.
Und der wild gewordene Cowboy sorgt gerade dafür, daß er alle bislang willigen Käufer in Angst und Schrecken versetzt.
Es wird sich bald sehr viel ändern.
Charon wartet schon auf den Greenback .. und auch auf die EU.
mfG
nereus